Stadtumbau

Ärger um Finanzierung von Bürger-Projekten im Stadtumbau

Für die „Laer’schen Lichter“ wurden sechs neue Zelte angeschafft, finanziert über den Verfügungsfonds, der über das Stadtumbauprogramm für solche Projekte genutzt werden kann.

Für die „Laer’schen Lichter“ wurden sechs neue Zelte angeschafft, finanziert über den Verfügungsfonds, der über das Stadtumbauprogramm für solche Projekte genutzt werden kann.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Laer.  Bochumer können in Stadtumbau-Gebieten eigene Ideen aus dem sogenannten Verfügungsfonds finanziert bekommen. Sie müssen allerdings vorstrecken.

Bürgerengagement ist ein ganz wichtiger Aspekt in den Stadtumbau-Gebieten im Stadtgebiet. Die Anwohner sollen sich, wo immer es auch geht, am Stadterneuerungsprozess beteiligen. Und über den sogenannten Verfügungsfonds haben sie die zudem die Gelegenheit, eigene Ideen finanziert zu bekommen. Einzige Voraussetzungen dafür: Die Projekte müssen dem Gemeinwohl im Stadtteil dienen. Und die Kosten müssen vorgestreckt werden. Später wird das Geld dann von der Stadt zurückerstattet.

„Gute Idee, schlecht umgesetzt“

„Später“ kann in diesem Zusammenhang aber ein dehnbarer Begriff sein. Diese Erfahrung hat zumindest Walter Wolf aus Laer gemacht. In der Laer’schen Runde kritisierte der Inhaber der Glückauf-Apotheke und Vorsitzende der Werbegemeinschaft Laer das Verfahren. „Die Idee ist ja gut, sie wird nur schlecht umgesetzt.“

Im vergangenen Jahr musste Wolf lange, etwa ein halbes Jahr, auf die Rückerstattung von 3000 Euro warten, die er als Privatmann für die die technische Ausstattung der „Laer’schen Lichter“ vorgestreckt hatte. Aufgrund dessen zögerte er jetzt, mit 7000 Euro in Vorkasse zu treten, um sechs neue Zelte für die zweite Auflage der „Laer’schen Lichter“ zu bezahlen. Deshalb wurde dieser bereits im Mai durch die Bürgerjury bewilligte Antrag lange Zeit auch nicht umgesetzt.

Interessierte nicht abschrecken

In der Laer’schen Runde, einer Zusammenkunft von Vertretern örtlicher Vereine, Verbände und Gruppen, wurde dieses Thema jüngst heiß diskutiert. Leiter Stephan Kosel ist dafür, „dieses System neu zu überdenken“. Denn Privatpersonen, die sich für den Stadtteil engagieren wollen, würden so mitunter abgeschreckt. Das möchte auch Anne Wiegers vom Stadtteilmanagement Laer/Mark 51/7 unbedingt verhindern: „Das alles soll nicht dazu führen, dass keine Ideen mehr eingereicht werden.“

Stadt will individuelle Lösungen finden

Die Stadt bestätigt, dass die Auszahlung der Mittel für ein Verfügungsfonds-Projekt grundsätzlich nach einem „Kostenerstattungsprinzip“ erfolge. Das bedeute, die Antragssteller bekommen das Geld im Anschluss nach Vorlage der Belege. Es gebe allerdings Ausnahmen: „Wenn das für die Antragssteller nicht möglich ist, findet das Stadtteilmanagement in Zusammenarbeit mit uns, der Stadt, eine Lösung, zum Beispiel durch Zwischenabrechnungen“, heißt es aus dem Rathaus weiter. Bisher seien solche Ausnahmeregelungen allerdings selten notwendig gewesen. Alle Stadtteilmanagements würden auch zukünftig bei Bedarf individuelle Lösungen finden.

So ist dies nun auch im Fall von Walter Wolf geschehen. „Als mir von der Stadt jetzt telefonisch die Überweisung der 7000 Euro für die Zelte signalisiert wurde, habe ich alles bezahlt und musste letztlich noch nicht einmal groß vorstrecken, weil alles innerhalb von 14 Tagen erledigt war“, freut sich Wolf, der in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Engagement von Mischa Fedrowitz vom Stadtteilmanagement hervorhebt.

Weitere Anträge warten

Das gibt Wolf und seinen Mitstreitern bei der Organisation der „Laer’schen Lichter“ Auftrieb, nun noch weitere bereits bewilligte Anträge in die Tat umzusetzen. Rund 4000 Euro wurden von der Bürgerjury für eine Musikanlage und neue Lichter für die „Laer’schen Lichter“ bereitgestellt. Sie müssen jetzt nur noch abgerufen, vorgestreckt und dann auch hoffentlich schnell rückerstattet werden.

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