Menschenrechte

Amnesty Bochum kämpft seit 50 Jahren für die Menschenrechte

Jedes Jahr findet eine Kunstauktion zu Gunsten von Amnesty Bochum statt. Werke von Künstlern aus dem Ruhrgebiet und darüber hinaus werden versteigert.

Jedes Jahr findet eine Kunstauktion zu Gunsten von Amnesty Bochum statt. Werke von Künstlern aus dem Ruhrgebiet und darüber hinaus werden versteigert.

Foto: Vladimir Wegener

Bochum.   50 Jahre gibt es nun einen Bochumer Ableger von Amnesty International. 1969 begann alles in einem italienischen Eiscafe an der Kortumstraße.

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Eva Avenhaus ist Mitglied der ersten Stunde. Sie war dabei, als im März 1969 in einem Eiscafé an der Kortumstraße die Gründung von Amnesty International Bochum beschlossen wurde. Heute sitzt sie in genau diesem Eiscafé und erzählt wie alles begann: „Ich ging über die Straße, als mein Schüler Klaus Pokatzy mich sah. Er sagte, er wäre froh mich zu treffen. Er wolle eine Gruppe von Amnesty International gründen. Ob ich helfen könne.“

Sie war zur der Zeit Englisch-Lehrerin an der Goethe-Schule und konnte mit ihren Sprachkenntnissen helfen die internationalen Kontakte zu pflegen. Einige Jahre zuvor hatte sie in einer englischen Zeitung über „vergessene Gefangene“ gelesen. Die Idee, zu Unrecht Verurteilten zu helfen, faszinierte sie sofort. Als ihr Schüler mit der Idee auf sie zu kam, war eine Entscheidung schnell getroffen. Heute ist sie kein offizielles Mitglied der Gruppe mehr. Ihre Verbundenheit ist weiter sehr groß.

Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahre verändert

„Generationen trennen uns nicht“, sagt Horst Lautenschläger stolz. Er ist seit 1970 Teil der Bochumer Gruppe. Den Blick richtet er auf Hans Hudde. Hudde ist seit 2010 dabei. So sind bei der Geburtstagsfeier zum 50-jährigen Bestehen wirklich alle Generationen vertreten.

Damals waren es vor allem Einzelfälle von unschuldig Gefangenen, mit denen sich die Bochumer auseinandersetzten. Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Hinzu kamen Themen wie Folter oder die Todesstrafe“, sagt Kassenwart Hans Hudde. Sara Leman, Sprecherin der Hochschul-Gruppe von Amnesty Bochum: „Die Menschenrechte allgemein sind wichtiger geworden. Dazu gehören Petitionen, Infostände und die Lehre.“ In diesem Jahr wird es eine Reihe zu „Mut braucht Schutz“ an der Volkshochschule geben. Einzelne „Adoptionen“ gibt es aber auch heute noch. Ein besonders wichtiger Fall beschäftigt sich mit einem Japaner, der seit 1993 im Todestrakt sitzt. Ob er schuldig ist, das könne man nicht eindeutig sagen, so Leman. „Das sind sehr langwierige Prozesse.“

An der Ruhr-Uni finden regelmäßig Treffen statt

Gut ein Dutzend Menschen ist regelmäßig in und für die Gruppe aktiv. An den großen Aktionen, wie die jährlichen Kunstauktionen zu Gunsten der Bochumer waren bis zu 50 Ehrenamtliche beteiligt. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat finden um 19 Uhr in der „Oase“ an der Ruhr-Uni Treffen statt. Sie sind für alle Interessierten offen.

„Auf die nächsten 50 Jahre“ stößt die Gruppe an. Sie mögen unterschiedlich wirken, der Kampf für Menschenrechte aber vereint sie.

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