Tradition

Herdringen: Ein Trio im Auftrag des Nikolauses

Klaus-Peter Eickel, Friseur Willi Römer und Berni Kloke (von links) sorgen seit 50 Jahren für Weihnachtsstimmung, jetzt gehen sie in "Nikolaus-Rente".

Klaus-Peter Eickel, Friseur Willi Römer und Berni Kloke (von links) sorgen seit 50 Jahren für Weihnachtsstimmung, jetzt gehen sie in "Nikolaus-Rente".

Foto: Katrin Clemens

Herdringen.  Seit einem halben Jahrhundert sorgen drei Herdringer für besondere Nikolaus-Besuche. Jetzt geben sie ihre weihnachtliche Aufgabe ab.

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Seit einem halben Jahrhundert schlüpfen Berni Kloke und Klaus-Peter Eickel jeden Dezember in die Rollen von Nikolaus und Knecht Ruprecht. In diesem Jahr werden die beiden Rentner zum letzten Mal Kindergärten und Vereine besuchen. „Dieses Jahr machen wir Schluss, nach 50 Jahren ist es genug“, meint der 78-jährige Berni Kloke.

Zusammen mit Klaus-Peter Eickel (71) hat er schon so manche Anekdote erlebt. In der Pferdekutsche und einmal auch auf einem Kamel aus dem Zirkus Diana in Echthausen sind sie früher zu ihren Einsätzen unterwegs gewesen, zu Spitzenzeiten waren es 25 pro Advent.

Einmal stand im wahrsten Sinne des Wortes ein Pferd auf dem Flur, weil es dem Nikolaus brav gefolgt war. Ein anderes Mal rutschten Nikolaus und Knecht Ruprecht samt Pferden und Kutsche einen eisglatten Hang rückwärts wieder hinunter. „Wir könnten ein Buch über unsere Erlebnisse schreiben“, sagt Eickel und lacht.

Bekanntschaft auf der Freilichtbühne

Entstanden ist die Idee für die Auftritte als Nikolaus und Knecht Ruprecht an der Freilichtbühne, wo sich beide Männer damals engagierten. Jahr für Jahr sprach sich das Engagement der beiden Herdringer weiter herum, es folgten Auftritte im übrigen Sauerland und auch im Märkischen Kreis. „Wir hatten immer viel Spaß daran“, sagt Eickel. „Der Lohn ist die Freude der Kinder, das Strahlen in ihren Augen.“

Angst vor Knecht Ruprecht oder gar dem Nikolaus hätten in all der Zeit nur wenige Kinder gehabt, die beiden Männer legen viel Wert auf ihr freundliches Auftreten. „Man kann sich auch als Ruprecht so verhalten, dass die Kinder nicht erschrecken“, sagt Eickel.

Und auch Sorge vor einem allzu strengen Tadel müsse niemand haben, auch wenn die Eltern der Kinder traditionell noch Hinweise ins Buch des Nikolauses schreiben. „Es funktioniert alles auf eine spielerische Art, die Kinder sollen schließlich Spaß an den Besuchen haben.“

Hoffnung auf Nachfolger

Bei vielen Vereinen, in Kindergärten und auch bei privaten Feiern waren die beiden in den vergangenen 50 Jahren zu Gast. Je nachdem, wen sie besuchten und wie viele Bekannte oder Verwandte unter den Zuschauern waren, tauschten sie auch mal Rollen und Einsätze.

Eickel erinnert sich noch genau an den Tag, an dem er im Nikolaus-Kostüm vor seine damals noch kleine Enkelin trat, die sich von der Verkleidung nicht täuschen ließ und sofort „Opa!“ rief.

Die beiden Rentner hoffen, dass sich im kommenden Jahr andere Dorfbewohner bereit erklären werden, weiter für solche Erinnerungen zu sorgen und die Tradition weiterführen werden. Kloke und Eickel haben ihren letzten Termin am 14. Dezember bei der Hüstener Karnevalsgesellschaft.

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