Investition

Idee von zentraler Arnsberger Hauptschule

Matthias Mörstedt ist Schulleiter der Neheimer Grimmeschule

Matthias Mörstedt ist Schulleiter der Neheimer Grimmeschule

Arnsberg.   Im Rahmen eines großen Investitionspakets könnte die Neheimer Grimme-Hauptschule an einen zentralen Standort nach Hüsten ziehen.

Eigentlich eine komfortable Situation: Aus den zur Verfügung stehenden Fördermitteln für Investitionen an den Schulen kann die Stadt Arnsberg noch knapp über acht Millionen Euro verplanen. Die Verwaltung schlägt vor, davon die Realschule Hüsten, die jetzige Neheimer Grimme-Hauptschule an einem neuen Standort am Petriweg in Hüsten, das Franz-Stock-Gymnasium und auch die sonderpädagogische Fröbelschule auf dem Schreppenberg in Arnsberg profitieren zu lassen.

Gerade erst stellte Michael John vom zuständigen Fachbereich die Investitionsüberlegungen der Stadt rund 20 Eltern aus der Stadtschulpflegschaft vor. Er spricht als Ausgangslage von „einem gewissen Sanierungsstau und technischen Weiterentwicklungsbedarf in Bezug auf die Schulgebäude“. Veränderte Pädagogik und neue Herausforderungen durch die Digitalisierung würden Handlungsdruck aufbauen. Entwickelt wurde ein „Meilensteinplan der Förderprojekte“.

Meilensteinplan der Projekte

Politische Entscheidungen über die noch zu verplanende Fördermittelvergabe sollen im April im Rat durch einen Richtungsbeschluss und im Juni durch einen Beschluss zur Durchführung der Maßnahmen fallen.

Die Realschule Hüsten hat deutlich gemacht, dass für sie die Sanierung des Fachraumtraktes absolute Priorität habe. Weitere Investitionsschwerpunkte sollen später mit der Schule abgesprochen werden. Gespräche über Prioritätenlisten und Wünsche wurden auch mit den Schulleitungen von der Fröbelschule (Bereiche für individuelle Förderung) und dem FSG (Maßnahmen in der Gebäudesubstanz) geführt.

Spannend ist eine weitere Idee: Die Grimme-Hauptschule Neheim soll nach Hüsten an den Standort der ehemaligen Petrihauptschule umziehen.

Das aber würde ein Millionen-Projekt werden, weil nicht nur ein Anbau geschaffen, sondern auch die Turnhalle erneuert werden müsste. Hier wird es eine genaue Kostenanalyse geben müssen, ehe entschieden wird. „Der Umzug wäre ein Bekenntnis zur Schulform Hauptschule“, sagt Michael John, „Hüsten wäre in einer Stadt wie Arnsberg ein strategisch günstiger Standort“. Bei einem Beschluss rechnet John aber nicht mit einem Umzug vor dem Schuljahresbeginn 2021/22.

Investition an Grundschulen

Nach Begehungen an den Grundschulen wurde bereits beschlossen, dass 2,6 Millionen Euro der Fördermittel an Maßnahmen in den Grundschulen vergeben werden. Eingesetzt werden können sie zur Verbesserung von Beleuchtung und Akustik, für Verschönerungsarbeiten, Anschaffung von Mobiliar und auch die Sanierung von Toilettenanlagen. Darüberhinaus werden - aus anderen Töpfen des Haushaltes finanziert - auch Brandschutzmaßnahmen nötig. „Die Verwaltung hat den Schulen auf Grundlage der Begehungen Vorschläge bezüglich des Mitteleinsatzes unterbreitet“, so Fachbereichsleiter Michael John von der Stadt Arnsberg, „diese werden von den Schulen geprüft und in gemeinsamer Absprache in Maßnahmen gebündelt“. Die Stadtschulpflegschaft begrüßt das: „Ganz klar ist, dass mit diesen Mitteln nicht alles auf Vordermann gebracht werden kann, was in den letzten Jahren versäumt wurde“, sagt Vorsitzende Julia Pauli, „aber zumindest wird ein Anfang gemacht“.

Digitaler Ausbau der Schulen

Der digitale Ausbau der Schulen wird über einen Medienentwicklungsplan geregelt. Er wurde im Vorjahr auf Basis der eingereichten Konzepte der Schulen erarbeitet. So soll das Investitionsvolumen in diesem Bereich von 200.000 auf rund 615.000 Euro pro Jahr steigen. Der Support soll verdoppelt, ein Koordinator für den Digitalausbau eingestellt und W-Lan und Glasfaseranschluss an allen Schulen ausgebaut werden.

Klassen- und Fachräume sollen mit Präsentationstechnik ausgestattet werden. Smartboards sollen hingegen nicht mehr von städtischer Seite finanziert werden. Gegenüber der Stadtschulpflegschaft wurde auch eine erhöhte Ausstattung der Schulen mit Tablets angekündigt. „Sollten sich diese Pläne umsetzen lassen, wäre im Bereich der digitalen Infrastruktur damit ein großer Schritt getan“, so Julia Pauli, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft.

„Handlungsbedarf an Schultoiletten“

Über nötige Investitionen an den Schulen sprach unsere Zeitung mit Julia Pauli, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft Arnsberg.

1 Wo sehen Sie seitens der Stadtschulpflegschaft aktuell den dringendsten Investitionsbedarf an den Arnsberger Schulen?

Aus unserer Sicht gibt es zwei Bereiche, in denen besonders dringend etwas getan werden muss: Zum einen sind dies die grundlegenden Dinge wie Toiletten und Anstriche. Der zweite wichtige Bereich ist die digitale Infrastruktur. Hier ist der Stand an den Arnsberger Schulen unserem Wissensstand nach sehr unterschiedlich. Nachholbedarf bei der Ausstattung mit PC und mobilen Geräten sehen wir vor allem bei Grundschulen.

2 Das Thema Schultoiletten kocht immer wieder emotional hoch?

Der miserable Zustand vieler Schultoiletten wird immer wieder als eines der dringendsten Probleme an uns herangetragen. Hier besteht an mehreren Schulen im Stadtgebiet dringender Handlungsbedarf. Einige Kinder stört der schlechte Zustand der Toiletten so sehr, dass sie diese oft gar nicht mehr aufsuchen und lieber anhalten. Um sich den Klogang zu ersparen, verzichten einige sogar aufs Trinken. Doch wie sollen sich Kinder an ihrer Schule wohlfühlen und etwas leisten, wenn sie nicht einmal grundlegenden Bedürfnisse befriedigen können?

3 Haben Sie auch die Schulsporthallen, deren Ausstattung und Zustand im Blick?

Sicherlich gibt es auch im Bereich der Turnhallen Renovierungs- und Erneuerungsbedarf, weil die Ausstattung in die Jahre gekommen ist. Persönlich würde ich jedoch der Modernisierung der eigentlichen Schulgebäude Vorrang geben, da die Kinder hier deutlich mehr Zeit verbringen als in der Turnhalle. Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass in den Turnhallen nichts gemacht werden sollte.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben