Orange your City

Zonta-Club Arnsberg: Mit Licht Gewalt gegen Frauen ächten

Zonta-Club Arnsberg und die Verwaltungsspitzen aus der Region wollen mit Orange your City gemeinsam ein Zeichen setzen.

Zonta-Club Arnsberg und die Verwaltungsspitzen aus der Region wollen mit Orange your City gemeinsam ein Zeichen setzen.

Foto: Torsten Koch / WP

Arnsberg/Sundern/Meschede/Hochsauerlandkreis.  Bei der Aktion „Orange your City“ setzt ab 25. November auch der Zonta-Club Arnsberg auf Licht, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu ächten.

„Ein Thema sorgfältig beleuchten“ – in diesem Fall darf man das wörtlich nehmen: Bei der Aktion „Orange your City“ setzt „Zonta“ (siehe Infokasten) auf Licht, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu ächten – weltweit; und erstmals auch im Westen des Hochsauerlandkreises: Der Zonta-Club Arnsberg beteiligt sich an der Kampagne unter dem Motto „Zonta says No“ (Zonta sagt Nein). Nach Rücksprache mit den zuständigen „Hausherren“ werden fünf Verwaltungsgebäude in der Region vom 25. November bis 10. Dezember orange angestrahlt (täglich im Zeitraum von 17 bis 22 Uhr): die Bezirksregierung in Arnsberg (Turm Hauptgebäude), die Kreisverwaltung in Meschede (Fassade Kreishaus) sowie die Rathäuser der Kommunen Arnsberg, Sundern und Meschede.

Regierungspräsident Hans-Josef Vogel brachte es zu Beginn der offiziellen Vorstellung des „leuchtenden Statements“ am Mittwochmorgen auf den Punkt: „Gewalt gegen Frauen ist auch ein Männerproblem“, so der RP, dessen Behörde die Aktion vor Ort auch „logistisch“ unterstützt, u. a. mit dem Druck von Flyern. Eine Feststellung, die Nicole Jerusalem bekräftigte: „Wir Frauen allein können nichts ändern ohne die Hilfe der Männer, so die Vizepräsidentin des Arnsberger Zonta-Clubs. Doch Hilfe ist den Damen vor Ort gewiss.

Das sichtbare Zeichen – orangenes Licht – trage dazu bei, das Thema aus der Tabuzone zu holen, so Ralf-Paul Bittner, der in seiner rund 30-jährigen Polizeikarriere immer wieder auch mit diesem Problem konfrontiert wurde. Arnsbergs Bürgermeister sagte nicht zuletzt darum ebenso spontan Unterstützung zu wie seine Amtskollegen Christoph Weber (Meschede) und Ralph Brodel (Sundern). Auch die Kreisverwaltung, für die der stellvertretende Landrat Ferdi Lenze nach Arnsberg gekommen war, ist dabei.

Dass „dabei sein“ nicht alles ist, betonten alle Anwesenden. Es gehe darum, etwas zu verändern: „Die Bevölkerung muss informiert, und die betroffenen Frauen und Mädchen müssen ermutigt werden, ihre Rechte wahrzunehmen und sich zur Wehr zu setzen“, beschreibt „Zonta international“ das Ziel seiner weltweiten Kampagne, die 2013 startete. „Wir möchten die Politik, aber auch die gesamte Gesellschaft sensibilisieren – schaut hin, helft“, so die heimischen Zonta-Damen, die offene Türen einrennen:

Alarmierende Zahlen

So forderte Meschedes Verwaltungschef Weber mit Blick auf die Täter „null Toleranz“ und für die Opfer mehr Investitionen in Beratungs- und Hilfsangebote. Bezeichnend: Es gibt in unserer Region nur ein Frauenhaus – und das sei voll, so Nicole Jerusalem. Die Vizepräsidentin legte außerdem Zahlen aus 2018 vor, die aufhorchen lassen: 347 Einsätze der Polizei im Hochsauerlandkreis wegen häuslicher Gewalt, 153 Verweisungen der Täter aus der gemeinsamen Wohnung, kreisweit 305 Beratungsfälle wegen häuslicher und sexueller Gewalt. Zahlen auf „Wohnungseinbruchs-Niveau“; und dazu noch eine extrem hohe Dunkelziffer – da kommt die Lichtaktion gerade recht.

Wer also in den nächsten Wochen den Blick auf eines der orange leuchtenden Gebäude wirft, sollte im Kopf haben, dass die Wärme des Lichts in erster Linie die Kälte aus den Herzen vieler Männer treiben soll!

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