Abrahampokal

Abrahampokal wandert an die nächste Bochumer Schule

Ludger Jonischeit (l.), Leiter der Erich-Kästner-Gesamtschule, nahm den Pokal entgegen. Er besteht aus mehreren Teilen. Links ist eine „Torte“, rechts ein Gedeck mit Tasse, Teller, Tablet, die mit Gedichten verziert sind.

Ludger Jonischeit (l.), Leiter der Erich-Kästner-Gesamtschule, nahm den Pokal entgegen. Er besteht aus mehreren Teilen. Links ist eine „Torte“, rechts ein Gedeck mit Tasse, Teller, Tablet, die mit Gedichten verziert sind.

Foto: Olaf Ziegler

Bochum.   Ein Jahr war der Abrahampokal am Alice-Salomon-Kolleg. Jetzt hat ihn die Erich-Kästner-Schule übernommen. Schüler treten gegen Rassismus ein.

Seit einem Jahr geht Martin Wojtkiewicz (18) nun zum Alice-Salomon-Berufskolleg. Es war ein besonderes Jahr – für ihn und die Schule. In den vergangenen zwölf Monaten hatte das Berufskolleg den Abrahampokal.

Das ist ein Pokal mit Aufforderungscharakter, den seit 2006 jährlich eine Bochumer Schule bekommt, um in dieser Zeit dann die Schüler noch einmal besonders zu ermutigen, gegen Rassismus und Intoleranz in der Gesellschaft aktiv zu werden und Projekte für eine multikulturelle Gesellschaft und gegen Rassismus, Fanatismus und Terrorismus durchzuführen.

Für Wojtkiewicz und seine Mitschüler war es deshalb ein intensives Jahr. Oder wie er es selber ausdrückte: „Mir war nicht bewusst, dass wir so viel mit Menschenrechten machen.“

Berufskolleg hat sich schon immer gegen Rassismus eingesetzt

Schulleiter Johannes Kohtz-Cavlak legt großen Wert darauf, dass das Berufskolleg immer schon viel gegen Rassismus und Intoleranz gemacht hat, „und machen wird. Die zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr, an denen alle Abteilungen beteiligt waren, haben sogar zu Umstrukturierungen an unserer Schule geführt.

Wir stellen die Sprachförderung und die interkulturelle Arbeit neu auf. Auch unser Leitbild, Alice-Salomon – bunt wie das Leben, ist allen noch einmal klarer geworden. Das alles ist mehr als die Summe der Einzelteile“.

Schüler haben zwei Rap-Songs erarbeitet

Ergebnis des Abrahampokals sind auch zwei Rap-Songs. Einer ist eine Schulhymne, die sich demnächst auch auf der Startseite des Berufkollegs finden wird. Der andere ist einer mit dem Titel „Wir leben in zwei unterschiedlichen Welten“, der bei der Übergabe des Abrahampokals an die Erich-Kästner-Schule zur Uraufführung kam. Gesungen wird es von der ASBK-Crew.

Das sind Schülerinnen und Schüler aus den Internationalen Förderklassen, also Geflüchtete, und den „normalen“ Bildungsgängen. Damit wurde den Lehrern und Schülern der Kästner-Gesamtschule bespielhaft und eindrucksvoll vor Augen und Ohren geführt, was Schulen in einem Jahr Abrahampokal auf die Beine stellen können.

Tag der Menschenrechte

Zudem geschah das nicht an irgendeinem normalen Schultag. Das Berufskolleg hatte parallel dazu zum Tag der Menschenrechte geladen.

Ganz abgeschlossen ist das Abrahamjahr für das Berufskolleg noch nicht. Bei der Gedenkveranstaltung an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 wird die Schule noch einmal aktiv werden, das Programm zusammen mit dem Kinder- und Jugendring gestalten. Bis dahin möchte das Kolleg auch 5000 Euro an Spenden gesammelt haben. Damit soll ein Container für das Projekt Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet finanziert werden

>>>>>Der Stellvertreter geht

.Zum Ende des Schuljahres gibt es am Alice-Salomon-Berufskolleg immer ein Schulfest – organisiert von den Lehrern, für die Lehrer. Dabei werden immer auch die Verabschiedungen vorgenommen. Am Mittwoch wird unter anderem auch Werner Schiller verabschiedet.

Er war seit 2001 am Berufskolleg, prägte das Berufskolleg aber zwischen Februar 2014 und Sommer 2015 noch einmal anders mit. Da war er kommissarischer Leiter der Schule, weil lange Zeit die Nachfolge von Helga Harder-Kühne nicht entschieden war. Schiller – geboren 1954 in Hagen, verheiratet –, fasst diese Zeit, bevor dann Johannes Kohtz-Cavlak die Schulleitung übernahm und Schiller wieder Stellvertreter wurde, trocken zusammen.

Wegen Einstellungsstopp eine Umschulung zum Bäcker gemacht

„Die Schule kommissarisch zu leiten, war meine Aufgabe. In die Zeit fiel dann eben, dass die Klassenräume an unserem Zweitstandort verseucht waren, wir da handeln mussten, und dass ich zwei Studienräte befördern durfte.“ Den Weg zum Berufskolleg fand er über Umwege.

Nach dem Abi studierte er in Dortmund Mathe und Physik. „Mein Pech war, dass es damals einen generellen Lehrereinstellungsstopp gab. Aber Lehrer für die Berufskollegs wurden gesucht, die in Handwerksberufen aktiv sind. Da habe ich dann eine Kurzumschulung zum Bäcker gemacht und dann am Berufskolleg in Meschede Bäcker unterrichtet.“

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