Tierrettung

Radfahrer rettet Kälbchen in Not bei Meinkenbracht

Radfahrer Raimund Sudhoff rettet auf einer Tour bei Meinkenbracht ein neu geborenes Kälbchen aus einem Bach. Es war unter einem Stacheldrahtzaun hergerutscht und so getrennt von seiner Mutter.

Radfahrer Raimund Sudhoff rettet auf einer Tour bei Meinkenbracht ein neu geborenes Kälbchen aus einem Bach. Es war unter einem Stacheldrahtzaun hergerutscht und so getrennt von seiner Mutter.

Foto: Privat

Meinkenbracht.  Tierisches Happy End: Sein Leben verdankt ein neugeborenes Kälbchen aus Meinkenbracht dem beherzten Einsatz eines vorbeifahrenden Radfahrers.

Ein Kälbchen in Not hat Radfahrer Raimund Sudhoff auf einer Tour durch das Sauerland bei Meinkenbracht entdeckt. Der Helfer kam gerade rechtzeitig, denn ohne ihn wäre das Neugeborene vermutlich gestorben.

„Auf meiner 100 Kilometer langen Rennradrunde über Hellefeld und Grevenstein führte mich der Weg nach Meinkenbracht“, berichtet der passionierte Radfahrer aus Wickede-Echthausen. „Kurz vor der Ortschaft fiel mir eine Kuh auf, die mit der Nachgeburt zu kämpfen hatte. Deshalb suchte ich die Weide nach einem Kälbchen ab, was ich weiter bergan aber nicht fand. Ich drehte um und suchte etwas intensiver.“

Tier liegt im kalten Bachwasser

Und tatsächlich: Im Bach nahe der Weide entdeckte er aus etwa 15 Metern Entfernung einen weißen Fleck – das neugeborene Kälbchen. Abseits der Weide lag es hilflos dort, durch einen Stacheldrahtzaun getrennt von den übrigen Tieren. „Offensichtlich war es nach der Geburt unter dem Zaun hindurch in den Graben gerutscht“, berichtet Sudhoff.

„Das Kälbchen schien durch die Unterkühlung sehr geschwächt. Der Kopf senkte sich immer wieder ins Wasser, schreckte dann aber wieder hoch.“ Der Radfahrer überlegte nicht lange, entschied sich für beherztes Eingreifen, zog sich bis auf die Radhose aus und stieg zum Kälbchen in den Bach.

Autofahrer kommen zur Hilfe

Schnell stellte sich heraus: Das Tier am Hang unter dem Zaun zurück auf die Weide schieben – das funktionierte nicht. Und auch der Versuch, es an den Vorderläufen aus dem Bach herauszuziehen, scheiterte. Irgendwann schaffte Sudhoff es dann aber doch, das Kälbchen hochzuschieben und aus dem Graben zu ziehen.

„Zwischenzeitlich hatten sich tatsächlich einige Fahrzeugführer bei mir erkundigt, ob sie mir helfen könnten“, so Sudhoff. Mit der Bitte, den zuständigen Landwirt zu ermitteln und zu benachrichtigen, schickte er sie auf den Weg und blieb selbst beim Kälbchen. Nach einigen Minuten kam Hilfe vom landwirtschaftlichen Betrieb. Die Mutter des Landwirts kümmerte sich um das nasse und unterkühlte Tier.

„Damit war meine Mission der Kälbchenrettung erledigt“, sagt Radfahrer Sudhoff. „Wahrscheinlich hätte das Tier die missliche Lage nicht überlebt.“ Das glaubt auch die Besitzerfamilie Kaiser – durch die Rettungsaktion aber konnte das Kälbchen noch rechtzeitig wieder trocken gerieben werden und ist jetzt wohlauf. Entsprechend erleichtert und froh ist Landwirt Markus Kaiser über den aufmerksamen Passanten, der rechtzeitig eingriff und ihn von anderen hilfsbereiten Menschen informieren ließ.

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