ROMAN

Warum Autorin Uta Baumeister nach Schweden geht

Schwedische Momente erlebt Autorin Uta Baumeister selbst an ihrem aktuellen Arbeitsplatz bei der VHS in Balve. Die Blumen sind von Ikea.

Schwedische Momente erlebt Autorin Uta Baumeister selbst an ihrem aktuellen Arbeitsplatz bei der VHS in Balve. Die Blumen sind von Ikea.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve.  Uta Baumeister stellt ihren neuen Roman beim 1. Balver Bücher-Talk am 9. November in der Sokola.de vor. Warum Schweden dabei so wichtig ist.

Was lange währt, wird endlich gut. Das gilt als Binsenweisheit. Bei Uta Baumeister jedoch beschreibt sie präzise, wie ihr neuer Roman „So weit der Himmel Dich trägt“ entstand. Seine Entstehung von der ersten Idee bis zur letzten Seite dauerte 20 Jahre. In dem Buch hat die Autorin Familiengeschichte und Zeitgeschichte miteinander verwoben. Es ist eine Art Rückblick. Zugleich steht die Volkringhausenerin vor einem neuen Lebensabschnitt. Im kommenden Jahr zieht sie nach Schweden.

Noch ist sie in Balve. Wir treffen uns in ihrem VHS-Büro über der Stadtbücherei am St. Johannesplatz. Im Haus herrscht unübliche Ruhe: Herbstferien. Uta Baumeisters Schweden-Begeisterung ist sogar an ihrem Arbeitsplatz zu sehen. Auf dem Schreibtisch stehen zwei Deko-Gerbera mit orangeroten und gelben Blüten: ein Ikea-Produkt.

Uta Baumeister und ihr Partner haben schon lange ein Haus in Schweden, genauer gesagt: in Småland. Diese Region verkörpert wie keine andere den Traum vieler Deutscher von heiler Welt mit Holzhäusern, Streuobstwiesen und sanften Hügeln. Kinderbuch-Autorin Astrid Lindgren schuf diese Traumlandschaft, bevölkerte sie mit Figuren wie Pippi Langstrumpf, und Ikea möblierte sie.

Uta Baumeister liebt Schweden aber noch aus einem ganz anderen Grund: „In Schweden ist es so unglaublich ruhig. In dem Land leben nur wenige Menschen, und die Häuser liegen meist weit auseinander. Da kann ich super schreiben.“

Ist das denn an ihrem Wohnort Volkringhausen anders? Uta Baumeister verzieht kurz ihr Gesicht. „Wir wohnen an der Mendener Straße, an der B 515. Das Leben an der Straße hat sich in den letzten Jahren total verändert. Es gibt immer mehr Verkehr. Es ist inzwischen so laut, dass wir Fenster mit Dreifachverglasung haben, als Schallschutz. Wenn wir im Sommer auf der Terrasse sitzen, hören wir das ständige Brummen der Fahrzeuge.“

Nazi-Herrschaft und Zweiter Weltkrieg

Schweden spielt für die 54-Jährige auch in ihrem neuen Roman eine Rolle. Sie schuf eine Figur namens Malin, die die Handlung in Gang bringt. Die Schwedin findet Tagebücher ihrer deutschen Großmutter und Urgroßmutter. Die Aufzeichnungen aus den Jahren von Nazi-Herrschaft und Zweitem Weltkrieg entrollen ein Panorama, dass den Schauplatz Hönnetal mit dem weit entfernten Russland verbindet.

Tatsächlich steckt ein familienhistorischer Kern in der Erzählung von Leid und Liebe. „Ich war als Kind viel bei meinen Großeltern in Lendringsen, und meine Großmutter ist mit den Ereignissen aus ihrem Leben sehr offen umgegangen, natürlich meinem Alter angemessen.“

Offen ging auch Uta Baumeisters Onkel mit seinen Erlebnissen in Krieg und Kriegsgefangenschaft um. Mehr noch: Otto Weingarten, einst Bürgermeister von Menden, hielt Dia-Vorträge über seine Jahre in russischer Gefangenschaft. „Er hat viel mitgemacht“, sagt Uta Baumeister, „aber er hatte auch schöne Erinnerungen. So durfte er an der Renovierung des Geburtshauses von (Dichter, Red.) Leo Tolstoi mitwirken.“

INFO

Der erste Balver Bücher-Talk der WP findet am Samstag, 9. November, 18 Uhr, in Langenholthausens Sokola.de statt. Mit dabei: die Autorinnen Uta Baumeister und Lisa Keil sowie Mendens Kult-Buchhändler Andreas Wallentin. Der Eintritt kostet fünf Euro. Darin ist ein Begrüßungsgetränk enthalten. Verbindliche Anmeldung bitte an .

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