Bürgerinitiative

200 Bürger aus Hiltrop zeigen Stadt die rote Karte

Mit roten Karten protestieren Bürger gegen eine Bebauung an der Schulte-Hiltrop-Straße. 

Mit roten Karten protestieren Bürger gegen eine Bebauung an der Schulte-Hiltrop-Straße. 

Foto: Joachim Hänisch

Hiltrop.   30 Flächen in der Stadt könnten in nächster Zeit bebaut werden. An der Schulte-Hiltrop-Straße soll das nicht geschehen – fordern empörte Bürger.

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„Wir wollten die Menschen informieren und zeigen, dass viele Bürger mit den Plänen der Stadt nicht einverstanden sind“, so Walter Fischer von der Bürgerinitiative Hiltroper Feld. „Dem Frei- und Grünflächenfraß wollen wir etwas entgegensetzen“, ergänzt sein Mitstreiter Hermann Schulte-Hiltrop.

Es kamen rund 200 Bürger zur Informationsveranstaltung der BI. „Für dieses rege Interesse sind wir den Bürgern sehr dankbar“, so Fischer. „Die lebendige Diskussion und die schiere Menge an interessierten Bürgern, zeigen, dass der Unmut groß ist.“

Stein des Anstoßes

Der Stein des Anstoßes ist das Wohnbauflächenprogramm der Stadt. Das „Handlungskonzept Wohnen“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, jährlich 800 neue Wohnungen zu schaffen. Hierfür haben die Planer 30 Flächen ausgemacht, die größer als ein Hektar sind und auf denen zwischen 2021 und 2025 mit dem Bau begonnen werden könnte. Zu diesen Flächen zählt auch das Hiltroper Feld.

Zwar wurden mit Stimmen der SPD, CDU und der Grünen in der jüngsten Ratssitzung noch Änderungen am Konzept vorgenommen und zwei Flächen im Süden der Stadt von der Bebauung ausgeschlossen. Aber in ihrer Kritik ernst genommen fühlt sich die Bürgerinitiative dennoch nicht.

Einbindung der Bürger und Anwohner

Im Gegenteil: „Wir sind sehr ernüchtert und enttäuscht“, stellt Walter Fischer klar. Man habe Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) zwei Mal angeschrieben und es habe keine Reaktion gegeben. Ebenso habe man an alle Ratsmitglieder geschrieben. Bis auf eines habe niemand geantwortet. „Hier wird über unsere Köpfe hinweg etwas entschieden. Das akzeptieren wir nicht, wir fordern eine Einbindung der Bürger und Anwohner“, so Schulte-Hiltrop.

Klage wird nicht ausgeschlossen

Die Kritik am möglichen Bau auf dem Hiltroper Feld ist dabei vielschichtig. „Wir fürchten um das Feld und den Spazierweg, die für uns ein Stück Naherholung sind“, sagt Schulte-Hiltrop. Ebenso befürchte man den Verlust der „grünen Lunge“ für das Stadtgebiet und einen Wegfall einer Frischluftschneise.

Sorge bereiten den Anwohnern auch mögliche Folgen für die Verkehrssituation. „Der Verkehr ist jetzt schon schlecht, ich sehe da große Probleme“, so Schulte-Hiltrop. Die Proteststimmung in der Initiative ist stark. In letzter Konsequenz sei man auch bereit, den Klageweg zu gehen. Vor allem aber, so die Botschaft, will man ernstgenommen und gehört werden.

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