Repair-Café eröffnet

Auch in Günnigfeld wird bald repariert statt weggeworfen

Anpacken, prüfen, messen. Die 16 Ehrenamtlichen im Repair-Café in Wattenscheid-Mitte überlassen nichts dem Zufall. Bald startet das kostenlose Angebot auch in Günnigfeld.

Anpacken, prüfen, messen. Die 16 Ehrenamtlichen im Repair-Café in Wattenscheid-Mitte überlassen nichts dem Zufall. Bald startet das kostenlose Angebot auch in Günnigfeld.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Günnigfeld.  Das Seniorenbüro Wattenscheid eröffnet ein zweites „Repair-Café“ im Wichernhaus in Günnigfeld. Drei Ehrenamtliche möchten das Angebot etablieren.

Eine Erfolgsgeschichte möchte das Seniorenbüro Wattenscheid um ein weiteres Kapitel ergänzen. Ein zweites „Repair-Café“ wird am Montag, 16. September, in Günnigfeld erstmals seine Pforten öffnen. Auch im Wichernhaus (Parkallee) wird dann einmal im Monat geprüft, repariert und genäht.

Die Idee, das Angebot vom Caritashaus (An der Papenburg 23) in Wattenscheid-Mitte auch auf Günnigfeld auszuweiten, stamme von Willi Krämer, informiert Johannes Bielawa vom Seniorenbüro Wattenscheid. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitstreitern Horst Kikuth und Arnold Haglauer war Krämer bislang an jedem ersten Freitag des Monats in Wat-Mitte aktiv: „Die drei möchten das Projekt nach Günnigfeld bringen, da sie der Meinung sind, dass gerade dort viele ältere Bürger leben, die mit ihren defekten Geräten nicht so einfach in die Innenstadt kommen können.“

Infostand beim Günnigfelder Gemeindefest

Um für das neue Projekt zu werben, stehen die drei Akteure bereits am Samstag (7.) ab 17 Uhr mit einem Infostand auf dem Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid in Günnigfeld rund um die Christuskirche (Parkallee 18). Bielawa: „Wir hoffen auf Resonanz von Interessierten und dass noch Schrauber hinzukommen. Drei Leute wären auf Dauer ein bisschen wenig.“ Zwar fingen viele Projekte klein an, dennoch möchte man „die Leute direkt begeistern und motivieren, mitzumachen. Es gibt keine Vorgaben, und viele Menschen können sich und ihre Talente hilfreich einbringen.“

Textilarbeiten sind gefragt

So hoffen Bielawa, Krämer, Kikuth und Haglauer zum Beispiel auf Frauen, die im Textilbereich aktiv sein möchten: „Löcher stopfen oder auch Knöpfe annähen sind sehr gefragte Arbeiten.“ Auch wer mit Holz umzugehen weiß, könne sich gut einbringen, denn: „Der Schwerpunkt unserer drei Techniker liegt in den Bereichen Elektrik, Elektronik sowie Radio und TV.“ Fernsehgeräte sind jedoch von Reparaturen in den Cafés ausgeschlossen.

Wünschenswert wäre ein Team „von sechs bis acht Leuten“, so Bielawa: „Daran müssen wir arbeiten, denn natürlich fällt der eine oder andere auch einmal aus. Die Erfahrung unseres ersten Repair-Cafés hat gezeigt, dass es gerade zu Beginn einen regelrechten Boom von Interessenten gibt, die sich einbringen möchten.“

Drei von fünf Reparaturen glücken

Der Erfolg in der ersten kostenlosen „Werkstatt“ ist ungebrochen. 25 Kunden kommen im Schnitt ins Café im Caritashaus, sagt Bielawa. Seit der Eröffnung im November 2015 hat sich dort eine 16-köpfige Riege an Ehrenamtlichen gefunden, die sich bislang an rund 1500 Reparaturen versucht hat. Erfolgsquote: 60 Prozent. „Vor jedem Termin bekommen wir schon Anrufe, was denn mitgebracht werden dürfe. Bevor wir öffnen, sitzen die Leute schon wartend auf dem Flur.“

Gemeinnützige Projekte werden unterstützt

Und die Besucher honorieren die Arbeit der Aktiven und die kostenlose Bewirtung mit Getränken und kleinen Speisen mit ihren Spenden. Mit diesen werden wiederum Werkzeuge angeschafft, Schutzmatten für die Tische gekauft und Lupenlampen für die Raparierenden besorgt. Und außerdem gemeinnützige Projekte unterstützt, wie Bielawa ergänzen kann: Das Kinderhospiz „Arche Noah“ in Gelsenkirchen und das Bochumer Frauenhaus der Caritas erhielten finanzielle Unterstützung dank des ersten Repair-Cafés.

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