Ruhr-Universität

Baumanagerin vergleicht Ruhr-Uni Bochum mit Designerjeans

Ina Schwarz (v.) ist Dezernentin für Baumanagement an der Ruhr-Uni. Regelmäßig leitet sie zudem Campusführungen. So zeigte sie auch Leserinnen und Leser der WAZ im vergangenen Jahr die Ruhr-Universität.

Ina Schwarz (v.) ist Dezernentin für Baumanagement an der Ruhr-Uni. Regelmäßig leitet sie zudem Campusführungen. So zeigte sie auch Leserinnen und Leser der WAZ im vergangenen Jahr die Ruhr-Universität.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   26 größere Bauprojekte gibt es aktuell an der Ruhr-Universität Bochum. Bei Baumanagerin Ina Schwarz laufen die Fäden zusammen.

Ina Schwarz vergleicht die Ruhr-Uni gerne mit einer Designer-Jeans. „Die wird mit Löchern verkauft. Das macht sie aus. Ähnlich sieht es bei der Ruhr-Uni aus.“ Schwarz ist Dezernentin des Baumanagements an der Ruhr-Uni. „Bei der RUB haben die Architekten auch an manchen Stellen bewusst darauf gesetzt, gebrochene Kanten zu haben. Zum Beispiel an Fassadenplatten.“ Das müsse man aber schon wissen, sonst könne man das nicht richtig einordnen. „Sonst glaubt man, da sei etwas kaputt. Ist es aber nicht. Das war Absicht.“

Wobei sie weiß, dass an der Ruhr-Uni einiges „kaputt“ ist. Wenn es nach ihr ginge, würde sie die Parkhäuser und den Weg über die Uni-Brücke Richtung Campus neu gestalten. „Da müsste man richtig ran. Aber das Kerngeschäft der Ruhr-Uni ist nicht der Neubau von Gebäuden, sondern Forschung und Lehre.“ Funktionalität und dass die Ruhr-Uni eben keine Hochglanz-Uni sei, würde aber bestens zum Ruhrgebiet passen.

Schwarz plant bauliche Zukunft maßgeblich mit

Den Vergleich mit der Jeans wählt sie gerne bei Campus-Führungen. Sie erzählt dann viel über die Vergangenheit der Ruhr-Uni und deren baulicher Entstehungsgeschichte. Noch viel mehr kann sie über die bauliche Zukunft der Ruhr-Uni erzählen. Sie plant sie maßgeblich mit.

Seit 2008 ist sie an der Ruhr-Uni. Da war sie zunächst Chefin des gesamten Dezernates 5, hatte sich um Gebäudemanagement und -betrieb sowie um Bau und Liegenschaften zu kümmern. Um die Campusmodernisierung gezielter angehen zu können, wurden die Aufgaben auf zwei Dezernate verteilt. Zusammen mit 40 Mitarbeitern kümmert sie sich aktuell um 26 größere Projekte. Das sind Um- oder Neubauten von Etagen, von Büros oder Labore für Fakultäten, oder eben die Sanierung von ganzen Gebäuden. Da brauche man viele und gute Mitarbeiter. „Das Team ist wichtig. Ich kann nicht immer alles von jeder Baustelle wissen.“

Schadstoffe belasteten mehrere Gebäude

Zuletzt wurde GD, das vierte Gebäude der Geisteswissenschaften, eingeweiht. Das ist ein kompletter Neubau. Davor nahm die Ruhr-Uni die Gebäude IA und IB wieder in Betrieb. Die waren zunächst abgerissen worden, weil sie mit Schadstoffen belastet waren, dann neu gebaut worden. Nun fangen die Arbeiten in der G- und der N-Reihe an. Bis die Ruhr-Uni irgendwann komplett erneuert ist, wird es noch einige Jahre dauern. „Ich könnte es schaffen, einmal durchzukommen“, sagt Schwarz.

Eben auch, weil sie viel Erfahrungen gesammelt hat. Die erste „Gebäude-Aufgabe“, die Schwarz und ihre Mitarbeiter begleiteten, war ID, das vierte Gebäude der Ingenieurwissenschaften. „Das gab es für uns zur Probe“, sagt sie heute darüber. „Da haben wir gelernt, dass man Dinge bei den am Bau beteiligten Parteien einfordern muss. Wenn man nichts fordert, bekommt man nichts. Die darauf folgenden Ausschreibungen waren dann deutlich konkreter und umfangreicher. Wir haben danach Standards entwickelt, und wir wissen inzwischen, dass man mehr schreiben muss.“

Win-win-Situationen

Das hat sie, das haben ihre Mitarbeiter im Dezernat bei den anderen Uni-Gebäuden getan. Schwarz hilft, dass sie auch die Handwerkerseite und die Architektenseite kennt. Sie hat nach dem Abitur eine Malerlehre gemacht, hat später Architektur studiert. „Ich war Handwerker. Ich war Chef. Ich war Architekt. Später war ich Projektmanagerin und Projektleiterin. Ich weiß, dass im besten Fall alle Beteiligten Spaß an einem Auftrag haben sollten und dass man eine Win-win-Situation aushandelt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben