Prozess

Auf Kinder eingestochen: 19-Jährige zu Jugendhaft verurteilt

Rettungswagen am Tatort an der Gerichtsstraße. 

Foto: KDF-Television & Picture Germany

Rettungswagen am Tatort an der Gerichtsstraße.  Foto: KDF-Television & Picture Germany

Bochum.  Wegen einer Messerattacke auf zwei Kinder in Langendreer hat das Amtsgericht eine 19-jährige Bochumerin zu 20 Monaten Jugendhaft verurteilt.

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Eine Beleidigung ergab die andere – und plötzlich blitzte ein Klappmesser. Damit stach eine 19-jährige Bochumerin auf ihre Kontrahenten ein, zwei damals elf und zwölf Jahre alte Jungen. Am Dienstag (7.11.) wurde die Täterin zu einem Jahr und acht Monaten Jugendstrafe verurteilt. Ohne Bewährung.

Die Bluttat vom 27. Mai in Langendreer hatte stadtweit Entsetzen ausgelöst. Und auch Angst, denn die Täterin war drei Tage abgetaucht. Anfangs schätzte die Polizei sie auf 14 Jahre. Als die Beamten sie aber am 30. Mai bei ihrer Familie in Langendreer festnahmen, stellte sich heraus, dass sie schon deutlich älter ist. Seitdem sitzt die wegen Körperverletzung gerichtsbekannte Frau in U-Haft. In den Gerichtspausen legen ihr Wachtmeister Handschellen an.

Gegenseitige Beschimpfungen

Am Tattag um 18 Uhr verließ die Täterin mit ihrer Nichte (7) das Ostbad. Auf der Kaltehardtstraße traf sie auf drei ihr unbekannte Jungs (damals 11 bis 12) aus Langendreer. Aus nichtigem Anlass folgten gegenseitige Kraftausdrücke. Als die Frau ein Messer aus ihrer Tasche zog und auf sie zulief, versteckten sich die Jungs in einer Tiefgarage. Als sie wieder herauskamen, soll einer der Jungs ihr etwas zugerufen haben, so dass die Frau den dreien erneut hinterherlief.

An der Gerichtsstraße erwischte sie sie – und stach aus Wut unvermittelt auf zwei von ihnen ein. Der damals Elfjährige erlitt eine vier Zentimeter tiefe Wunde im seitlichen Bauchraum, der Zwölfjährige eine zwei Zentimeter tiefe am Oberarm. Bei ihm soll die Täterin gegen die Brust gezielt haben. Nur weil beide sich blitzschnell wegdrehten, kam es nicht zu Schlimmerem. Sie hätten auch sterben können.

Beim Weglaufen gegrinst

Der dritte Junge blieb unverletzt. Er sagte, die Täterin hätte beim Weglaufen gegrinst. „Sie wollte ihnen eine Lektion erteilen“, so Verteidigerin Dörte Ganzer. Die verletzten Jungen schrien, ein Autofahrer rief sofort den Rettungsdienst. Die Verletzungen sind heute fast voll verheilt.

Die voll schuldfähige Täterin, Mutter eines Kindes, das in einer Pflegefamilie lebt, bat die Opfer um Entschuldigung. Diese nahmen sie an. Der damals Elfjährige (heute 12) bat im Prozess selbst um Entschuldigung, für seine Beleidigung.

Verurteilt wurde die Täterin auch, weil sie im März am Hauptbahnhof eine Freundin im Streit ins Gesicht geschlagen und am Boden heftig getreten hatte. Und wegen Fundunterschlagung und Schwarzfahrens. Die Anklägerin wollte drei Jahre Haft.

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