Forschung

Am CAIS werden die Auswirkungen des Internets erforscht

Institutsleiter Prof. Dr. Michael Baurmann (li.) unterhält sich mit dem Fellow-Antragsteller Niels Kunz (re.) beim Tag der   offenen Tür im „Center for Advanced Internet Studies“ (CAIS) in Bochum.

Institutsleiter Prof. Dr. Michael Baurmann (li.) unterhält sich mit dem Fellow-Antragsteller Niels Kunz (re.) beim Tag der offenen Tür im „Center for Advanced Internet Studies“ (CAIS) in Bochum.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Beim Tag der offenen Tür am Center for Advanced Internet Studies stellten Forscher Projekte vor. Das Institut gibt es seit Anfang des Jahres.

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Das Internet ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Wir stecken mittendrin in der Digitalisierung und können allenfalls erahnen, wie sich die Gesellschaft dadurch verändert.

Das im Januar erst eröffnete „Centre for Advanced Internet Studies“ (CAIS) möchte diesen Wandel wissenschaftlich begleiten und kreativ mitgestalten. Mit deutschen und internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Mit interessanten Veranstaltungen und Workshops auch mal raus aus dem Elfenbeinturm und hin zu den Bürgern in die Öffentlichkeit. Wissenstransfer ist das Stichwort.

"Wir laufen schon aus voller Kraft"

Beim „Tag der offenen Tür“, in den Räumlichkeiten an der Universitätsstr. 104, konnte man einen ersten Eindruck von der Arbeit des noch jungen Instituts bekommen. „Unser Ziel ist es Berufspraktiker und Forscher aus den unterschiedlichsten Disziplinen an einen Tisch zu holen“, erklärt Prof Dr. Michael Baurmann, Leiter des Instituts.

Bereits im Mai sind die ersten Fellows gekommen. „Wir laufen in so kurzer Zeit also schon auf voller Kraft“, so Baurmann.

Fellows leben und arbeiten in Bochum

Das Forschungsspektrum, der derzeit vor allem männlichen Gastwissenschaftler („Fellows“), reicht von der Analyse von Twitter-Daten politischer Parteien in Deutschland und der Türkei hin zu einer Ethik der Digitalisierung.

Die „Fellows“ forschen aber nicht nur, sondern leben auch eine Zeit lang in Bochum. Die Kooperation mit der Stadt macht es möglich. Manche bleiben ein halbes Jahr, manche kürzer.

Einmal in der Woche treffen sie sich zum „Fellow-Dinner“ in der Innenstadt und reden auch mal anders über ihre Forschung. „Ich habe hier gelernt, Kollegen aus anderen Disziplinen meine Projekte besser und verständlicher zu erklären“, sagt Gioele Barabucci aus Italien, der algorithmenbasierte Vergleichsverfahren von digitalen Dokumenten untersucht. Das ist Stoff, der nicht so leicht zu vermitteln ist. „Dadurch sind mir auch meine eigenen Konzepte klarer geworden“, sagt er.

Das Institut ist offen für Nachwuchs

Der 18-jährige Niels Kunz aus Darmstadt hat gerade mal sein Abitur in der Tasche und zusammen mit einem Schulfreund schon einen Projektantrag beim CAIS eingereicht. Beide leisten gewissermaßen digitale Entwicklungshilfe im afrikanischen Malawi.

„Wir haben letztes Jahr eine Schule mit einer Offline-Bibliothek ausgestattet“, berichtet Kunz, „dazu haben wir ganze Wikis wie Wikipedia und Wikinews auf einem scheckkartengroßen Einplatinenrechner installiert“. Darauf konnte dann mit den PCs der Schule zugegriffen und gearbeitet werden, denn eine Internetverbindung gab es dort nicht. Über den Antrag muss noch eine Prüfungskommission entscheiden. „Der ist so gut wie durch“, meint Institutsleiter Baurmann.

>>>>>>Forschungsinstitut mit Perspektive

Aktuell forschen hier sechs Gastwissenschaftler. Fünf Mitarbeiter gehören fest zum Institut.
Das CAIS wird zunächst für fünf Jahre mit insgesamt einer Million Euro pro Jahr vom Land gefördert.

Neben der Ruhr-Universität sind die Universitäten Bonn, Düsseldorf, Münster sowie das Grimme-Institut in Marl beteiligt.

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