Brand

51-jährige Bewohnerin schwebt nach Vollbrand in Lebensgefahr

Die Wohnung oben links brannte völlig aus. Unter der Dachtraufe ist ein Teil des Risses in der Außenwand zu sehen.Das Haus ist jetzt unbewohnbar. Foto:Dietmar Wäsche

Die Wohnung oben links brannte völlig aus. Unter der Dachtraufe ist ein Teil des Risses in der Außenwand zu sehen.Das Haus ist jetzt unbewohnbar. Foto:Dietmar Wäsche

Bochum.  Am Wiebuschweg in Langendreer brach in einer vermüllten Wohnung eine verheerendes Feuer aus. Eine Bewohnerin (51) erlitt einen Herzstillstand.

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Es waren dramatische Szenen, die sich am Mittwoch bei dem Vollbrand in der Wohnung einer 51-jährigen Frau am Wiebuschweg ereigneten. „Hilfe, Hilfe!“ rief sie durch die geschlossene Tür, berichtet ihr Nachbar Mansour Qorbanzada (23). Wenig später lag die Frau mit schwerer Rauchvergiftung leblos am Boden – und ihr Herz schlug nicht mehr.

„Ich habe einen lauten Bumm gehört“, erzählt Qorbanzada, ein Asylbewerber aus Afghanistan. Von seiner Wohnung im ersten Stück rannte er sofort einen Stock höher zur Brandwohnung. Er wollte die Tür einschlagen, um der verzweifelten Frau hinter dem Türblatt zu helfen, konnte sie aber nur ein kleines Stück aufbrechen. Die dann herbeieilenden Feuerwehrkräfte öffneten die Tür komplett und retteten die Frau unter Atemschutz.

Frau wurde 20 Minuten lang reanimiert

„Sie haben sie sofort rausgetragen und in den Rettungswagen gebracht. Dort wurde sie mehr als 20 Minuten lang erfolgreich reanimiert“, sagt Feuerwehrsprecher Markus Wendelberger. Sie habe „keinen eigenen Puls“ mehr gehabt. Trotz Reanimation schwebt sie in Lebensgefahr. Die übrigen Bewohner, allesamt Asylbewerber, konnten sich selbst ins Freie retten. Unverletzt.

Asylbewerber wurden auf andere Wohnungen verteilt

Um 10.31 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Zwei Löschzüge und die Freiwillige Feuerwehr rasten in den Wiebuschweg in Langendreer, in der die Stadt für Asylbewerber vom Wohnungsunternehmen Vivawest zehn alte zweistöckige Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen gemietet hat. In dem Brandhaus lebten 16 Asylbewerber – und in einer eigenen Wohnung die 51-jährige Frau, eine Deutsche. Sie soll psychisch krank sein und unter Betreuung stehen.

Das Feuer wütete in der Wohnung in voller Ausdehnung. Die Hitze war so stark, dass fast sogar der Dachstuhl gebrannt hatte. Das konnte die Feuerwehr aber mit fünf Strahlrohren innen und außen sowie einer Drehleiter verhindern. Nach 45 Minuten war der Brand unter Kontrolle. Die Außenwand des Hauses hat durch das Feuer einen schweren Riss erlitten. Ein Statiker hält das Gebäude nicht mehr für bewohnbar. Deshalb hat das Sozialamt drei Familien in Nachbarhäusern untergebracht, die anderen in ein Übergangsheim an der Kollegstraße.

Polizei ermittelt die Brandursache

Die Brandursache ist noch unklar. Geprüft wird auch, ob es eine Verpuffung war. Die Fensterscheiben an allen drei Außenwänden sind meterweit auf die Grünflächen vor dem Gebäude geschleudert worden. Die Brandwohnung selbst war schwer vermüllt. Die Einsatzkräfte warfen die heißen Einzelteile unter Atemschutz aus dem Fenster, um sie vor dem Haus ablöschen zu können.

Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Heute begutachtet ein Brandsachverständiger die Wohnung.

>>> 40 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr am Brandort. Die zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr wurden durch die Löscheinheiten Langendreer und Brandwacht der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Von der Drehleiter aus wurde auch das Dach geöffnet, damit die Hitze entweichen konnte.

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