Wildtiere

Neheim: Junger Fuchs streift durchs Wohngebiet

Neugieriger Besucher im Wohngebiet: Ein Fuchs steht auf der Garageneinfahrt eines Hauses im Neheimer Rusch.

Neugieriger Besucher im Wohngebiet: Ein Fuchs steht auf der Garageneinfahrt eines Hauses im Neheimer Rusch.

Foto: Katrin Clemens

Neheim.  Auf Nahrungssuche wagen sich wilde Tiere auch in Wohngebiete vor. Arnsbergs Stadtförsterin erklärt, worauf Anwohner achten sollten.

Plötzlich steht ein junger Fuchs im Vorgarten eines Wohnhauses, am helllichten Tag und trotz vorbeifahrender Autos.

Neugierig schaut er sich um, streift durch mehrere Gärten im Neheimer Rusch. Auf dem Treppenabsatz eines Mehrfamilienhauses bleibt er stehen und horcht. Aus einem Kellerfenster dringt das unregelmäßige Piepsen einer Waschmaschine. Mit einem Satz springt das Jungtier ins Gebüsch vor dem Fensterschacht. Eine Maus als Beute gibt es dort dann aber doch nicht, die Maschine piepst weiter und der Fuchs zieht weiter über das nächste Grundstück.

„Solche Begegnungen gibt es im Stadtgebiet immer wieder, auch da bei uns Natur/Wälder und Bebauung unmittelbar aneinander angrenzen“, sagt Stadtförsterin Petra Trompeter. Ungewöhnlich ist eher die Tageszeit. Denn Füchse sind eher dämmerungs- und nachtaktiv.

Wenn die meisten Anwohner schlafen, gehen die Tiere auf Jagd und trauen sich dabei häufig auch in waldnahe Wohngebiete, weil sie dort Futter erhoffen. Bereits seit Jahren bewegten sich Füchse nachts durch Arnsberger Wohngebiete, weil sie zum Beispiel auf dem Kompost oder in Katzennäpfen recht einfach an Nahrung gelangen könnten, erklärt Trompeter. Wenn Futter bereit steht, erspart das dem Fuchs die Jagd auf Mäuse, Vögel und andere Tiere.

Auch beim Fuchs im Rusch vermutet die Stadtförsterin Neugier und Hunger als Motiv für seinen Streifzug, auf dem Foto seien keine äußerlichen Krankheitszeichen zu erkennen. In der Bevölkerung liegt bei solchen Begegnungen immer noch der Gedanke an Tollwut nahe, doch die Stadtförsterin klärt auf: „Mir sind seit 20 Jahren keine Tollwutfälle bekannt.“

Katzen nicht draußen füttern

Um die Tiere nicht anzulocken, gilt es besonders für Anwohner nahe Waldgebieten einige Regeln zu befolgen.

„Bürger sollten nicht frei zugänglich im Garten Fütterungsplätze, zum Beispiel für Katzen, anlegen und nach Möglichkeit geschlossene Kompost-Tonnen verwenden“, sagt Trompeter. „Gegen das Eindringen von Wildtieren in den Hausgarten könnte man sich letztlich nur durch einen engmaschigen, hohen Zaun schützen.“

Eine Zunahme von Begegnungen zwischen Menschen und Wildtieren in Corona-Zeiten wird aktuell aus mehreren Städten weltweit berichtet, die Tiere hätten sich in den ruhigen Zeiten auf neue gebiete vorgewagt, heißt es. Das konnte die Arnsberger Stadtförsterin nicht feststellen und sie hält es auch nicht für wahrscheinlich. Wenn Mensch dann doch mal auf ein Wildtier trifft, etwa einen Fuchs, dann sei die beste Reaktion laut in die Hände zu klatschen, damit das Tier die Flucht antritt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben