Prozess

Bochumer (39) räumt brutale Überfälle in Wohnungen ein

„Was hier passiert ist, war eine Entgleisung, die unnötig war“, sagte der Angeklagte über die Taten.

„Was hier passiert ist, war eine Entgleisung, die unnötig war“, sagte der Angeklagte über die Taten.

Bochum.   Ein Bochumer steht vor dem Landgericht. Ihm werden brutale Überfälle in Wohnungen vorgeworfen. Ein Mitangeklagter hatte zuvor Suizid begangen.

Für die Opfer muss es ein Alptraum gewesen sein. Plötzlich standen gewalttätige Bekannte in ihrer Wohnung und fielen über sie her. Einer (39) von ihnen steht seit Freitag vor dem Landgericht. „Was uns Sorgen macht, ist das Aggressionspotenzial, das hier zu Tage tritt“, so der Richter.

An der Saaltür stehen die Namen von zwei Angeklagten. Ein Name ist durchgestrichen. Der 37-Jährige hat sich bereits im November in der U-Haft in der JVA Bochum umgebracht.

Angeklagter ist großteils geständig

Die Anklage zeigt, zu welcher Gewalttätigkeit Menschen fähig sind, nur um mehr oder weniger geringfügige Beute zu machen. Der Angeklagte soll mit dem inzwischen Verstorbenen im Mai 2016 und Ende 2015 in Wohnungen an der Oskar-Hoffmann-Straße, An der Landwehr und an der Hattinger Straße eingedrungen und etwas Geld, Ausweise und ein Handy geraubt haben. Ein Opfer wurde zusammengeschlagen und -getreten, ein anderes mit der Faust zweimal ins Gesicht geschlagen. Ein weiteres Opfer wurde – diesmal ohne erkennbares Tatmotiv – am Bein aus dem Bett gezogen, geschlagen und mit einem Schuhanzieher gewürgt. Auch mit einem großen Messer wurde ihm gedroht.

Der Angeklagte (U-Haft) ist großteils geständig. Zu den Taten angestiftet habe aber der inzwischen verstorbene Komplize. „Was hier passiert ist, war eine Entgleisung, die unnötig war“, sagte der Bochumer, der in mittellosen Verhältnissen lebt und gern dem Schnaps zuspricht. Er hat drei kleine Kinder, ein viertes wird bald geboren.

Ein Urteil der 1. Strafkammer folgt noch.

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