Freizeit

Am Ümminger See in Bochum soll das Grillen erlaubt bleiben

Da brutzelt die Wurst: Bei gutem Wetter nutzen viele Grillfreunde das Naherholungsgebiet am Ümminger See. Doch das schmeckt nicht jedem.

Da brutzelt die Wurst: Bei gutem Wetter nutzen viele Grillfreunde das Naherholungsgebiet am Ümminger See. Doch das schmeckt nicht jedem.

Foto: Dietmar Wäsche

Langendreer.  Grillen soll am Ümminger See in Bochum erlaubt bleiben. Es sollen neue Bereiche zum Grillen geschaffen werden. Grill-Scouts sollen kontrollieren.

Diese Frage erhitzt die Gemüter: Soll es ein Grillverbot am Ümminger See geben? Die Bezirksvertretung Ost sprach sich jetzt nach einer kontroversen Diskussion mehrheitlich gegen ein Grillverbot aus. Zudem sollen gekennzeichnete Grillbereiche geschaffen werden, um für Grillfreunde am See verständlichere Regeln zu schaffen.

Die Bezirksvertretung Ost hat in ihrer letzten Sitzung einen Dringlichkeitsentscheid vom 24. April zum Thema „Grillen am Ümminger See“ mehrheitlich genehmigt. Damit soll zukünftig das Grillen am Ümminger See weiterhin erlaubt sein – aber nur noch in „ausgewiesen markierten Flächen“.

Einigkeit herrschte bei dieser Frage allerdings bei weitem nicht. Die CDU-Fraktion setzt – wie bereits zuvor im Rat beantragt – weiter auf ein Grillverbot. „Nein, aus tiefsten Herzen“, sagte Dorothea Knopp (CDU) und begründete dies damit, dass die neuen Maßnahmen „nicht kontrollierbar“ seien. Zudem verwies Knoop darauf, dass sich auch Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) „früher in der Zeitung für ein Grillverbot“ ausgesprochen habe.

Busche erwiderte darauf, dass sie nach einem Ortstermin mit externer Beratung „zum Umdenken gekommen“ sei. Für den Parteilosen Carsten Michael Neuwald ist die Entscheidung von Rot-Grün „unverantwortlich“ und eine „Steuerverschwendung“. Die Gelder könnten in Schulen und Kitas besser ausgegeben werden.

Eine Kritik, die Dirk Meyer (SPD) zurückwies: „Wir wollen für mehr Sicherheit sorgen, ohne die Sicherheitsverordnung zu verschärfen. Dazu sollen die Regeln zum Grillen klarer werden, um auch besser kontrolliert werden zu können“, sagte er. Ein Verbot wäre aus Sicht der SPD weder hilfreich noch durchführbar.

Die Bezirksvertretung Ost stellt aus dem sogenannten „Feuerwehrtopf“ auf Anregung von SPD und Grüne 10.000 Euro für die Verbesserung der Grillflächen zur Verfügung. Detlef Kühlborn (Grüne): „Wir wollen ein Gesamtpaket, das Grillen weiter erlaubt, aber auch die Sicherheit gewährleistet sowie die Grünflächen schützt.“

„Grill-Scouts“ sollen mithelfen

Dazu sollen beispielsweise die erlaubten Grillbereiche mit einer Pflasterung ausgewiesen und die Müll-Gehege versetzt werden. „Dafür ist keine Versiegelung notwendig“, sagte Kühlborn und regte weiterhin an, „Grill-Scouts“ einzusetzen, um die Maßnahme besser begleiten zu können.

Außerdem wurden von den Bezirksvertretern ökologische Verbesserungen sowie Optimierungen in den Bereichen Parkplätze, Sitzplätze und Elemente der „bespielbaren Stadt“ angeregt. „Wir wollen die Umsetzung so schnell wie möglich“, betonte Dirk Meyer (SPD) zum Ende einer teilweise emotional geführten Debatte. „Nach einem Jahr wollen wir überprüfen, ob die Maßnahmen Erfolg haben.“ Dies sei dann der Fall, wenn weniger Grillfreunde als bisher den Ümminger See besuchen.

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