Golfpark

Anwohner in Werne ärgern sich über Lkw-Verkehr zum Golfpark

Gerd Gräwe (links) und seine Nachbarn sind vom ständigen Lkw-Verkehr vor ihren Haustüren an der Nörenbergstraße genervt.

Gerd Gräwe (links) und seine Nachbarn sind vom ständigen Lkw-Verkehr vor ihren Haustüren an der Nörenbergstraße genervt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Dreck und Lärm durch die Baustelle auf Amalia macht den Wernern zu schaffen. Die Stadt steht im Austausch mit dem Investor – und kontrolliert.

Wer an der Nörenbergstraße und auch am Harpener Hellweg wohnt, hat es derzeit nicht leicht: Bis zu 120 Lkw fahren am Tag an den Wohnhäusern vorbei, um Erde auf das Gelände der ehemaligen Zeche Amalia zu kippen. Dort soll ja bekanntlich ein Golfpark entstehen. Die Arbeiten und der Anlieferverkehr sorgen für viel Dreck und Lärm – und setzen den Anwohnern zu.

„Wenn das wirklich bis 2020 so weiter geht, dann kann man viele von uns in die Klapsmühle stecken“, schimpfen Rita und Gerd Gräwe. Die beiden wohnen seit 47 Jahren an der Nörenbergstraße und haben bisher die Ruhe genossen. Damit ist es nun vorbei.

Anwohner: Tempo 30 wird nicht eingehalten

Die Gräwes – und auch ihre Nachbarn – ärgert, dass sich viele Lkw-Fahrer nicht an das Tempo-30-Gebot und an „Rechts vor Links“ am Rutgerweg halten. „Wenn man was sagt, wird man auch noch beschimpft“, berichtet Gerd Gräwe. Sauer stößt den Anwohnern zudem auf, dass durchaus auch Lkw von der Nörenbergstraße das Baugebiet anfahren. Dabei habe der Investor doch versichert, dass der Baustellenverkehr vom Harpener Hellweg Richtung Nörenbergstraße, also als Einbahnstraße, geführt wird. Und man hat Sorge um die Autos, die von umherfliegenden Steinen beschädigt würden.

Robert Seger, der für den Investor Golf Innovations GmbH den Zulieferverkehr verantwortet, räumt durchaus ein, dass es für Anwohner zu Unannehmlichkeiten kommt. „Aber mit der Lösung, die wir jetzt haben, kann man am ehesten leben“, versichert er. Dass Lkw das Baufeld von der falschen Seite befahren, kommt laut Seeger so gut wie nie vor. „Es sei denn, da fährt einer zum ersten Mal zu uns.“

Investor will auf Lkw-Fahrer einwirken

Bekannt ist Robert Seger die Klage einiger Anwohner, dass Lkw-Fahrer zu sehr aufs Gas drücken. „Wir versuchen natürlich, auf die Fahrer einzuwirken“, sagt er. „Aber eine juristische Handhabe haben wir nur auf dem Baugelände.“ Insgesamt zeigt Seger Verständnis für die verärgerten Werner. „Mehr können wir aber nicht tun.“

Stadt kontrolliert bei Hinweisen

Dass die Hinweise der Bürger vom Investor ernst genommen werden, darauf hat die Stadt ein Auge. „Wir stehen immer wieder im Austausch“, versichert Stadtsprecher Thomas Sprenger. Er bestätigt, dass vereinbart worden sei, den Lkw-Verkehr nur von Nord nach Süd fließen zu lassen. „Bei Hinweisen, dass das nicht klappt, kontrollieren wir auch.“

Regelmäßige Bodenproben

Überprüft werde zudem der Boden, der von anderen Baustellen auf das Gelände gefahren, abgekippt und dann modelliert wird, ergänzt Thomas Sprenger und zielt damit auf die Forderung von SPD und Grünen ab, die engmaschige Kontrollen eingefordert hatten. „Der Boden ist absolut sauber und gutachterlich geprüft und wird von uns durch Proben immer mal wieder getestet.“

Verwaltung: Projekt ist mit Bebauungsplan vereinbar

Die Stadt bezieht zudem Stellung zu der von der Politik aufgeworfenen Frage, ob der geplante Golfpark mit den Inhalten des bestehenden Bebauungsplans vereinbar ist. Aus Sicht der Verwaltung schon, teilt Thomas Sprenger mit: „Die Genehmigung zum Bau einer Neun-Loch-Golfanlage mit Driving Range und Clubhaus ist erteilt. Auch die Änderung des Geländes durch Modellierung von Erdmassen.“

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