Rechtsberatung

Anwälte beraten Studenten der Ruhr-Uni in allen Rechtsfragen

Die Rechtsanwälte Tobias Klümper, Arne Michels und Carsten Hesse (v.l.) beraten Studenten kostenlos in Rechtsfragen, zum Beispiel im Bereich Mietrecht oder Prüfungsrecht.

Die Rechtsanwälte Tobias Klümper, Arne Michels und Carsten Hesse (v.l.) beraten Studenten kostenlos in Rechtsfragen, zum Beispiel im Bereich Mietrecht oder Prüfungsrecht.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Seit Dezember bieten drei Anwälte an der Ruhr-Uni eine kostenlose Beratung für Studenten an. Oft geht es dabei um Miet- oder Prüfungsrecht.

Sie sind nicht gerade leicht zu finden, die Herren Anwälte: Durch viele Türen muss man gehen, einem verwinkelten Flur folgen, bis man an dessen Ende in einen schmucklosen Raum mit Lamellenvorhängen an den Fenstern und ein paar Tischen und Stühlen gelangt. Die Begrüßung ist freundlich. Ein Händedruck, ermutigendes Lächeln: „Was können wir für Sie tun?“

Gleich drei Rechtsexperten sitzen an diesem Tag bereit, um Studenten aus den Nöten herauszuhelfen, die der Alltag mit seinen Mietverträgen, Kündigungsfristen und Gebührensystemen bereithält.

Seit einem knappen Monat erst bieten Arne Michels, Carsten Hesse und Tobias Klümper die kostenlose Rechtsberatung für Studenten an. Dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr beantworten sie im Studierendenhaus auf dem Campus Fragen zu Steuern, Prüfungsrecht, Job- und Wohnungskündigungen, Bafögansprüchen und, und, und.

„Wir haben natürlich nicht von jedem Problem, was hier reinmarschiert, sofort eine vollständige Ahnung“

Dabei tun sie die Sorgen der Studenten nicht als Kleinkram ab, sondern räumen unumwunden ein, dass „das Recht oft sehr komplex“ ist, dass so mancher Antrag, so manches Formular selbst für Fachleute schwer zu durchblicken ist. Weil jeder von ihnen seine eigenen Spezialgebiete hat, sitzen sie in diesen ersten Wochen noch zu zweit oder dritt beisammen – „bis sich die Fragestellungen langsam wiederholen“, wie Arne Michels erklärt, und sich abzeichne, was die meisten Ratsuchenden umtreibt und wie oft wessen Spezialwissen vonnöten ist. Aber auch, damit man sich mal austauschen kann. „Wir haben natürlich nicht von jedem Problem, was hier reinmarschiert, sofort eine vollständige Ahnung.“

Der erste Student, der um kurz nach fünf den Weg in die Beratung findet, hat mehrere Anliegen: Seine Wohnung ist ihm gekündigt worden, recht kurzfristig; außerdem hat er Sorge, dass sein Chef seine mehr als 200 Überstunden nicht wie vereinbart abzeichnet. Mit der einen Sache ist er ein wenig spät dran, seine Widerspruchsfrist ist bereits verstrichen, mit der anderen scheint er offenbar rechtzeitig zu kommen. „Die Studenten sollten uns so früh wie möglich aufsuchen“, sagt Tobias Klümper, wenn sie ein „Störgefühl“ hätten, gebe es meist auch einen Grund, mal nachzufragen.

Die Umstände des Einzelfalls

Die Wohnungskündigung des Studenten war in ihrer Kurzfristigkeit zwar rechtmäßig, weil es sich um eine Dienstwohnung gehandelt hat, die mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden kann – möglicherweise könnte sie dennoch unwirksam sein, weil sie nicht schriftlich ausgesprochen worden ist. Allerdings hat der Student keine Unterlagen dabei: Er hat zufällig von der Beratung erfahren. „Beim nächsten Mal bin ich besser vorbereitet.“

Sein Problem ist eher untypisch, häufiger drehen sich die Mietrechtsfragen um WG-Zimmer und deren Verträge. Da hänge es oft vom Vermieter und der gängigen Praxis ab, wer Vertragspartner werde, wer kündigen könne und müsse. „Es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an“, so Arne Michels. Ein Satz, den Juristen gern sagen. Doch tatsächlich lassen sich selten pauschale Aussagen machen. Was es für die Betroffenen nicht leichter macht.

An diesem Abend beraten die Anwälte noch zwei weitere Studenten, was in etwa dem bisherigen Schnitt entspricht. Am Ende wäre noch Luft für ein weiteres Gespräch, doch es kommt niemand mehr. Die Rechtsberatung müsse bekannter werden, sagt Carsten Hesse. Denn ein Geheimtipp soll das Angebot trotz seiner versteckten Lage am Ende des Flures auf keinen Fall bleiben.

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