Nordkap 2020

Drei Männer, drei Mofas, ein Ziel: Nordkap

„Glückauf“: Joachim Baltrusch, Lothar Baltrusch und Norbert Edinger (von links) tuckern im Juli 2020 vom Hockenheimring zum Nordkap.

„Glückauf“: Joachim Baltrusch, Lothar Baltrusch und Norbert Edinger (von links) tuckern im Juli 2020 vom Hockenheimring zum Nordkap.

Foto: Privat / WP

Arnsberg.  Der Arnsberger Joachim Baltrusch und seine beiden Begleiter fahren im Sommer 2020 mit Mofas zum Nordkap: 3373 Kilometer für einen guten Zweck.

„Alter Schwede“ – was für eine Tour: Mit dem Mofa wollen Joachim und Lothar Baltrusch sowie ihr Kumpel Norbert Edinger im Sommer 2020 vom Hockenheimring durch Deutschland und Skandinavien bis zum Nordkap tuckern.

Für die Baltrusch-Brüder keine völlig neue Erfahrung, beide tourten 2016 schon beim „Way of Ella“ quer durch die USA (wir berichteten).

Jetzt also Schweden, Finnland und Norwegen – obwohl, sollte die bereits länger geplante Spendenfahrt nicht eigentlich entlang der Grenzen und in alle vier Ecken Deutschlands führen?

„Ursprünglich schon“, so der in Herdringen lebende Joachim; die dafür vorgesehenen „Simson DUO“ (Krankentransport-Moped, made in DDR) waren teils schon beschafft, die Route an­gedacht.

Doch dann erkrankte Bruder Lothar – und das Deutschland-Projekt musste auf Eis gelegt werden.

Zündapp-Mofas erneut im Einsatz

Dafür, dass es nun zunächst in den hohen Norden geht, hat vor allem der neue Mitfahrer gesorgt. Norbert Edinger ist Chef der „Moped Garage“ und langjähriger Sponsor der Charity-Aktivitäten, die übrigens stets einem Heim für blinde Kinder in Vietnam zugute kommen (siehe Infokasten).

„Leute, ich wollte eigentlich immer schon mal zum Nordkap“, ließ der in der Nähe des Hockenheimrings wohnende Zweirad-Experte während eines Treffens mit seinen zwei Kumpels aus Westfalen fallen – und die nahmen ihn prompt beim Wort. Nun rollt das Trio ab dem 20. Juli 2020 „immer bergauf“ bis zum nördlichsten Ende Europas; die Baltrusch-Gang auf den schon in den Vereinigten Staaten gefahrenen Zündapp-Mofas , getauft auf die Namen „Frau Ella“ (Lothar) und „Rusty“ (Joachim), Norbert auf einem dunkelgrünen Gefährt gleicher Bauart. Gestartet wird im kurpfälzischen Motorsport-Mekka, über Hamburg, Kiel, Stockholm, weiter entlang der schwedischen Ostseeküste, ein Stück durch Finnland und schließlich Nord-Norwegen gelangt die Truppe schließlich an ihr Ziel: nach 3373 Kilometern!

Drei Wochen unterwegs

Drei Wochen Zeit haben sich die „drei Herren im besten Alter“ (O-Ton) und ihren Maschinchen gegeben, bei Tagesetappen von 250 bis 300 Kilometern ist die Fahrt also kein lockerer Ausflug – obwohl: „Ein bisschen Spaß wollen wir natürlich haben“, sagt Joachim, der u. a. einen Besuch des ABBA-Museums in der schwedischen Hauptstadt eingeplant hat… Ein Begleitfahrzeug düst mit; übernachtet wird bei skandinavischen Mopedclubs und bei Geschäftskunden der „Moped Garage“ – Norbert Edinger ist gut vernetzt. Derzeit bereitet er die Zündapps schon in seiner Werkstatt auf den Marathon vor, der im nächsten Sommer startet; ideal, denn dann ist es dort oben fast rund um die Uhr hell.

Alle Unkosten zahlen die Abenteurer natürlich aus eigener Tasche – wie gesagt; der Erlös soll zu 100 Prozent in das Vietnam-Projekt fließen.

„Jeder Euro zählt“, meint Joachim – im „zweiradfreien“ Teil seines Lebens Augenoptikermeister und Schulungsleiter bei Brillen Rottler. Er und seine Freunde sind darum mehr als erfreut, schon jetzt namhafte Sponsoren wie die „Hockenheim-Ring GmbH“ im Boot zu haben – und mit Peter Maffay einen echten Hochkaräter als Schirmherrn.

Wer spontan jetzt schon spenden möchte und weitere Info über das Nordkap-Projekt wünscht: Es gibt bereits eine eigene Internetseite: http://www.way-to-nordkap.de/

Sollte jetzt vielleicht jemand die Nase rümpfen und im Angesicht des Klimawandels mahnend den Zeigefinger heben, sei ihm gesagt – auch daran haben die Skandinavienfahrer im Vorfeld gedacht: „Wir haben den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes bemüht“, plaudert Joachim Baltrusch aus dem Nähkästchen. Dabei sei herausgekommen, dass die Fahrt insgesamt 1,5 Tonnen CO2 freisetzt – um diesen Ausstoß zu kompensieren, müssten pro Mofa 0,8 Bäume neu gepflanzt werden. Die Drei werden aufrunden und bringen drei neue Laubgewächse in die Erde!

Bevor jemand fragt: Die „In alle vier Ecken Deutschlands“- Tour ist übrigens nur aufgeschoben – nicht aufgehoben. Es geht immer weiter; solange die Mopeds fahren...

Zur USA-Tour „Way of Ella“ gibt es noch immer die DVD, 17 Euro, erhältlich bei Brillen Rottler, Hauptstraße 3 in Neheim, oder bei Joachim Baltrusch, 0170-731 38 06 (ab 19 Uhr), Mail: jfbaltrusch@googlemail.com

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