Ruhr-Uni

Baustellen an der Ruhr-Universität sind im Zeitplan

Foto: Hans Blossey

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Bochum.   Ab Mitte 2018 sollen Fakultäten in die Gebäude IA, IB und GD an der RUB einziehen. Die Neubauten sorgten für die „Auflösung des Gesamtbildes“.

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Die momentan größte Baustelle auf dem Campus der Ruhr-Universität befindet sich auf der Zielgeraden: „Wenn der Bau wie bisher voranschreitet, dann ist der Innenausbau Anfang 2018 fertig“, sagt der Pressereferent der Ruhr-Universität, Jens Wylkop. Die Gebäude IA und IB können ab Sommer 2018 bezogen werden. Etappenweise werden dann die Fakultäten Mathematik, Geowissenschaften und Psychologie von ihren bisherigen Standorten in die neuen Bauten verlegt, ebenso die IT-Services der Universität.

Damit sind die Umzüge, die ab Mitte nächsten Jahres anstehen, jedoch nicht getan: In das vierte Gebäude der G-Reihe, GD, sollen ebenfalls ab Sommer drei Fakultäten einziehen. So können die Sanierungsarbeiten im Gebäude GC beginnen. „Das ist eine große logistische Herausforderung. Schließlich müssen zum Beispiel empfindliche Geräte oder naturwissenschaftliche Proben unversehrt transportiert werden“, so Wylkop.

Einige Monate später soll der Forschungsbau ZGH fertiggestellt werden. „Kleinere Baustellen gibt es immer auf dem Campusgelände, aber momentan ballt es sich“, sagt der Ruhr-Uni-Sprecher. Damit alles reibungslos ablaufen kann, gibt es an der Universität mittlerweile eine Abteilung, die sämtliche Umzüge plant. „Einen Grundsatz verfolgen wir dabei: Wer einmal das Gebäude wechselt, bleibt an dem neuen Standort.“

Dadurch wird die Einteilung nach benachbarten Fakultäten Schritt für Schritt etwas gelockert, ebenso die ursprünglich identische Architektur der Gebäude auf dem Campusgelände. GD wird zum Beispiel flacher und breiter als die anderen Gebäude der G-Reihe. „GD dient als Reihenabschluss. Dadurch soll die optische Erscheinung erhalten bleiben.“

Hinter der Architektur der RUB steckt ein demokratischer Gedanke

Die Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Alexandra Apfelbaum sieht darin jedoch einen Bruch mit dem Grundsatz, den die Architekten der Universität Anfang der 1960er Jahre verfolgt haben. Der hat übrigens nichts mit dem gerne verwendeten Bild „Hafen des Wissens“ zu tun: „Dieses Bild wurde nachträglich gefunden. Eine ZEIT-Journalistin hat den Vergleich bereits 1965 genutzt. Ich finde ihn allerdings sehr gelungen und die Bildhaftigkeit hilft bei der Vermittlung dieser oft kritisierten Nachkriegsarchitektur.“ Stattdessen stecke hinter der einheitlichen Konzeption ein demokratischer Gedanke: „Alle Fakultäten sollen einander gleichgestellt sein.“

Die „Auflösung des einheitlichen Gesamtbildes“, wie Alexandra Apfelbaum sagt, hat ihrer Meinung nach nicht erst vor einigen Jahren begonnen: Und die Farbgebung war zum Beispiel auch nicht in den ursprünglichen Planungen enthalten, sie wurde in den 1980er Jahren im Zuge einer Sanierung hinzugefügt.

„Das Material Beton wurde damals stark kritisiert, der Campus sollte bunter werden“, so Apfelbaum. In der großflächigen Verwendung des grauen Materials sieht sie jedoch gerade den Reiz der Gebäude: „Wenn man sich das Q-West anschaut, sieht man, dass Beton ästhetisch und reizvoll wirken kann, wenn er gepflegt wird.“

Laut Tabea Steinhauer, die in der Hochschulkommunikation den Bereich Campusentwicklung betreut, sei ein Grund für die andersartige Gestaltung allerdings auch der Denkmalschutz: „Dem neuen Gebäude soll auch angesehen werden, dass es erst nachträglich erbaut wurde.“

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