Klassik

Wiener Charme bezaubert Klassik-Fans in Balver Höhle

Wiener Charme bezaubert Klassik-Fans in der Balver Höhle.

Wiener Charme bezaubert Klassik-Fans in der Balver Höhle.

Foto: Christian Paul

Balve.   Der Zauber der österreichischen Hauptstadt – er dreht sich im Dreivierteltakt. Kein Wunder, dass Stücke der Strauß-Dynastie im Mittelpunkt standen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die großen Meister der klassischen Musik hielten am Freitag Einzug in die Balver Höhle – Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Strauß, Franz Schubert und Johannes Brahms wären sicherlich zu Lebzeiten begeistert gewesen von dem Ambiente und der Akustik in einem der außergewöhnlichsten Konzertsäle. Dirigent Markus Elsner, das Johann-Strauß-Orchester München sowie die Solisten Siegelinde Zehetbauer und Anton Klotzner versetzten das Publikum der „Großen Wiener Konzertnacht“ mit Werken dieser Komponisten ins Wien des 19. Jahrhunderts.

Rund 450 Zuschauer ließen sich auf Einladung des Festspielvereins und der Stadt Balve auf den Streifzug durch die Musikgeschichte Wiens ein. Obwohl Walzerkönig Strauß das Programm dominierte, setzten Orchester und Solisten mit Werken von Mozart, Schubert und Brahms weitere Akzente. Die Ouvertüre zu „Le nozze die Figaro“ von Mozart bildete den Auftakt des Konzerts. Als musikalischer Leiter hatte Markus Elsner eine abwechslungsreiche Mischung ausgearbeitet. Strauß’ Stücke wie der „Frühlingsstimmenwalzer“, den die Sopranistin Sieglinde Zehetbauer brillant intonierte, Passagen aus dem „Lagunenwalzer“ und der „Kaiserwalzer“ als einer der Höhepunkte sowie das Duett „Wer uns getraut“ aus „Der Zigeunerbaron“ waren im ersten Konzertteil ein Hörgenuss. Reichlich Beifall gab das Publikum für Mozarts Flötenkonzert KV 299.

Tempo und Lebenslust

Im zweiten Konzertteil reihte sich ein musikalischer Höhepunkt an den nächsten. Temporeich und Lebenslust versprühend intonierte das Orchester die „Tritsch-Tratsch-Polka“, die Johann Strauß 1858 in Russland komponierte. Viel Lob erhielten Orchester und vor allem der Tenor Anton Klotzner für Franz Schuberts „Der Erlkönig“. Diese wunderbare Variation des Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe, trug der Tenor so gelungen vor, dass sich leichter Grusel vor dem Elfenkönig aus der dänischen Sage im Publikum breit machte. „So haben wir den Erlkönig bisher nicht kennengelernt, wir sind begeistert“, schwärmten die Konzertbesucher Konrad und Marianne Betten wie viele andere nach dem Konzert.

Ganz still im Publikum wurde es, als Sieglinde Zehetbauer „Das Wiegenlied“ von Johannes Bahms vortrug. Ist dieses doch eines der berühmtesten Gute-Nacht-Lieder, so gab Markus Elsner dem Publikum keine Gelegenheit, sich in den Schlaf wiegen zu lassen. Denn kaum hatte die Sopranistin das Lied verklingen lassen, setzte das Orchester mit Strauß’ schneller Polka „Unter Donner und Blitz“ ein und schuf einen herben, aber für alle akzeptablen Kontrast. Am Ende wurde deutlich, dass viele Zuschauer dem Streifzug gerne weiter folgen würden. Mit dem „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß Vater als eine der Zugaben wird der Wiener Konzertabend bei vielen Besuchern in guter Erinnerung bleiben.

Zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter. Schon im Rahmen der Begrüßung vor dem Konzert drückten Bürgermeister Hubertus Mühling und Festspielvorsitzende Uta Baumeister ihre Freude über die gut besuchte Balver Höhle aus. Ihren besonderen Dank richteten Mühling und Baumeister an die ehrenamtlichen Mitglieder des Festspielvereins, die den Wiener Abend organisiert hatten und für das leibliche Wohl der Besucher sorgten. Einig zeigten sich Sparkassen-Chef Kai Hagen und Vorstandskollege Mike Kernig, dass die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis das jährliche Klassikevent als Hauptsponsor weiter unterstützen werde. Nächstes Jahr sei das Klassikkonzert am 2. Juni geplant, verriet die Festspielvorsitzende. Für Fans von Opernhighlights ein Datum, das man sich im Kalender vormerken sollte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben