Freibad

Abkühlung im Freibad Werne ist vorerst nicht in Sicht

Sie hat Eine Online-Unterschriftenaktion zum Erhalt des Freibades Werne hat Anja Tillmann (links)  gestartet,

Sie hat Eine Online-Unterschriftenaktion zum Erhalt des Freibades Werne hat Anja Tillmann (links) gestartet,

Foto: Vladimir Wegener

Werne.   Das Freibadsaison hat begonnen – oder beginnt bald. Nicht so im Freibad Werne, das saniert werden soll. Dagegen regt sich Protest.

Anja Tillmann hatte sich bereits auf die Saison im Freibad Werne gefreut: Auf die schöne Außenanlage, die leckeren Pommes und die einmalige 75-Meter-Bahn. Nun machen Sanierungsmaßnahmen ihren Plänen einen Strich durch die Rechnung: Die Wasserwelten Bochum GmbH will das Freibad Werne in den nächsten drei Jahren komplett modernisieren und dafür schon für diese Saison schließen.

Anja Tillmann gibt sich damit nicht zufrieden. Sie hat eine Online-Petition gestartet. Denn: Eigentlich sollte 2019 noch gesonnt und geplanscht werden, weil aber bei vorbereitenden Arbeiten massive Schäden des Untergrunds, Absackungen und Schäden in der Anlagentechnik festgestellt wurden, haben sich die Pläne geändert. „Eine Benutzung des Freibadgeländes ist unter Sicherheitsaspekten zum Beginn der diesjährigen Freibadsaison Mitte Mai nicht möglich“, sagt Wasserwelten-Sprecher Kai Krischnak. Tillmann aber fordert: „Das Freibad soll 2019 offen sein und bleiben!“

Angst vor genereller Schließung

Die Argumente der Wasserwelten GmbH hält sie für „fadenscheinig“. Mehr als 260 Unterstützer hat sie schon online gefunden. Ihre Sorge ist weitreichender: „Ich fürchte um den Erhalt des Freibads. Die Millionen für die Sanierung sind nur beantragt, aber nicht bewilligt. Was, wenn am Ende das Geld gar nicht kommt?“

Sie fürchtet eine „Salami-Taktik“, bei der das Bad am Ende ganz geschlossen wird. Kai Krischnak aber betont: „Es ist feste Absicht der Wasserwelten Bochum, das Freibad Werne in den nächsten drei Jahren komplett zu modernisieren.“ Es existierten bereits konkrete Pläne für den Neubau, diese seien allerdings abhängig von der Förderzusage über Mittel in Höhe von elf Millionen Euro aus dem Programm „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte“.

Kurzfristige Sanierung nicht möglich

Die Behebung der Schäden abseits der Modernisierung sei bis zum Saisonstart ausgeschlossen. Wasserwelten-Geschäftsführer Berthold Schmitt kündigt an: „Nach der Modernisierung steht den Besuchern ein modernes, attraktives Freibad zur Verfügung, das sich hoffentlich zu einem Besuchermagneten entwickeln wird.“

Von neuer Parkgarage, Eingangsgebäude und einem Edelstahlbecken wollen Anja Tillmann und ihre Mitstreiter aber überhaupt nichts wissen. „Das Freibad Werne ist schick genug, wir brauchen keine so teure Modernisierung“, meinen sie. Die Situation bleibt aufgeheizt - und Abkühlung ist vorerst nicht in Sicht.

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