Glocke im Hagener Dorfladen klingelt wieder

Dorfladen Hagen: Das Kernteam des Ladens beim Einräumen.

Dorfladen Hagen: Das Kernteam des Ladens beim Einräumen.

Foto: Matthias Schäfer / WP Sundern

Hagen.  Die Hagener haben es bewiesen: Wer will, kann den Dorfladen im eigenen Ort retten. Mit viel Willen und 200 stillen Ladenteilhabern.

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Viele schaffen mehr - Diesen Wahlspruch einer Genossenschaftsbank haben die Hagener schon immer gekannt. Und im Falle des geschlossenen Dorfladens hat die Dorfgemeinschaft mal wieder bewiesen, dass man viel schafft, wenn man nur will. Denn der neue Dorfladen öffnet für eine stillen Beginn am morgigen Samstag um 7 Uhr.

Derzeit ist eine total drubbelige Woche: Ware wird geliefert, Regale werden aber noch aufgebaut. Und ein neues Warenwirtschaftssystem ist angeschafft worden und muss vom Stammteam und den Aushilfskräften verstanden werden. Von der Unternehmer-Gesellschaft (UG), die die drei Hagener Klaus-Rainer Willeke, Albert Willeke und Johannes Huxol gegründet haben, sind Silvia Biggemann, Damiana Koprek und Ursula Willeke fest eingestellt worden. Dazu kommen noch drei zusätzliche Kräfte.

Bäckerei liefert in den Laden

Schon vor dem Beginn fängt der Dorfladen jetzt eine neue Entwicklung im Ort auf: „Am morgigen Samstag

schließt nämlich die Filiale von Bäckerei Behme“, sagt Ortsvorsteher Willeke. Doch dank des neuen Dorfladens gibt es die in Hagen bestens bekannten Behme-Brötchen und die andern Backwaren weiterhin im Dorfladen: „Sie liefern jetzt an uns“, sagt er. Und dazu hat die UG Dorfladen noch eine Kraft von Behme übernommen.

Im Laden gibt es freilich nicht jedes Produkt: „Aber wir haben alles, was man braucht“, erklären die drei Damen des Dorfladens ganz selbstbewusst. Zunächst geht es relativ still los, doch am Samstag, 21. September, ist der laute Start: Dann spielt die Dorfmusik auf und die Ehrengäste kommen: Um 11 Uhr wird NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach mit Regierungspräsident Hans-Josef Vogel den Dorfladen eröffnen. Das kommt nicht von ungefähr: Denn das Ministerium fördert den Laden mit einem fünfstelligen Betrag. Das Startkapital aber haben die Hagener selbst gestellt: „Über 50.000 Euro haben uns stille Teilhaber gegeben. Dazu haben wir in den vergangenen Woche viele, viele Verträge unterzeichnet“, so Klaus-Rainer Willeke. Über 200 verschiedene Einzahlung gab es.

Enorme Kundenbindung

Der Vorteil: „Wir haben so eine enorme Kundenbindung, über 200 Familien kaufen nun bei uns ein, da sie ja selbst Teilhaber sind.“ Er verschweigt nicht, dass das auch viel Arbeit war. Aber man hatte auch Unterstützung: „Jetzt haben wir noch eine kulante Zusage von Sparkasse und Volksbank, falls ein Kredit notwendig wird.“ Vieles ist aber in Eigenleistung und mit der Hilfe heimischer Unternehmen gelungen. Optisch ist der Laden wie neu, es gibt einen neuen Fußboden aus grauem Linoleum, dazu eine sehr gute Ausleuchtung des Ladens von Trilux: „Wir hatten dazu Fachberatung aus Köln“, berichtet Willeke.

Gleichzeitig wird die neue Unverpackt-Philosophie im Laden umgesetzt. Viele Waren, wie Reis oder Nudeln, können die Kunden in eigenen Gefäßen mitnehmen.

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