Hustadt

Aus dem Brunnenplatz wird der Komaplatz

Beteiligen sich am Projekt „Aus Brunnenplatz wird „Komaplatz“: (v.l.) Aisha (8 Jahre) und Yana (8 Jahre) widmen sich der Wandmalerei.

Beteiligen sich am Projekt „Aus Brunnenplatz wird „Komaplatz“: (v.l.) Aisha (8 Jahre) und Yana (8 Jahre) widmen sich der Wandmalerei.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Querenburg.  Die Umbenennung findet im Rahmen der Aktionstage „Offene Gesellschaft in Bewegung“ statt. Kinder bemalen Wand in der Hustadt als Ideenschmiede.

Mit bunter Kreide malen die Nachbarskinder das Wort „Komaplatz“ auf eine große schwarze Kreidetafel. In allen möglichen Farben und Größen schmückt das Wort nun den Pavillon auf dem großen Platz im Herzen der Hustadt. Sie kommen jeden Tag her, um ihre Freunde zu treffen und zu spielen.

„Wir gehen hier Rollschuhlaufen oder fahren mit dem Skateboard“, sagt die achtjährige Aisha. Obwohl ihr Spielplatz offiziell Brunnenplatz heißt, nutzen viele ih n nicht – obwohl der Name in großen Buchstaben an einer der Hauswände steht.

Philipp Unger vom Verein „University meets Querenburg“ kennt die Antwort: „In den 70ern war hier mal ein Lebensmittelgeschäft mit dem Namen Komamarkt. Deshalb kennen viele Anwohner den Ort hier als Komaplatz. Und der hat nichts mit Komasaufen oder so zu tun, was leider viele Studenten und andere Anwohner denken.“ Der 38-Jährige möchte die Vorurteile aus dem Weg räumen.

Alte Fotos vom Lieblingsort

Er steht den neugierigen Kindern und anderen Passanten Rede und Antwort und zeigt ihnen jahrzehntealte Fotos von ihrem Lieblingsplatz. Um den Exkurs in die Vergangenheit spannender zu gestalten, hat er für seine jungen Zuhörer ein Picknick vorbereitet. Die Umbenennung ist Teil eines fünftägigen Festivals der „Initiative Offene Gesellschaft“. Nach Stationen in Schwerin, Görlitz und Mannheim, soll es sich in Bochum um Fragen wie „Welches Bochum und welches Land wollen wir sein?“ drehen. Ziel der Aktionstage ist es, gute Ideen zu sammeln, die das Leben in einer offenen Gesellschaft prägen.

Für Philipp Unger ist die Aktion auf dem Komaplatz genau der richtige Auftakt für die Veranstaltung: „Wandmalerei ist wichtig für eine offene Gesellschaft, weil sie viele Menschen im Stadtteil erreichen kann. Sie kann Botschaften kommunizieren, genau wie hier auf dem Komaplatz. Wenn es keine Missverständnisse mehr gibt, sind wir einer offenen Gesellschaft nähergekommen.“ Gemeinsam mit anderen Mitgliedern seines Vereines bespielt er bereits regelmäßig eine Garagenwand an der Universitätsstraße.

Beispiel für offene Gesellschaft

Der 38-Jährige wünscht sich, dass sich noch mehr Anwohner trauen, hier künstlerisch ihre Meinung auszudrücken. Den „Komaplatz“ als Beispiel für eine offene Gesellschaft zu nehmen, hat noch einen weiteren Grund: Denn hier wurde eine Idee umgesetzt, für die sich viele Anwohner eingesetzt haben: Tische aufzustellen. „Die Aufenthaltsqualität hat sich seitdem geändert“, so Philipp Unger. „Es wird Karten gespielt oder die Kinder machen Hausaufgaben zusammen. Es kommen einfach ganz andere Konstellationen zusammen.“ Trotz Erfolgserlebnis hat er noch weitere Anregungen, wie eine offene Gesellschaft in Querenburg gefördert werden kann: „Eine funktionierende Kneipenkultur.“ Auch die Kinder haben Ideen für ihren Freizeittreff. Bei einer sind sie sich alle einig: „Eine Rutsche!“

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