Schützenfestserie

Neheim: Die Macher hinter dem großen Schützenfest

Hauptkassierer Rolf Haase (l.) und Scheffe Bernd Obertrifter sind in der Logistik vom „Fest in Neheim“ stark eingebunden.

Hauptkassierer Rolf Haase (l.) und Scheffe Bernd Obertrifter sind in der Logistik vom „Fest in Neheim“ stark eingebunden.

Foto: Achim Benke

Neheim.  Ohne sie läuft nichts: Rolf Haase und Bernd Obertrifter arbeiten unermüdlich hinter den Kulissen, damit das Schützenfest in Neheim gelingt.

Wenn eines der größten Schützenfeste im Sauerland vorbei ist, schauen wir mal auf einen Teil der Logistik, die die Neheimer Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist für vier Festtage organisieren musste. Klar ist, dass die Schützenbruderschaft das nicht alleine stemmen kann. Sie hält aber als Veranstalter alle Fäden in der Hand.

„Wenn kein genauer Zeitplan im Vorfeld organisiert wurde und die erforderlichen Absprachen nicht erfolgt sind, dann geht es drunter und drüber“, betont Scheffe Bernd Obertrifter. Er ist der Bauleiter des temporären Festplatzes auf dem Neheimer Marktplatz.

„Die Zeit ist knapp und muss eingehalten werden“

Alles beginnt mit dem Aufbau des Zeltes am Mittwoch vor dem „Fest in Neheim“. Wenn der letzte Stand vom Wochenmarkt weg ist, fahren die Lkw mit dem Zelt vor. Am nächsten Tag um 6 Uhr in der Früh müssen die Toiletten-Container pünktlich aufgestellt werden.

„Die Zeit ist knapp und muss eingehalten werden. Die Zufahrten der Hauptstraße und Mendener Straße sind noch frei“, so Hauptkassierer Rolf Haase. Insgesamt müssen neun Toiletten-Container aufgestellt werden. Dann geht es an die Anschlüsse für Frisch- und Abwasser.

Komfortable Toiletten-Container kommen gut an

„Als vor 33 Jahren der Tunnel und der Marktplatz gebaut wurden, sind wir hinzugezogen worden, um die Orte für die Wasserver- und -entsorgung festzulegen“, erinnert sich Haase. Seit einigen Jahren haben die Neheimer Schützen für ihr Fest komfortablere Toiletten-Container geordert.

„Das ist sehr gut angekommen und ganz besonders bei den Damen“, so Obertrifter. Er ergänzt: „Wir benötigen nur wenige Reinigungskräfte von einem heimische Unternehmen für die Betreuung der exklusiven Toilettenanlagen.“ Bis neun Uhr muss alles stehen und die Lkw und der Kran müssen wieder weg sein. Ein Container wiegt ungefähr fünf Tonnen.

Die zwei Festzelte haben eine Gesamtgröße von 2000 Quadratmetern

Nach dem Aufbau der Toiletten rollen die Schausteller schon an und bauen ihre Fahrgeschäfte und Buden auf. Wenn das Festzelt am Donnerstag um 12 Uhr steht, hat das sogenannte „A-Team“ schon den Bauzaun rund um den Festplatz aufgestellt. Hinzu kommt noch der Eingangsbereich.

Die zwei Festzelte haben eine Gesamtgröße von 2000 Quadratmetern (1 x 1500 und 1 x 500 Quadratmetern). Theken, Bühne, Versorgungsleitungen, mindestens drei Kilometer Stromkabel, Königspaartisch und Hofstaat sowie Sitzgelegenheiten müssen aufgebaut werden.

Für alle Einrichtungen müssen eigens Bauanträge gestellt werden

Ach ja, dass „A-Team“ besteht aus rund 45 Schützen. Für alles muss ein extra Bauantrag gestellt und die Brandschutzverordnung für fliegende Bauten muss eingehalten werden. Dazu kommen insgesamt 20 Tonnen Belastungsmaterial, damit das Festzelt bei einem Sturm nicht abhebt.

„Wir haben für jeden Tag einen neuen Bestuhlungsplan. Die Angestellten des Festzelt-Wirts stellen in der Nacht Tische und Stühle immer wieder neu auf. Der Bestuhlungsplan muss eingehalten werden. Es geht hier um die Flucht- und Rettungswege, die unbedingt frei bleiben müssen“, betont Obertrifter.

Ab ein Uhr morgens ist Feierabend im Zelt. „Dann wird erstmal gelüftet. Das ist ganz wichtig. Der Geruch ist schon heftig, wenn das Zelt leer ist“, meint Haase. Es gibt immer einen „letzten Schützen“, der das Festzelt verlässt. „Das ist immer der Kompaniechef einer unserer Kompanien. Der übergibt sozusagen an das Sicherheitspersonal“, erklärt Obertrifter.

Das Sicherheitspersonal besteht an den vier Festtagen aus 87 Personen. Sie leisten zirka 900 Stunden für die Sicherheit rund um das Fest in Neheim. „Sie arbeiten sehr gut mit Polizei und Ordnungsamt zusammen und unterstützen sie bei Bedarf“, betont Obertrifter.

Auch Einhaltung des Jugendschutzgesetzes wird beim Schützenfest kontrolliert

Das Sicherheitspersonal ist im Eingangsbereich und Festplatz unterwegs. Es macht Taschenkontrollen und kontrolliert die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. „Uns ist es wichtig, dass das Personal nicht martialisch auftritt. Einfach und seriös soll es sein“, betont Haase.

Eine weitere sehr wichtige Gruppe sind die Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz – Ortsverein Neheim-Hüsten. Bisher gab es bei den Festen zum Glück nur Kreislaufprobleme, Schürf- und Schnittwunden oder Wespenstiche, berichtet Obertrifter.

Das Sanitätspersonal ist für das Schützenfest in Neheim geblockt

Sicherheits- und Sanitätsdienst müssen zum Abschluss des Festes einen Bericht abgeben. Das Sanitätspersonal ist für das „Fest in Neheim“ geblockt. „Die Einsatzmeldung geht bis nach Düsseldorf und sie werden zu keinem weiteren Noteinsatz in NRW in dieser Zeit angefordert“, weiß Obertrifter.

Uneinsichtige laufen unter den schwebenden Lasten her

Einen Wehmutstropfen gibt es beim Aufbau des Festzeltes: „Trotz der Absperrung des Marktplatzes während des Aufbaus laufen immer wieder einige Unbelehrbare über den Platz und somit unter den schwebenden Lasten her. Wenn was passiert, ist das Geschrei groß und für uns das Fest gestorben“, beklagen Scheffe und Hauptkassierer.

Das gilt auch für den Abbau, denn am Mittwoch muss der Platz wieder für den Wochenmarkt frei sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben