Konzert

Bei Classic Night in der Zeche prallen Welten aufeinander

Die Bochumer Symphoniker und diePartyband der Zeche teilen sich wieder eine Bühne: Am 2. Mai steigt die nächste Classic Night.

Foto: Stefan Arend

Die Bochumer Symphoniker und diePartyband der Zeche teilen sich wieder eine Bühne: Am 2. Mai steigt die nächste Classic Night.

Bochum.  Bochumer Symphoniker und die Zechen-Partyband spielen wieder am 2. Mai groß auf – und nicht selten entstehen dabei magische Momente.

Das Experiment startete vor vier Jahren. Die Zeche mit ihrer Ü-40-Partyband lud die Bochumer Symphoniker zu einem gemeinsamen Konzert ein.

Die Bosy hatten es nicht weit, probten sie seinerzeit doch noch gleich nebenan an der Prinz-Regent-Straße. Die Symbiose aus Rock, Pop und Klassik gelang auf Anhieb. Die Classic Night findet seither ein begeistertes Publikum: sowohl in Bochums traditionsreichstem Szene-Club als auch in der neuen Bosy-Heimstatt im Musikforum Ruhr. Fortsetzung folgt am Mittwoch, 2. Mai. Dann wieder in der Zeche.

Von „Hymn“ bis „Music“, von „Child in Time“ bis „Another Brick in the Wall“: Es sind mitunter magische Momente, die der Klangkörper mit der Verschmelzung von U- und E-Musik kreiert. Stets ist es Torsten Sickert, Programmchef der Zeche und Mastermind der Classic-Night-Band, der Klassiker der Rock- und Popgeschichte mit aktuelleren Titeln mixt und dabei ein sicheres Gespür für Songs beweist, die mit orchestraler Begleitung nochmals intensiver, wuchtiger, stimmungsvoller intoniert werden. Eine hohe Kunst, die die insgesamt 80 Musiker zum Gesamtkunstwerk vereinen.

Zwei Welten trafen anfangs aufeinander

Dabei sind anfangs zwei Welten aufeinandergetroffen, erinnert sich Bosy-Sprecherin Christiane Peters. „Klassische Musiker leben von der Literatur, dem Notenblatt, das die Abläufe eines Stückes sehr genau festgelegt.“ Ganz anders in der Rockmusik. „Hier ist der Raum für Improvisation, für Soli, viel größer. Nicht umsonst gibt es große Rock- und Pop-Künstler, die keine Noten lesen können.“ Die Herausforderung sei für die Klassiker, sich so weit wie möglich von den Noten zu lösen, und für die Rocker, sich den Einsätzen eines Dirigenten unterzuordnen.

Unterschiedliche Reaktionen des Publikums

Inzwischen funktioniert das Zusammenspiel hervorragend, berichtet Alexander Merz, Solo-Posaunist der Bosy. „Natürlich müssen wir uns auf Ungewohntes einstellen.“ Aber: „Man lernt voneinander.“ Genau das sei die wirklich tolle Erfahrung bei der Arbeit mit der Zechen-Band: „das gegenseitige Interesse und der Respekt.“ In einer Show spielte Merz ein bekanntes Gitarrensolo auf der Posaune. „Wenn der Gitarrist der Band zu mir kommt und sagt: ,Das klingt ja Hammer!’, freut mich das natürlich ganz besonders.“

Auch die Reaktion des Publikums sei grundsätzlich verschieden. „Du bist in der Zeche viel näher dran. Die Reaktionen sind viel direkter. Da hörst du sofort, ob du gut bist oder nicht. Wenn die Leute mitsingen und klatschen, kannst du nicht soviel falsch gemacht haben“, sagt Alexander Merz.

Musik für alle Bochumer

Für seinen Kollegen Heribert Kalthoff sind die Konzerte fast ein Heimspiel. Er spielt nicht nur Bratsche bei den Bosy, sondern auch Schlagzeug in einer Bluesrock-Band. Für ihn sind das zwei Seiten einer Medaille: „Unser Anspruch als Orchester ist es doch, Musik für alle Bochumer zu machen. Berührungsängste haben wir nicht. In der Zeche treffen wir auf ein Publikum, das vielleicht erstmal nichts mit klassischer Musik zu tun hat. Da können wir Türöffner sein.“

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