Rosenmontag in Linden

30.000 Narren feiern tollen Karnevalsumzug in Schlumpflinden

Gute Laune überall auf der Strecke: „Linden Helau! Linden Helau!“schallt es immer wieder von den Festwagen durch die kalte Luft. Foto:Svenja Hanusch

Gute Laune überall auf der Strecke: „Linden Helau! Linden Helau!“schallt es immer wieder von den Festwagen durch die kalte Luft. Foto:Svenja Hanusch

Bochum.   Mehr als 30 Wagen ziehen unter dem Motto „Linden ist Schlumpf - Helau“! über die Hattinger Straße. Die Zipfelmütze war das Leitmotiv des Umzugs.

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Pünktlich zum Start des Lindwurms um 14.11 Uhr strahlt der Karnevalshimmel weiß-blau. Kaiserwetter in Linden! Rund 30 000 Menschen - so schätzt die Polizei – bejubeln die mehr als 30 Umzugswagen, die sich über die Hattinger Straße entlangschlumpfen.

Jawohl: schlumpfen. Denn das Motto lautet diesmal: „Linden ist Schlumpf – Helau!“ Daran hält sich sogar die Polizei, die den Zug in einem blumenverzierten Bulli anführt. Die Beamten darin tragen ihrerseits die putzigen Zipfelmützen. Linden ist heute Schlumpflinden.

Es ist wieder einmal ein Fest für die Augen: Menschen aus vier Generationen haben sich am Straßenrand versammelt und zeigen nun ihre kühnsten und bizarrsten Kostüme. Ein Rentner geht sogar als „Einbahnstraße.“ Seine Verkleidung ähnelt dem Verkehrsschild. Er verkörpert das mithin Schönste am ganze Narrenfeste: sich selbst bloß nicht zu ernst nehmen.

„Wir schlumpfen vorweg“

„Wir schlumpfen vorweg“, sagt der Förderverein Sekundarschule Bochum-Südwest und gibt mit seinen Schlumpfmützen einen Vorgeschmack darauf, was an diesem Tag die mit Abstand angesagteste Kopfbedeckung ist. Daran hält sich sogar ein Quad-Fahrer im Umzug, der selbst auf seinem Motorradhelm eine Zipfelmütze montiert hat. Die Zuschauer stehen nicht nur auf der Straße, sondern auch an den Fenstern und den Balkonen. Und dann kommt auch schon der erste große Prunkwagen. Er gehört den Karnevalsfreunden Christ König "Die Zwerge" und ist prominent besetzt: Oberbürgermeister Thomas Eiskirch wirft Süßigkeiten in die heitere Menge.

Der Wagen hat eine Sonderausstattung an Bord: ein eigenes Dixi-Klo. „Linden Helau! Linden Helau!“ schallt immer wieder von den Festwagen in die kalte Luft.

In Linden-Mitte muss der Lindwurm öfter anhalten und verschnaufen. Dort ist die Menschenmenge so dicht gedrängt, stehen die kleinen Piraten und Prinzessinnen so eng mit ihren Klümpkes-Sammeltüten in der ersten Reihe, dass kein Durchkommen mehr ist. Linden ist in diesen Momenten eine einzige Partymeile. Zumal auch Party- und nicht immer nur Karnevalsmusik aus den Boxen dröhnt.

Party-Fraktion Wattenscheid sehr originell

Der vorletzte Wagen ist der mithin originellste. Er gehört der „Party-Fraktion Wattenscheid“, eine Vereinigung musikbegeisterter Leute, die elektronische Sounds mögen und als DJ’s selbst auflegen, und ist mit Figuren im Star-Wars-Look besetzt ist. Auch die Film-Königin Amidala und Jedi-Ritter mit Lichtschwert lassen es so richtig krachen. Krachend kommen auch die Nebelkanonen daher, die der Lkw über der Narrenmenge abfeuert. Die letzten Umzugswagen gehören dem USB, der sofort alles wieder saubermacht.

Laut Polizei verlief der Umzug friedlich. Nur „einige Betrunkene“ gab es. Allerdings haben sich nicht alle an den Aufruf der Veranstalter gehalten, zur Sicherheit kein Glas mitzunehmen. Viele habe nach dem Motto „Ex und Hopp“ ihre Schnaps-Mini-Fläschchen auf der Straße entsorgt.

Erstmals wurden zur Abwehr potenziellen Terrors auch 14 so genannte „Indutainer“ an den Zufahrtsstraßen aufgestellt: Hindernis-Behälter mit je 1500 Liter Wasser. Nachher wurde ihr Inhalt wieder auf der Straße abgelassen.