Politik

Ermittlungen: Gerd Stüttgen lässt Ämter ruhen

Wohin führt der politische Weg des SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Gerd Stüttgen, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt?

Wohin führt der politische Weg des SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Gerd Stüttgen, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt?

Foto: WP Ted Jones

Arnsberg.   Polizei geht Vorwürfen gegen Arnsberger SPD-Stadtverbandsvorsitzenden wegen Gewalt gegen Mutter nach.

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Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Gerd Stüttgen lässt wegen des im Raum stehenden Vorwurfs der Gewaltanwendung gegen seine eigene Mutter ab sofort vorerst alle politischen Ämter ruhen. Die Polizei, so bestätigt Staatsanwalt Thomas Poggel am Dienstag, ermittelt in dieser Sache bereits wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Stüttgen wehrt sich gegen die inzwischen in der Stadt immer weitere Kreise ziehende Anschuldigung. „Ich habe meine ­Mutter nicht geschlagen“, so der sozialdemokratische Politiker, „strafrechtlich habe ich mir nichts vorzuwerfen“.

Mit seiner Erklärung die Ämter ruhen zu lassen, bis die staatsanwaltlichen und polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind, kam Stüttgen seiner Partei entgegen, die in den vergangenen Tagen schon das Gespräch mit ihm gesucht hatte. Der Arnsberger SPD schien dies im Moment die beste Lösung in dieser Angelegenheit zu sein. Der 49-Jährige zeigt sich schockiert von den Anschuldigungen, weiß er doch zu gut, dass auch seine politische Karriere in Gefahr ist. „Ich brauche jetzt Kraft, um diese Angelegenheit zu klären und möchte auch Schaden von meiner Partei fernhalten.“ Gerd Stüttgen betont: „Damit ist keinerlei Schuldeingeständnis verbunden.“

Der betreffende Vorfall soll sich in der vergangenen Woche ereignet haben. Zwischen Gerd Stüttgen und seiner 73-jährigen Mutter soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Später lag die Mutter mit Verletzungen im Krankenhaus. Der SPD-Politiker bestätigte gegenüber unserer Zeitung zwar eine verbale Auseinandersetzung mit der Mutter, beteuert aber, abgesehen vom Griff an den Arm nicht handgreiflich geworden zu sein.

SPD: „Ämter Ruhen lassen!“

Gerd Stüttgen sieht sich mit Vorwürfen, Spekulationen und zugleich mit eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen in dieser Sache konfrontiert. Fakt ist: Bislang wird nur ermittelt. Es gilt wie immer die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Dennoch bringt der vermeintliche Vorfall den Müscheder nun politisch in Bedrängnis, weil er ein wichtiges öffentliches politisches Amt in der Stadt ausübt, nach wie vor ein aussichtsreicher Nachrücker für einen SPD-Platz im NRW-Landtag ist und zudem öffentliche Ehrenämter wie Ortsverbandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Neheim-Hüsten oder Schriftführer des Sportvereins TuS Müschede ausübt.

Der SPD-Parteispitze um den Ratsfraktionsvorsitzenden Ralf Bittner ist die Sache sehr unangenehm, weil man um die politischen Verdienste von Gerd Stüttgen für die Arnsberger Sozialdemokratie und auch um die persönliche Tragik hinter der ganzen Angelegenheit weiß. „Wir haben von den schweren Vorwürfen auch gehört und sind zutiefst schockiert. Wir bitten aber um Verständnis, dass wir uns zu einem laufenden Verfahren nicht öffentlich einlassen können, solange wir nicht wirklich alle Fakten kennen“, teilt Ralf Bittner mit.

Nach adäquaten Lösungen suchen

Er und die SPD wollten aber nach adäquaten Lösungen suchen, die weder die Partei noch die Person Gerd Stüttgen nachhaltig beschädigen. Einerseits möchte man den Genossen nicht vorverurteilen, andererseits schaden die laufenden Ermittlungen dem politischen Amt und der Partei. Klar sei, so räumt Bittner ein, dass die Arnsberger SPD nicht dulden könne, einen Vorsitzenden zu haben, bei dem sich die erhobenen Vorwürfe am Ende möglicherweise bestätigen sollten.

Es bleibt jedoch das „Wenn“ und somit ein Fragezeichen. Gerd Stüttgen verteidigt sich und wiederholt, dass er sich strafrechtlich nichts vorzuwerfen habe. Das werden am Ende Staatsanwaltschaft oder Gerichte zu entscheiden haben.

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