Kötterhaus

Anwohner kämpfen um altes Kötterhaus in Wiemelhausen

Peter Kranold vor dem Kötterhaus an der Ecke Zedernweg/Ahornweg, das er und einige Nachbarn gerne erhalten wollen.

Peter Kranold vor dem Kötterhaus an der Ecke Zedernweg/Ahornweg, das er und einige Nachbarn gerne erhalten wollen.

Foto: Dietmar Wäsche

Wiemelhausen.   Dem Kötterhaus an der Ecke Zedernweg/Ahornweg steht angeblich der Abriss bevor. Nachbarn wollen dies verhindern. Auch die Politik mischt mit.

Auf den ersten Blick sieht man es gar nicht. Das alte Kötterhaus an der Ecke Zedernweg/Ahornweg liegt etwas versteckt hinter grünen Büschen und Hecken in einem schmucken Wohnviertel von Wiemelhausen. Wer es entdeckt und genauer hinschaut, kann das historische Potenzial durchaus erkennen. Zumal auf einer Hauswand auch die Jahreszahl 1865 deutlich zu erkennen ist.

Gebäude wird angeblich abgerissen

Das alte Gemäuer muss aber viel älter sein. Das haben zumindest die Recherchen von Peter Kranold ergeben. Kranold wohnt ein paar Meter weiter und kennt das Kötterhaus natürlich. Mit Sorge nahm er daher das kursierende Gerücht auf, dass das Gebäude angeblich abgerissen und das Gelände neu bebaut werden soll.

Peter Kranold und ein paar Anwohner wollen dies nach Möglichkeit verhindern. Wegen der historischen Bedeutung des Kötterhauses. Kranold hat herausgefunden, dass das Haus zum Rittergut Haus Brenschede gehörte. „Dieses hatte 22 Lehen, also vermietete Kötterhäuser“, sagt er und zückt eine Flurkarte aus dem Jahr 1823, auf dem das besagte Gemäuer verzeichnet ist – mit Hinweis auf den Besitzer namens Bremer.

CDU-Anfrage an die Verwaltung

„Da es in der Umgebung so gut wie keine dieser Kötterhäuser mehr gibt, halten wir dieses hier für unbedingt erhaltenswert“, sagt Peter Kranold. Seit sieben, acht Jahren stehe es leer, schätzt er. „Aber es scheint noch ganz gut erhalten.“ Kranold hat alles, was er an historischen Daten finden konnte, zusammengetragen. „Vieles habe ich in Gesprächen mit älteren Leuten aus der Nachbarschaft erfahren.“ Demnach hat in dem Kötterhaus zuletzt eine alte Dame namens Schelp gewohnt. „Sie soll jetzt in einem Altenheim im Münsterland leben“, hat Kranold gehört.

Ihm geht es nicht nur darum, das Gebäude aufgrund der historischen Relevanz zu erhalten. Er möchte auch den städtebaulichen Charakter von Siedlungen wie dieser oder auch in Stiepel bewahren. „Es wurden schon so viele schöne Gebäude hier einfach abgerissen und durch moderne Neubauten ersetzt“, klagt er.

Auch die Politik hat sich in Sachen Kötterhaus inzwischen eingeschaltet. In einer Anfrage bittet die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd die Verwaltung u.a. darum, herauszufinden, ob eine Prüfung durch die Denkmalschutzbehörde zum Erhalt des Kötterhauses durchgeführt wurde. Eine Antwort dazu wird es zu einer der kommenden Bezirksvertretungs-Sitzungen geben. Peter Kranold sieht die Verwaltung so oder so in der Pflicht: „Die sollen sich mal Gedanken machen, wie man dieses Kulturgut erhalten kann.“

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben