Gesundheit

Augusta-Klinik bleibt beim Kirchentarif für Mitarbeiter

Das Augusta-Krankenhaus zieht Pläne zurück, ab 2018 aus dem Kirchentarif auszusteigen. An einer Zusammenlegung aller Standorte in Bochum und Hattingen in einer neuen Gesellschaft hält die Geschäftsführung fest.

Das Augusta-Krankenhaus zieht Pläne zurück, ab 2018 aus dem Kirchentarif auszusteigen. An einer Zusammenlegung aller Standorte in Bochum und Hattingen in einer neuen Gesellschaft hält die Geschäftsführung fest.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Kommando zurück: Die Augusta-Klinik verzichtet auf einen Ausstieg aus der Diakonie. Für die 3000 Mitarbeiter bleibt es beim Kirchen-Tarif.

Die Augusta-Krankenanstalten verbleiben im Diakonischen Werk. Für alle 3000 Beschäftigten gelten damit auch künftig die kirchlichen Tarife. Das kündigt die Geschäftsführung im Gespräch mit der WAZ an.

Zur Jahresmitte hatten Pläne der Augusta-Spitze für erhebliche Unruhe bei Mitarbeitern und Personalrat gesorgt. Die evangelische Stiftung hatte beschlossen, ihre bislang eigenständigen Krankenhäuser und Einrichtungen in Bochum (mit Linden) und Hattingen in einer Gesellschaft zusammenzuführen.

Die neue „Augusta Kliniken gGmbH“ sollte am 1. Januar 2018 an den Start gehen. „Eine strategische Entscheidung“, sagten damals die Geschäftsführer Ulrich Froese und Thomas Drathen. Nach dem Vorbild des Katholischen Klinikums gelte es auch für den Augusta-Verbund mit 175 Millionen Euro Jahresumsatz, als „schlagkräftige Einheit“ aufzutreten und Kosten zu sparen.

„Wir halten an der Verschmelzung fest. Doch die Prozesse bei den kirchlichen Gremien laufen langsamer als gedacht. Die neue Gesellschaft wird es deshalb frühestens 2019 geben“, erklärten Froese und Drathen in dieser Woche.

Einwände der Landeskirche

Komplett vom Tisch sei das ebenfalls für 2018 vorgesehene Ausscheren aus der Diakonie und damit aus dem Bundes-Angestellten-Tarifvertrag in kirchlicher Fassung (BAT-KF). Zwar hätte Augusta allen Beschäftigten Bestandsschutz gewährt. Für künftige Mitarbeiter hätte die Änderung aber zum Teil massive Einbußen bedeutet. Sie wären fortan nach den jeweils gültigen Branchen-Tarifverträgen entlohnt worden. Laut Mitarbeitervertretung wären so jährlich rund drei Millionen Euro Personalkosten eingespart worden.

„Die Evangelische Landeskirche hat erhebliche Einwände geäußert. Deshalb werden wir diese Pläne nicht weiter verfolgen, obwohl ich sie mit Blick auf die zunehmende Konkurrenz der unabhängigen privaten Krankenhausträger nach wie vor für richtig und notwendig halte“, schildert Ulrich Froese.

Nach WAZ-Informationen steht der Verbleib der Augusta-Kliniken im Kirchentarif auch in engem Zusammenhang mit Bestrebungen, die für die nächsten Jahre eine enge Kooperation mit dem Katholischen Klinikum vorsehen. Von einer paritätisch besetzten Holding ist die Rede.

34 Millionen Euro Investitionen

Unabhängig davon stellt die evangelische Stiftung mit Millionen-Ausgaben die Weichen für die Zukunft. In den nächsten zwei Jahren entstehen an der Bergstraße u.a. eine neue Magnetresonanztomographie (MRT), ein drittes Herzkatheter-Labor und ein neuer OP-Trakt. Am Standort Bochum-Mitte stehen künftig 13 OP-Säle zur Verfügung; in Hattingen sind es sechs. Von 2017 bis 2019 hätte Augusta damit 34 Millionen Euro investiert. „Mit diesen Maßnahmen“, so Froese, „ist Augusta einmal runderneuert und die Zielplanung vorerst abgeschlossen.“

>>> INFO: 35 000 stationäre Patienten im Jahr

  • Die Augusta-Krankenanstalten beschäftigten in ihren Kliniken und Einrichtungen in Bochum und Hattingen knapp 3000 Mitarbeiter – davon 330 Ärztinnen und Ärzte sowie 700 Pflegekräfte. Jährlich werden rund 35 000 Patienten stationär versorgt.

  • Zum Vergleich: Das Katholische Klinikum Bochum hat 4100 Mitarbeiter und betreut jährlich rund 50 000 stationäre Patienten.

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