Amalia-Gelände

Auf dem Amalia-Gelände in Werne entsteht ein Freizeitpark

Bauleiter Heiner Rogmann (50) zeigt, was wo auf dem Gelände der früheren Zeche Amalia so alles entstehen soll.

Bauleiter Heiner Rogmann (50) zeigt, was wo auf dem Gelände der früheren Zeche Amalia so alles entstehen soll.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne/-Gerthe.  Ein Unternehmen aus Kevelaer entwickelt die Brachfläche am Harpener Hellweg. Dort setzt sie auf Golf und Fußball – wirbelt aber auch Staub auf.

Das Geheimnis ist gelüftet. Seit vielen Wochen liefern zig Lkw täglich Unmengen an Erde auf das Gelände der ehemaligen Zeche Amalia, wo Planierraupen und Bagger die Masse verteilen. Sehr zum Ärger vieler Anwohner, die seither über Staub und Dreck im Garten, auf Balkon, Fensterscheiben und Autos klagen. Hinzu kommt die Ungewissheit, wofür dort, auf dieser Brachfläche zwischen Harpener Hellweg und Nörenbergstraße, gebuddelt wird.

„Modellieren“, nennt es der Fachmann. „Wir richten das Gelände her, um hier eine Art Freizeitpark entstehen zu lassen“, verrät Heiner Rogmann. Er ist Mitgeschäftsführer der Betreibergesellschaft Golf Innovations GmbH aus Kevelaer. Und weil er in seinem Leben schon so einige Sport- und Golfplätze errichtet hat, darf er vor Ort als Bauleiter fungieren.

Golfanlage und Funsport

Nachdem das jüngste Golfplatz-Projekt auf Amalia gescheitert ist, setzt die Golf Innovations GmbH nicht allein auf Golf. „Es wird eine Neun-Loch-Anlage geben, für die man auch die entsprechende Platzreife benötigt. Dazu eine Driving-Range“, erklärt Heiner Rogmann. Dem gegenüber will man aber auf den Spaß-Faktor setzen – mit Fußball-Golf (mit größeren Löchern), Super-Golf (mit größeren Bällen) und einer Funfußball-Anlage (Parcours mit Hindernissen).

Familien sollen angelockt werden

Mit dem kleinen Vergnügungspark wolle man weg vom elitären Image des Golfsports, sagt Heiner Rogmann. Im Gegenteil, mit dem spaßigen Sportangebot, einer Gastronomie, einem Spielplatz und zwei Teichanlagen sollen vor allem Familien angelockt werden. „Und wenn dann über einen Besuch bei uns Lust auf Golf bekommt – umso besser.“

Kosten: bis zu 10 Millionen Euro

Bis zu 10 Millionen Euro lässt sich Golf Innovations GmbH die Entwicklung der 34 Hektar große Brachfläche (halb so groß wie Mark 51/7) kosten. Heiner Rogmann hält das für gut angelegtes Geld: „Die Gegend hier ist echt schön, dazu haben wir ein fußballbegeistertes Einzugsgebiet und bieten eine Kombi, die einmalig ist.“

Bis zu 120 Lkw am Tag

Dass die vielen Lkw – bis zu 120 am Tag – die Anwohner belasten, räumt Heiner Rogmann ein. „Wir tun aber alles, um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten.“ Deshalb würden die Lkw auch nur in eine Richtung fahren – hin über den Harpener Hellweg, zurück über die Nörenbergstraße. „Um die Staubbelastung zu minimieren, wird die Strecke zwei Mal am Tag gereinigt“, fügt Robert Seeger an. Er ist verantwortlich für die Anlieferung.

All jenen im Umfeld, die sich sorgen, auf Amalia werde kontaminierter Boden abgekippt, versuchen Rogmann und Seeger zu beruhigen: „Die Böden kommen von anderen Baustellen in der Umgebung und werden vorher von unabhängigen Geologen untersucht. Wir arbeiten da auch sehr eng mit dem Umweltamt der Stadt Bochum zusammen. Jeden Dienstag treffen wir uns vor Ort zum Austausch.“ Und die schwarzen Rohre, die aus dem Boden ragen, seien nicht zum Entgasen des Untergrunds. „Die sind Bestandteil des Entwässerungssystems. Es wird also niemandem etwas um die Ohren fliegen.“

Zeitplan ist noch recht vage

Mit Ausnahme von Golf- und Fußbällen. Irgendwann. Der Zeitplan der Golf Innovations GmbH ist noch recht vage. Rogmann: „Ich hoffe, dass wir bis Ende 2020 so weit kommen, dass hier 2021 schon was laufen kann. Die Neun-Loch-Golf-Anlage soll 2022 fertig werden.“

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