WAZ-Interview

1Live-Krone hat die Welt der Amilli auf den Kopf gestellt

Völlig überraschend gewann die 18-jährige Bochumerin Amilli den Förderpreis der 1Live-Krone.

Völlig überraschend gewann die 18-jährige Bochumerin Amilli den Förderpreis der 1Live-Krone.

Bochum.   Sie ist erschöpft – und zugleich überglücklich: Nach dem Gewinn der 1Live-Krone hofft die Bochumerin Amilli im WAZ-Interview auf eine Karriere.

Erschöpft wirkt Amelie Flörke, als sie zum WAZ-Interview in ein City-Café kommt. „Ich bin gerade komplett überfordert. Aber das ist gut so“, sagt sie und wärmt sich die Hände am Cappuccino. „Die fabelhafte Welt der Amilli“: So könnte man das Märchen betiteln, das für die 18-Jährige wahr wurde. In der Jahrhunderthalle erhielt sie den Förderpreis der 1Live-Krone, Deutschlands bedeutendster Radio-Auszeichnung. WAZ-Redakteur Jürgen Stahl sprach mit Amilli, wie sich die zierliche Bochumerin als Sängerin nennt.

Schon aus dem Traum erwacht?

Amilli (lacht): Ich bin noch dabei. Es ist der Hammer, was seit der Krone passiert. Mein Handy explodiert, Medien melden sich wegen Interviews. So ganz realisiert hab’ ich das alles noch immer nicht.

Zurück auf Anfang. Stell dich den Leserinnen und Ledern der WAZ doch bitte mal kurz vor.

Ich bin gebürtige Bochumerin, wohne noch bei meinen Eltern im Stadtparkviertel und hab’ in diesem Jahr mein Abitur an der Hildegardisschule gemacht. Notenschnitt 2,8. Na ja. Wichtig: Meine Familie ist musikalisch. Mein Vater und Bruder spielen Klavier, meine Mama singt. Alles jazzlastig. So bin ich aufgewachsen.

Wann hast du dein Gesangstalent entdeckt?

2017 hab ich in einem kleinen Bochumer Kellerstudio, das Freunden gehört, einen Song aufgenommen. Nur zum Spaß. Mein heutiger Produzent Leo entdeckte mich. Meine erste Single „Rarri“ landete erst auf YouTube und dann bei 1Live. Die sind total darauf abgefahren. Und ich war total geflasht, als mich Freunde anriefen und erzählten: Dein Lied läuft gerade im Radio!

Wie würdest du deinen Musikstil beschreiben?

Soul, R & B, Pop, Jazz: Da ist von allem ‘was drin. Ich versuche, daraus etwas Eigenes zu machen. Jorja Smith und Billie Eilish zählen dabei zu meinen Vorbildern.

Zurück zur Krone: Hattest du vorher tatsächlich keine Ahnung, dass du den Förderpreis gewinnst?

Es gab Gerüchte. Aber ich wusste ja gar nicht, dass es überhaupt einen Förderpreis gibt. Und eine Krone für mich als Anfängerin? Unmöglich! Erst als mir Luke Mockridge in seiner Anmoderation auf der Tribüne verdächtig nahe kam und mich ansprach, ahnte ich, dass gleich etwas Unglaubliches passieren könnte. Freunde sagen, dass ich auf der Bühne, bei meiner Dankesrede und der Preisübergabe im Fernsehen erstaunlich cool gewirkt habe. Das war nur Fassade. Wie es in mir ausgesehen hat, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Das war alles einfach nur wie ein Traum.

Ganz real: Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Du kannst ja nicht alles auf eine Musikkarriere setzen.

Zunächst einmal bin ich gerade dabei, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Awo-Kindergarten an der Josephinenstraße in Grumme zu absolvieren. Das könnte ich mir auch beruflich vorstellen: eine Arbeit mit Kindern, etwa als Grundschullehrerin. Aber ganz ehrlich: Jetzt hat erst einmal die Musik Vorrang. Deshalb werde ich das Freiwillige Soziale Jahr um sechs Monate abkürzen und schon im Februar beenden. Dann schau’n wir mal, was kommt. Mit 18 habe ich beim Studium oder Beruf ja noch Zeit.

Wie es heißt, ist dein erstes Album in Arbeit.

Nein, soweit sind wir noch nicht. Aktuell gibt es nur die neue Single „Maybe“. Die eigentliche Arbeit am Album beginnt erst Anfang des neuen Jahres. Alle Songs stammen von mir, Text und Musik.

Was versprichst du dir von der engen Zusammenarbeit und Förderung, die der WDR dir im Zuge der 1Live-Krone zugesichert hat?

Das ist natürlich eine riesige Chance und eine große Ehre, von einem derart einflussreichen Radiosender unterstützt zu werden. Besonders gespannt bin ich auf einen Auftritt bei einem der großen Festivals im nächsten Jahr. Das wird großartig!

Wirst du auch in Bochum zu hören sein?

Bestimmt. Wie ich erfahren habe, gibt es eine Anfrage für einen Auftritt bei Bochum Total im Sommer. Ein Konzert in meiner Heimatstadt, vielleicht ja auf der 1Live-Bühne, das wäre etwas ganz Besonderes.

Eine Frage muss mit Blick auf deine wachsende männliche Fanschar erlaubt sein: Hast du einen Freund?

Ja (lacht). Ich bin seit einem Dreivierteljahr in festen Händen. Mein Freund unterstützt mich, wie er nur kann, ebenso wie meine Familie. Alle finden toll, was gerade geschieht. Hinzu kommen ganz viele Menschen in Bochum und Umgebung, die mir Glück und Erfolg wünschen. Das gibt mir Kraft in diesem Musikbusiness, das ich bisher ja auch kaum kenne. Ganz ehrlich: Ich bin gerade komplett überfordert. Aber das ist gut so.

>> 1Live: Amilli weiß, was sie will

  • Die WDR-Jugendwelle 1Live ist sicher, mit Amilli „das nächste große Ding“ im Sektor zu fördern.
  • „Obwohl sie noch so jung ist und auf den ersten Blick auch sehr elfenhaft und ein bisschen schüchtern rüberkommt, scheint sie doch schon sehr genau zu wissen, was sie will“, heißt es.
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben