Lesung

Als Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Hitler verübte

Am 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit einem Attentat auf Adolf Hitler das Nazi-Regime zu stürzen.

Am 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit einem Attentat auf Adolf Hitler das Nazi-Regime zu stürzen.

Foto: dpa

Bochum.  Bei einer Lesung im Kloster Stiepel erinnert die Autorin Sophie von Bechtolsheim an ihren Großvater. Das Interesse an ihrem Vortrag ist riesig.

„Mein Großvater war kein Attentäter.“ Das sagt die Autorin Sophie von Bechtolsheim über ihren Großvater Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der zum Widerstandskreis jener gehörte, die am 20. Juli 1944 einen politischen Umsturz mit dem Anschlag auf Adolf Hitler herbei führen wollten. Doch die „Operation Walküre“, so der Name der Aktion, lief nicht nach Plan. Stauffenberg wurde noch in derselben Nacht im Berliner Bendlerblock hingerichtet.

Jetzt war die Stauffenberg-Enkelin zu Gast in der Reihe „Vorträge und Gespräche“ im Auditorium Kloster Stiepel. Das Interesse an dieser Lesung war riesig, die Padres freuten sich, immer noch mehr Stühle für den Besucherstrom bereit zu stellen.

Sophie von Bechtolsheim hat ein Buch über ihren Großvater geschrieben, in der sie der Frage nachgeht, wer dieser eigentlich Mann war. Dazu verschränkt sie drei Perspektiven: ihre Sicht, die Erzählungen in ihrer Familie und die Meinung der Historiker.

Sie selbst ist Historikerin und erzählt zu Beginn des Vortrags, dass sie nach ihrem Studienabschluss Hausfrau und Mutter von vier Söhnen war, dann eine Ausbildung zur Mediatorin gemacht hat, dazu auch Malerin ist und nun auch noch Autorin. Das seien die Farben, mit denen sie aus eigener Entscheidung ihr Leben gestaltet habe.

Tiefe Dankbarkeit vor dem Großvater

Und es gäbe in jedem Leben die Lebensumstände – in ihrem sei einer eben jener, als Enkelin von Graf von Stauffenberg geboren worden zu sein. Von Bechtolsheim spricht klug und analytisch über die Zeitgeschichte und beleuchtet das Gebot des Widerstands im Dialog mit dem Gewissen. Über die Verbindung zu ihrem Großvater sagt sie: „Ich empfinde tiefe Dankbarkeit.“

Die Fragen im Anschluss zeigen, wie wichtig Bechtolsheims Buch für die Gegenwart ist. Viele Menschen sind besorgt ob des zunehmenden Rechtspopulismus. Vortrag und Gespräch gaben da gute Gedanken mit auf den Weg.

Das Buch „Stauffenberg – Mein Großvater war kein Attentäter“ von Sophie von Bechtolsheim ist im Herder-Verlag erschienen (144 Seiten, 16 Euro).

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