Das Planetarium Bochum verrät, warum sich der Dezember gut zum Beobachten von Sternschnuppen eignet. In einer Nacht reicht ein wenig Glück.

Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres hat sein Maximum in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Dann dürften mehr Sternschnuppen, die man auch Meteore nennt, zu sehen sein als bei den viel bekannteren Perseiden, die jedes Jahr im August aktiv sind. Warum sollte man also nicht einmal im Dezember auf Sternschnuppenjagd gehen, mit warmer Kleidung und vielleicht nach einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt?

In diesem Jahr ist die Gelegenheit besonders günstig, denn am 13. Dezember ist Neumond. Das heißt, dass der Himmel sehr dunkel ist und viele Sternschnuppen zu sehen sind – allerdings nur, wenn man einen Ort mit wenig Aufhellung durch Stadtlicht findet. Die eher theoretische maximale Anzahl von Meteoren pro Stunde liegt bei 150.

Planetarium Bochum spricht von einigen Dutzend Sternschnuppen in einer Nacht

Unter realistischen Bedingungen sind wahrscheinlich einige Dutzend Schnuppen pro Stunde zu erwarten, unter denen auch helle Exemplare sein können. Wenn man die Leuchtspuren der Meteore verlängert, treffen sie sich alle in einem Punkt im Sternbild Zwillinge oder Gemini, ganz in der Nähe des hellen Stern Castor. Daher haben die Geminiden ihren Namen. Die Zwillinge, Teil des Wintersechsecks, stehen gegen 22 Uhr schon recht hoch am östlichen Himmel.

Spätestens dann kann die Beobachtung beginnen. Hinter einer Sternschnuppe verbirgt sich ein kleines Staubkorn, das etwa 80 Kilometer über unseren Köpfen in der Hochatmosphäre verglüht. Meist sind diese Staubkörner Hinterlassenschaften von Kometen, deren Bahn die Erde kreuzt. Die Geminiden machen da eine seltene Ausnahme: Sie stammen von einem Asteroiden namens Phaethon, einem felsigen Körper, der der Sonne ungewöhnlich nah kommt und 1983 entdeckt wurde.

P: So ähnlich könnte Phaethons Oberfläche aussehen.
P: So ähnlich könnte Phaethons Oberfläche aussehen. © NASA / JPL-Caltech / IPAC, frei verwendbar

Bis auf 14 Prozent des Abstands der Erde von der Sonne nähert sich Phaethon etwa alle knapp 1,5 Jahre der Sonne, während sein sonnenfernster Bahnpunkt weit außerhalb der Umlaufbahn des Planeten Mars liegt. Dabei heizt sich die Oberfläche des etwa fünf Kilometer großen Asteroiden stark auf. Er kann sogar einen kleinen Schweif entwickeln, fast wie ein Komet, der aber nach ganz neuen Beobachtungen aus Natrium und nicht aus Staub besteht.

Staubkörner könnten tausende Jahre alt sein

Die Staubkörner, die wir als Geminiden sehen, könnten – so die Vermutung – schon einige tausend Jahre alt sein. Möglicherweise ist damals ein größeres Stück von Phaethon abgebrochen, als er in Sonnennähe war, und hat auf seiner Bahn einige Milliarden Tonnen Staub hinterlassen, genug für reichlich Sternschnuppen.

Vielleicht werden wir in einigen Jahren mehr über diesen sehr besonderen Asteroiden wissen, dann die japanische Weltraumorganisation JAXA plant eine Raumsonde, die vielleicht 2029 nah an Phaethon vorbeifliegen soll. Bis es so weit ist, können wir uns mit der winterlichen Beobachtung der Geminiden die Wartezeit verkürzen.

Dezember hat den kürzesten Tag des Jahres – das ändert sich nur langsam

Der Dezember ist der Monat der Wintersonnenwende und damit des kürzesten Tages des Jahres. 2023 erreicht die Sonne ihren den südlichsten Punkt auf ihrer Bahn durch die Sternbilder genau um 4.27 Uhr am 22. Dezember. Nur sieben Stunden und 49 Minuten steht sie dann in Bochum über dem Horizont.

Auch in den Tagen und Wochen rund um dieses Datum ändert sich die Tageslänge nur sehr langsam. Am Abend finden sich die Sternbilder des Herbstes noch hoch im Süden und Westen. Am leichtesten ist das Sternenquadrat des Pegasus zu finden.

So sieht der Himmel über Bochum im Dezember aus.
So sieht der Himmel über Bochum im Dezember aus. © Planetarium Bochum | Planetarium Bochum

Auch der Ringplanet Saturn ist noch am Abendhimmel zu sehen. Er steht gegen 20 Uhr im Sternbild Wassermann noch fast 20 Grad hoch, verschwindet aber kurz nach 22 Uhr schon unter dem Horizont. Am späteren Abend wird der Himmelsanblick zunehmend winterlich.

Die Sternbilder, die uns durch eine lange Winternacht begleiten, stehen hoch im Südosten. Am einprägsamsten ist darunter wohl der Orion. Der große Himmelsjäger fällt besonders durch seine eng beieinander in einer Linie stehenden Gürtelsterne auf. Aber auch die beiden Fußsterne mit dem bläulichen Rigel und die Schultern mit dem rötlichen Beteigeuze sind selbst bei Stadtlicht gut erkennbar.

Rigel ist Teil des „Wintersechsecks“ aus sechs hellen Sternen, die alle zu unterschiedlichen Sternbildern gehören, Dazu zählt auch der ebenfalls rötlich leuchtende Aldebaran im Stier. Rechts davon ist der bekannte Sternhaufen der Plejaden, auch „Siebengestirn“ genannt, zu erkennen. Capella im Fuhrmann ist der nördlichste Stern im Wintersechseck, zu dem auch Pollux, der etwas Hellere der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux, und Prokyon im Kleinen Hund gehören.

Jupiter ist gut sichtbar am winterlichen Nachthimmel

Das Sechseck schließt sich mit dem Sirius im Großen Hund, der zugleich der hellste Stern am gesamten Himmel ist. Das auffälligste Objekt am Abendhimmel ist aber der Planet Jupiter. An einem Novemberabend ist er optimal sichtbar, denn er erreicht seinen höchsten Stand im Süden im eher unauffälligen Sternbild Widder um kurz nach 21 Uhr.

Der Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem, ist fünfmal weiter vor der Sonne entfernt als unsere Erde. Wie der etwas kleinere und doppelt so weit entfernte Saturn ist er ein Gasriese ohne feste Oberfläche. Vor Beginn der Morgendämmerung, die im Dezember erst nach 7 Uhr anbricht, sind die Sternbilder des Winters schon weit in den Westen gerückt. Im Osten ist schon im kurz vor 5 Uhr die Venus aufgegangen, die das Jahr als „Morgenstern“ beendet. Der sonnennähere Nachbarplanet der Erde ist sogar heller als der Jupiter und verblasst erst kurz vor Sonnenaufgang am heller werdenden Himmel.