Ausstellung

Anonymer Kunstsammler öffnet seine spannende Schatztruhe

Da hüpft das Herz jedes Musikfans: Eine Auswahl teils extrem seltener Singles aus der Rock- und Punkmusik ist hinter Glas zu sehen.

Da hüpft das Herz jedes Musikfans: Eine Auswahl teils extrem seltener Singles aus der Rock- und Punkmusik ist hinter Glas zu sehen.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Die Ausstellung „Feeling called love“ lädt im Bochumer Museum zum Streifzug durch die Gegenwartskunst ein. Am Mittwoch wird die Schau eröffnet.

Fotografien, Zeichnungen, Plattencover, Videos: In ein prächtiges Sammelsurium ganz verschiedener Kunstgattungen aus den frühen 60er Jahren bis heute taucht der Besucher ab jetzt im Kunstmuseum ein.

Der Titel „Feeling called love“ bezieht sich auf einen Song der britischen Punk-Rock-Band „Wire“ aus den späten 70er Jahren, deren größter Fan jener emsige Kunstsammler ist, der dem Museum seine umfangreiche Privatsammlung für diese Ausstellung zur Verfügung stellte.

Allein: Der Mann möchte gern im Hintergrund bleiben und gestattet weder Fotos von sich noch die Nennung seines Namens. „Diese Ausstellung ist für die Künstler, für die Kunst und nicht für mich“, so stellt er entschieden fest.

Leidenschaft fürs Sammeln begann früh

Dies scheint allerdings eher einem leichten Hang zur Eitelkeit geschuldet zu sein, denn bei einem Rundgang durch die Ausstellung berichtet der anonyme Sammler mit sichtlichem Spaß von seinem liebsten Hobby. Zu nahezu jedem der rund 200 Ausstellungsstücke fallen ihm reizvolle Anekdoten ein. Heute in Düsseldorf lebend, studierte er in Bochum und entwickelte früh eine starke Sammelleidenschaft, die Kunst, Literatur und auch die Pop- und Punkmusik umfasst. Die 68er-Ära und die Bewegung um Joseph Beuys beeinflussten ihn besonders.

All die vielen Schätze, die der Sammler seit den 60er Jahren auf Kunstmärkten in aller Welt aufstöberte, bewahrt er in seiner Wohnung auf. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Museumsleiter Hans Günter Golinski schwer begeistert. „Die ganze Wohnung ist von oben bis unten mit Kunst vollgestellt. Das ist seine Welt – wie der heilige Hieronymus im Gehäuse. Hier kann man sehen, wie einer die Kunst lebt und liebt.“ Und sonderlich groß sei die Wohnung gar nicht, ergänzt der Sammler. „Ich wohne zur Miete.“

Namhafte und kaum bekannte Künstler

Auch wer viel Zeit mitbringt: Bei einem Streifzug durch die Ausstellung lassen sich all die vielen Zitate und Verweise kaum erfassen. Der Besucher bekommt eine Liste mit auf den Weg, auf der jedes Werk aufgeführt ist. Darunter finden sich Stücke von Gustav Kluge, Gerhard Richter, Cindy Sherman und Anton Corbijn – und Werke von kaum bekannten Künstlern. Mal schrill, mal provozierend, mal leise und hintergründig: Die künstlerischen Formulierungen sind vielfältig. „Durch die Ausstellung zieht sich ein Hauch von Melancholie“, sagt Golinski.

Da einige Bilder explizite erotische Darstellungen beinhalten, empfiehlt das Museum den Besuch ab 16 Jahren. Ein Tipp ist es, sich von dem Sammler selbst durch die Ausstellung führen zu lassen. Die genauen Termine stehen aber noch nicht fest. Info: 0234 / 910 42 30.

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