Zentraler Busbahnhof

14 000 Buskunden erhalten jetzt einen neuen Bahnhof

Ab Sonntag (8.) ist der Busbahnhof für die Öffentlichkeit gesperrt. Die täglich rund 14 000 Buskunden müssen auf einen Ersatzbahnhof an der Ferdinand-, der Wittener-  sowie der  Universitätsstraße ausweichen. Foto:Dietmar Wäsche

Ab Sonntag (8.) ist der Busbahnhof für die Öffentlichkeit gesperrt. Die täglich rund 14 000 Buskunden müssen auf einen Ersatzbahnhof an der Ferdinand-, der Wittener- sowie der Universitätsstraße ausweichen. Foto:Dietmar Wäsche

Bochum.   Nach jahrelangen Planungen startet am 9. Januar der Umbau des Busbahnhofs am Hauptbahnhof. Täglich 14.000 Buskunden sind davon betroffen.

Endlich geht es los: Nach jahrelanger Verspätung beginnen am kommenden Montag die Umbaumaßnahmen der größten Drehscheibe des öffentlichen Busverkehrs in Bochum. Für rund 4,5 Millionen Euro baut die Stadt als Eigentümer den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof um. Nach rund einem Jahr Bauzeit soll alles fertig sein: moderner, großzügiger, effektiver, übersichtlicher.

Das Projekt hat sehr hohe Relevanz. Nutznießer werden nicht nur die rund 14 000 Buskunden sein, die dort täglich ein- und aussteigen; 500 Busse halten dort pro Tag. Profitieren wird auch der Individualverkehr, denn die unmittelbar anliegende Kreuzung Wittener Straße/Ostring/Kurt-Schumacher-Platz wird ebenfalls komplett erneuert. Dabei verschwinden auch die uralten, seit langem nicht mehr gebrauchten, tückischen Straßenbahnschienen.

Viele Gebrauchs- und Witterungsschäden

Der ZOB hat seit seinem Bau in den 80er Jahren massive Gebrauchs- und Witterungsschäden erlitten. Das Dach ist angeschmuddelt, die Fahrbahn völlig abgenutzt. Die Last der Busse hat so viele Mulden in die Fahrspur gedrückt, dass bei Regen mächtige Pfützen entstehen.


Beide Probleme werden jetzt komplett beseitigt. Das alte Dach mit seinen vielen Halbrund-Konstruktionen wird durch ein durchgehendes Flachdach ersetzt. Und der Untergrund für die Busse wird ebenfalls vollständig erneuert. „70 Zentimeter tief reißen wir alles weg“, sagt Thomas Fründ, der bei der Stadt für das Baustellenmarketing zuständig ist. Statt des jetzigen Pflasters werden Betonplatten eingebaut, die mit Metallzapfen verbunden werden. Das ist wesentlich stabiler.

Bussteige erhalten eine Zahnung

Auffällig wird auch die Neugestaltung der Bussteige sein. Die Anzahl wird nicht nur von sechs auf acht erhöht, sie werden auch in Form einer Zahnung angeordnet, die Busse stoppen am Bussteig dann schräg statt wie bisher parallel dazu. Das soll eine zügigere An- und Abfahrt ermöglichen. Außerdem wird es mehr Sitzgelegenheiten geben, eine hellere Beleuchtung, eine dynamische Fahrgastinformation (DFI) auf jedem Bussteig, einen barrierefreien Zugang zu den Bussen, ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte und windgeschützte Wartemöglichkeiten mit Sitz- und Stehplätzen.


Erhalten bleiben hingegen das Mitarbeiterhäuschen der Bogestra auf der Businsel sowie der Auf- und Zugang zur U-Bahn-Ebene des Hauptbahnhofs. Insgesamt wird der ZOB sowohl in der Breite als auch in der Länge etwas wachsen.

Sondierungsarbeiten am Weltkriegs-Stollen

Gesperrt wird der ZOB ab Sonntagfrüh, 8. Januar. In der Woche darauf wird zunächst im Bereich zwischen Businsel und Hauptbahnhof ein alter Stollen aus dem 2. Weltkrieg untersucht, um zu klären, ob er verfüllt werden muss. Danach beginnen die Fahrbahnbauarbeiten.

Ursprünglich sollte der ZOB-Umbau bereits Anfang 2015 begonnen haben. Dann haben sich Planungen verzögert. Den Großteil zahlt die Stadt, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gibt Zuschüsse.

  • Für die Umbaudauer wurde auf der Rückseite des Hauptbahnhofs (vor allem an der Ferdinandstraße) ein Ersatz-Busbahnhof eingerichtet. Dort stehen vier Haltestellen auf den bisherigen Parkflächen. Die neuen Fahrtzeiten wurden wegen des Umbaus angepasst. Buskunden sollten etwas mehr Zeit fürs Umsteigen einplanent.
Seite
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik