Reiterferien

Bochumer Verein erfüllt 31 Mädchen Traum von Reiterferien

Auch die Pflege von Pferden gehört zum Programm der Ferien-Reitkurse beim RFZV St. Hubertus Herne/Bochum-Gerthe.

Auch die Pflege von Pferden gehört zum Programm der Ferien-Reitkurse beim RFZV St. Hubertus Herne/Bochum-Gerthe.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum/ Herne.  Der Reiterhof St. Hubertus Herne/ Bochum bietet Ferienkurse an. Zwischen Pferdewiehern und Stallduft räumen die Schülerinnen mit Klischees auf.

Wer in Herne die Holthauser Straße bis zur Nummer 91 fährt, der landet in einer anderen Welt. Landluft und Stallduft statt Auto- und Baustellenlärm, weitläufige Felder statt vollgeparkter Straßenränder. Wer dann einen Blick in die Reithalle wirft und über 30 Mädchen in Reitstiefeln zwischen Pferden, Mistgabel und Stroh beobachtet, der fühlt sich schnell an Serien wie „Bibi und Tina“ oder „Wendy“ erinnert.

Kursus dauert eine Woche

„Ja, ein Mädchentraum“, seufzt Cheyenne Tetzlaff, die bei den einwöchigen Reitkursen des Reit-, Fahr- und Zuchtvereins St. Hubertus Herne/Bochum-Gerthe hilft. Mit Vorurteilen aber will sie aufräumen: „Kein Zickenkrieg, keine Heulsusen“, sagt die 14-Jährige und Stalljunge Maurice Belkaya (14) schiebt hinterher: „Reiten ist Sport und ziemlich anstrengend.“ Außerdem könnten Jungen genauso gut reiten, der reine Mädchentraum sei ein Klischee. „Leider sind in diesem Jahr aber keine Jungen dabei“, bedauert er.

Sieben Pferde in der Halle

Wieder der Blick in die Halle: 31 Mädchen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren reiten abwechselnd auf sieben Pferden, manche longiert, andere frei. „Ich bin vorher noch nie richtig geritten“, sagt Aimie (11). Ihren Vorstellungen aber entspricht der Kurs: Gemeinsames Frühstück mit Stullen und Milch, Pferde striegeln, satteln und reiten. „Wir fahren nicht in den Urlaub, deshalb habe ich mich riesig auf den Kurs gefreut“, so Aimie.

Reitlehrer vermittelt Basiswissen

Auch kleine Reitprofis sind dabei: „Ich nehme wöchentlich Reitstunden und weiß schon einiges“, sagt Charlotte (7), während im Hintergrund lautes Wiehern zu vernehmen ist. So bringen die Mädchen sich gegenseitig etwas bei: „Zum Beispiel über Sprunggelenk und Widerriss“, sagt Marlena (10) und Renée (10) ergänzt: „Ich wusste nicht, dass man beim Trab auch sitzen bleiben kann“.

Dass Pferde Fluchttiere sind und man am Stall nicht rennen darf, müssen die Helferinnen Cheyenne Tetzlaff und Jona Knepper oft wiederholen. Für Fragen steht auch Reitlehrer Helmut Gille (80) zur Verfügung, der seit mehr als 15 Jahren Reitkurse gibt.

Reiterinnen werden jünger

„Oberarme ran!“ ruft er laut, während Rudi, Snoopy, Gundi und Tarzan an ihm vorbeitraben. „Wir vermitteln den Kindern so viel an Grundausbildung wie möglich“ sagt Gille. Wiederkehrende Highlights sind Besuche des Tierarztes oder des Hufschmieds.

„Die Kinder werden tendenziell jünger“ beobachtet Gille. Ein richtiges Alter zum Anfangen gebe es nicht, sechs sollte man mindestens sein. „Es kommt auf Statur und Größe des Kindes an“, so Gille. Anmeldungen für kommende Reitkurse nimmt der Hof übrigens schon an. Denn viele Teilnehmerinnen wissen bereits, was auch in den nächsten Ferien nicht fehlen darf.

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