Naturschutz

Hegering Voßwinkel: Naturschutz beginnt oft im Kleinen

Hege und Pflege“ ist kinderleicht: Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Voßwinkel haben Spaß bei der außerschulischen Aktion am Wildwald.

Hege und Pflege“ ist kinderleicht: Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Voßwinkel haben Spaß bei der außerschulischen Aktion am Wildwald.

Foto: Maximilian Dolle / WP

Voßwinkel.  Der Hegering Voßwinkel bittet zur Baumpflanzung. Schülerinnen und Schüler der Grundschule Voßwinkel samt Eltern setzen 30 junge Bäume.

In Zeiten von Klimaprotestbewegungen und Diskussionen über Umweltschutz ist es fast unmöglich, das eigene Gewissen zu überhören. Wie sehr schädige ich selbst die Natur? Was kann ich tun, um zu helfen?

Im Angesicht solcher scheinbar übermächtigen Probleme kann man resignieren – oder im Kleinen beginnen, sie anzugehen. Im Naturschutz, dem Eingreifen in die Natur zu ihrem Wohle, kann dieser Anfang gemacht werden.

Kleine Verbände wie der Hegering Voßwinkel (siehe Infobox) widmen sich unter dem Grundsatz der „Hege und Pflege“ dieser Aufgabe. „Wir kümmern uns um den Wald und die Tiere, so gut es geht“, sagt Hans Jörg Wilbat, der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings.

In der Öffentlichkeit würde dieser Aspekt ihrer Tätigkeit jedoch kaum wahrgenommen. „Viele glauben, wir säßen nur auf unseren Hochsitzen und würden jagen. Dass wir zu dritt in den Wald gehen und auf einen Schlag dutzende Bäume und Sträucher pflanzen, merkt fast keiner.“

Neben dem so gebotenen Schutz für kleinere Tiere wie etwa Hasen, Vögel oder Insekten profitiert die Pflanzenkultur von der neu entstehenden Vielfalt. Die in der Landwirtschaft rentableren Monokulturen sind im Vergleich viel anfälliger – beispielsweise für Borkenkäfer, denen seit einiger Zeit große Waldflächen zum Opfer fallen. Darum hat sich der Hegering eine besondere Aktion ausgedacht. In Zusammenarbeit mit der Grundschule Voßwinkel planten die Jäger das Pflanzen von Waldgewächsen wie Bergahorn, Apfelbäumen oder Hasel. Dafür sollten Wiesenflächen am Wildwald Voßwinkel herhalten, die Bernd Bürmann gehören, einem Mitglied des Hegerings.

30 Pflanzen wurden von der Baumschule Krass aus Arnsberg-Niedereimer gespendet, die restlichen Kosten trug der Hegering selbst. 17 Kinder und einige Eltern trafen sich vergangenen Samstag zum Einpflanzen. „Wir hatten vor einigen Jahren bereits eine Reihe solcher Veranstaltungen mit Schulen oder anderen Gruppen, zuletzt ist das jedoch etwas eingeschlafen“, sagt der Obmann für jagdliches Schießen, Max Hartmann. Mit dem neuen Naturschutzobmann Moritz Peschen und auf Initiative einiger Jungjäger sei jedoch die Idee aufgekommen, die Projekte wiederzubeleben. Bereits vor wenigen Monaten installierten sie aus internen Spendengeldern ein Insektenhotel (wir berichteten). „Wenn die Sache sich bewährt, führen wir sie gerne regelmäßig fort“, so Wilbat. Die Bepflanzung der freien Flächen hat neben dem Ausbau des Schutzraumes der Wildtiere noch einen weiteren Grund: Sensibilisierung der Schüler für ihre Umwelt. Rücksicht und Verantwortung früh zu vermitteln, darin sehen die Mitglieder des Hegerings einen elementaren Zweck ihrer Aktion. „Es ärgert mich, im Wald Müll herumliegen oder Pilzsammler achtlos die Pflanzen zertreten zu sehen.

Mit guter Aufklärung vorbeugen

Mit guter Aufklärung kann man dem vorbeugen“, sagt Wilbat. Peschen schließt sich an: „Wir wollen den Kindern etwas mitgeben.“ 30 Sträucher seien nicht viel, aber von symbolischer Bedeutung. Die Kinder sollten später wiederkommen und sehen, was aus ihren Bäumen geworden ist.

Nachdem die Schüler die Pflanzen mit Hilfe der Eltern und Jäger eingegraben hatten, konnten sie sich zum Abschluss gemeinsam bei Wildbratwurst und aus Streuobst gepresstem Saft erholen. So kann Naturschutz anfangen: in Eintracht, mit Freude und in kleinen Schritten.

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