Innenstadt

Autofreier Bebel-Platz in Wattenscheid kontrovers diskutiert

Der August-Bebel-Platz in Wattenscheid soll mit Millionen Euro Fördermitteln umgestaltet werden.

Der August-Bebel-Platz in Wattenscheid soll mit Millionen Euro Fördermitteln umgestaltet werden.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid-Mitte.  SPD und Grüne fordern, den August-Bebel-Platz in Wattenscheids Innenstadt autofrei umzugestalten. Das lehnen CDU und UWG ab.

Dass der triste August-Bebel-Platz attraktiver gestaltet werden soll, ist unbestritten. Umstritten ist aber der Vorstoß von SPD, Grünen und dem parteilosen Bernd Heider, den Platz autofrei zu gestalten. Sie wollen ihre Idee mehrheitlich in der Bezirksvertretung durchsetzen, die sich am Dienstag, 3. Dezember, mit den Umbauplänen befasst. Für die Neugestaltung sollen Städtebaufördermittel beantragt werden.

„Es gilt, die Aufenthaltsqualität zu steigern und Vorkehrungen zur Reduzierung des sommerlichen Hitze-Hotspots zu entwickeln“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Rohmann (SPD) und Olaf Krause (Grüne). Voraussetzung dafür sei, diesen Bereich „frei vom motorisierten Individualverkehr neu zu gestalten, für den die Grenze die Kreuzung Bebelplatz/Voedestraße sein soll“. Busse und Straßenbahnen sollen weiterhin den Platz befahren können, die Haltestellen sollen unverändert bleiben.

Die Pavillons sollen erhalten werden

Die Pavillons gelte es zu erhalten. Im Norden soll, so fordern SPD, Grüne und Heider, ein neues „randabschließendes Gebäude mit höchstens vier Geschossen“ errichtet werden von der Voedestraße bis maximal zur Baugrenze des Gebäudes August-Bebel-Platz 12 (Sanitätshaus Ilse).

Die Einmündung des Parkplatzes am August-Bebel-Platz soll entfallen bzw. könne als Zuwegung für eine Fahrradgarage dienen. „Die sollte, im Unterschied zur Tiefgarage, ebenerdig sein“, so Rohmann. Der Parkplatz soll weitestgehend wegfallen für eine Tiefgarage; die Zufahrt dazu und zu dem Gebäude solle über die Voedestraße erfolgen. „Wenn weiter Taxistellplätze und Behindertenparkplätze oberirdisch bestehen sollen, wäre vielleicht auch eine Ausfahrt über diese Einmündung sinnvoll, keinesfalls aber eine Zufahrt.“ Die Anzahl der Parkmöglichkeiten müsse erhalten oder gesteigert werden.

„Der ruhende Verkehr soll dazu in eine öffentlich zugängliche Tiefgarage unterhalb des neuen Gebäudes verlegt werden. Um genügend Parkraum zu schaffen, könnte auch der gesamte Teil der jetzt oberirdischen Parkplätze für eine Tiefgarage über die Gebäudegrenzen hinaus genutzt werden – wenn sichergestellt ist, dass die Fläche ausreichend Standsicherheit für Veranstaltungen bietet, wie Bühne und Kirmes, und Baumpflanzungen dort möglich sind. Die Fläche zwischen dem neuen Gebäude und den Pavillons solle umgestaltet werden, u.a. durch Pflasterung und Sitzgelegenheiten. „Dabei sollen möglichst viele Bäume gepflanzt sowie ein Kinderspielplatz und ein Fontänen-Brunnen als zentrale neue Platzelemente errichtet werden.“

Neubau und Tiefgarage geplant

Die Errichtung eines neuen Gebäudes auf dem Grundstück August-Bebel-Platz 5 („Ruhrpott-Grill“), wie von der Stadtplanung vorgeschlagen, sei nicht sinnvoll, u.a. um den Baumbestand zu erhalten. Der bestehende Brunnen soll saniert und optisch aufgewertet werden, z.B. durch eine Mosaik-Verzierung.

Im Rahmen des zu erstellenden Verkehrskonzeptes solle insbesondere die zusätzliche Verkehrsbelastung der umliegenden Straßen analysiert werden. „Dabei müssen optimierende Lösungsvorschläge und insbesondere ein Radwegekonzept entwickelt werden, da es bisher keine Radwege in der Innenstadt gibt“, so Rohmann und Krause.

Die CDU betont, ähnlich wie die UWG, der Vorentwurf zur Platzgestaltung sei „nicht akzeptabel und muss komplett überarbeitet werden“, sagt Sprecher Stefan Klapperich. „Wir können kein Konzept hinnehmen, das den Verkehr nicht mehr über den Platz leitet. Die kleinen Seitenstraßen werden dadurch nur noch mehr belastet. Es droht zukünftig ein dauerhafter Verkehrskollaps“. Auch den angedachten Neubau auf dem Parkplatz sieht die CDU kritisch. „Der beengt den Platz nur und bietet in keiner Weise einen Abschluss; der ist schon durch die Gebäude auf der Voedestraße ausreichend gegeben.“

CDU: Einzelhandel muss Kunden halten

Eine Tiefgarage sei nur akzeptabel, „wenn diese die Anzahl der wegfallenden Parkplätze komplett ersetzt“. Auch müsse darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Parkplätze dauerhaft angemietet werden können, da die Parkplätze vor allem den Besuchern des Bebelplatzes zugute kommen sollen, die dort die Ärzte und den Einzelhandel aufsuchen. „Wir fordern neben dem Erhalt des Parkplatzes eine schnelle Durchführung der zukünftigen Bauarbeiten. Nur ein belebter Bebelplatz kann ein zukünftiges Aushängeschild für Wattenscheid werden.“

Das Konzept zur weiteren Begrünung begrüßt die CDU. „Zudem schlagen wir zu einer Entspannung der Verkehrslage zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern ein Tempolimit von 30 km/h vor.“

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