Einsatzübung

240 Retter meistern „Katastrophe“ im Bochumer Bahntunnel

Unter realistischen Bedingungen galt es für die Rettungskräfte, 27 Verletzte aus der verunglückten U 35 und dem Tunnel in Riemke zu bergen. An der Großübung beteiligten sich auch Hilfsorganisationen aus Herne.

Foto: Gero Helm

Unter realistischen Bedingungen galt es für die Rettungskräfte, 27 Verletzte aus der verunglückten U 35 und dem Tunnel in Riemke zu bergen. An der Großübung beteiligten sich auch Hilfsorganisationen aus Herne. Foto: Gero Helm

Bochum  Der Bahntunnel in Riemke war in der Nacht zum Samstag Schauplatz einer Rettungsübung. Es galt, 27 „Verletzte“ zu bergen und zu versorgen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

. Mehrere Stunden konnte bis Samstagmorgen die Strecke der Linie U35 zwischen den Haltestellen Zeche Constantin und Rensingstraße nur mit einem Schienenersatzverkehr bedient werden. Grund für die Sperrung: die Übung „Tango“, bei der die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehren und Rettungsdienste für den Ernstfall trainiert wurde.

Großalarm im Tunnel kurz hinter der Haltestelle Riemker Markt: Eine Bahn ist nachts entgleist. 27 Menschen sind teils schwer verletzt. Mit diesem Szenario sahen sich die 350 Beteiligten der Übung – davon 240 Einsatzkräfte – konfrontiert.

Schauspieler verkörpern die Verletzten

„Im Normalzustand muss jeder Bochumer Bürger innerhalb von einer Stunde ab Notruf im Krankenhaus ankommen“, erklärt Nick Ennenbach, Pressesprecher der Feuerwehr, die Vorgabe für die Rettungskräfte. Dieses Ziel wurde am Samstag nicht erreicht. Aber „Tango“ stellte auch nicht den Normalzustand, sondern eine Ausnahme dar. Die „Verletzten“ (verkörpert von eigens geschulten Schauspielern) mussten aus der Bahn befreit und ärztlich versorgt werden.

Einteilung erfolgt mit Bändchen

Erschwert wurde das Vorrücken der Rettungskräfte durch massive Staubentwicklung im Schotterbett sowie durch Trümmerteile. Sie wurden in Form einer Barrikade aus mehreren Baumstämmen dargestellt. Dafür war das Technische Hilfswerk (THW) verantwortlich.

„Die Rettung funktioniert nach dem Prinzip des ‚snap and run‘“, weiß Nick Ennenbach. „Die Verletzten werden dabei noch im Fahrzeug gesichtet und voreingeteilt.“ Dazu dienen farbige Bändchen. „Verletzte mit inneren Blutungen werden direkt ins Krankenhaus gefahren. Alle anderen werden in die vor Ort eingerichtete Patientenablage gebracht und von einem Notarzt eingehender untersucht“, so Ennenbach. „Nachfolgend bestimmen der Leiter der Patientenablage und der Leiter der Transportorganisation den Abtransport.“

Bogestra lobt gute Zusammenarbeit

Interessant: Die am weitesten entfernten Krankenhäuser werden zuerst angefahren. „Der zuletzt Gerettete musste am längsten auf medizinische Versorgung warten. Deshalb wird er in die nächstgelegene Klinik gebracht.“

Die Bogestra und die Feuerwehr stehen nicht nur bei Übungen im Austausch. In regelmäßigen gemeinsamen Workshops werden die Anlagen erkundet und das Wissen weitergegeben. „Es kann vorkommen, dass bei einem Unfall die Stromleitungen reißen. Dann müssen wir von der Feuerwehr wissen, was zu tun ist“, so Ennenbach. „Insgesamt läuft die Zusammenarbeit im Betriebsgebiet hervorragend“, fasst Sandra Bruns, Pressesprecherin der Bogestra, die gute Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen und Gruppen zusammen.

>> ÜBUNG DAUERTE VON 1.15 BIS 5 UHR

  • An der Übung waren neben der Bogestra und der Bochumer Feuerwehr auch die Feuerwehr Herne sowie verschiedene weitere Hilfsorganisationen, das THW und die Polizei beteiligt.
  • Der Einsatz dauert von 1.15 bis 5 Uhr. Die Herner Straße war abgesperrt. Einsatzleiterin Sandra Mika: „Trotz kleinerer Haken etwa beim Digitalfunk war die Übung insgesamt erfolgreich.“
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik