Bochum. Ein durchmischtes Publikum feierte die Veranstaltung „Stösschen“ in der Rotunde. Der lesbisch-schwule Abend mit Günter Alt fand viel Anklang.

Ein sehr durchmischtes Publikum feierte das Veranstaltungsformat „Stösschen“ in der Rotunde. Die einen waren froh, drei Schauspieler des viel gelobten letzten Schauspielhaus-Ensembles auf der Bühne zu sehen, andere fanden in der lesbisch-schwulen Veranstaltung – so wie Schauspieler Günter Alt – „einfach mal wieder einen Platz für uns“.

Ganz in Glitzer gehüllt

Ein Jahr nach dem Debüt in der Eve-Bar feierte das „Stösschen“-Trio in Kooperation mit dem Verein „Rosa Strippe“ wieder das pralle Leben: ein ganz in Glitzer gehüllter Günter Alt sang mit herrlich dramatischer Geste „Flamingo Dolores“ (Feist), Roland Riebeling lispelte im Leder-Outfit ganz unschuldig „Ich wünsch’ mir zum Geburtstag einen Vorderzahn“ nach Hugo Wiener und eine alles überstrahlende Anke Zillich gab im feuerrotem Spitzenkleid die Knef („Für mich soll’s rote Rosen regnen“) mit glänzender Stimme.

Roland Riebeling, Bochumer Theaterpreisträger 2017.
Roland Riebeling, Bochumer Theaterpreisträger 2017. © Thomas Gödde

So viel Stolz und gay pride (selbstachtender, stolzen Umgang mit der eigenen sexuellen Identität) samt homoerotischem Gedicht, rezitiert von Riebeling, sorgten für Begeisterungsstürme. Neben „Du bist verhaftet wegen sexy“ nach Bernd Begemann/Olli Schulz sowie Buddy Hollys Klassiker „All my love, all my kisses“ ließ das Trio aber auch die schwermütige Seite zu – mit Lyrik von Mascha Kaleko! Wehmütig dachte Günter Alt an seine Zeit am Schauspielhaus zurück, und mit Vickys „Ich liebe das Leben“ feierte das Trio schließlich Freud und Leid gleichermaßen.

Sicher nicht das letzte Mal.