Bildung und Teilhabe

Bildungs- und Teilhabepaket in Arnsberg auf dem Vormarsch

Ob Ausflüge, Schulbedarfspaket, Schülerbeförderungskosten, Lernförderung oder, wie auf diesem Bild, Mittagsverpflegung: Das Bildungs- und Teilhabepaket öffnet zahlreiche Türen.

Ob Ausflüge, Schulbedarfspaket, Schülerbeförderungskosten, Lernförderung oder, wie auf diesem Bild, Mittagsverpflegung: Das Bildungs- und Teilhabepaket öffnet zahlreiche Türen.

Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Arnsberg/Sundern.  Das Bildungs- und Teilhabepaket wird angenommen: Bis September 2019 wurden 439.300 Euro in Arnsberg und 94.300 Euro in Sundern ausgezahlt.

„Stell Dir vor, es gibt etwas umsonst – und kaum einer weiß davon“: So stellt sich, ein wenig überspitzt formuliert, im Hochsauerlandkreis die Situation beim Bildungs- und Teilhabepaket dar; und das acht Jahre nach dessen Einführung. Die Nutzerquote für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben liege im HSK (bezogen ausschließlich auf den Rechtskreis SGB II, siehe Infobox) bei mickrigen 6,3 Prozent, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband in einer Expertise ermittelt. Ist das tatsächlich so; und wie sieht es konkret in Arnsberg und Sundern aus? Wir haben bei der Kreisverwaltung nachgefragt.

Entscheidend ist konkreter Bedarf

Dort werden die Zahlen kritisch bewertet; entscheidender „Knackpunkt“: Die Statistik zeige teilweise lediglich die „dem Grunde nach“ bewilligten Anträge und festgestellten Leistungsansprüche auf – sage aber nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme aus. Im Hochsauerlandkreis sowie in vielen anderen Kommunen in NRW hingegen werden die Bildungs- und Teilhabeleistungen bewilligt, wenn ein konkreter Bedarf (z. B. Sportvereinsbeitrag) besteht.

Kann man denn sagen, wie hoch die Teilhabequote in Arnsberg und Sundern ist? Ja! „Bei durchschnittlich 2044 (Arnsberg) und 435 (Sundern) leistungsberechtigen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (die Teilhabeleistung wird nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gewährt) im Rechtskreis SGB II sowie 527 (Arnsberg) und 93 (Sundern) Bewilligungen für diese Leistungskomponente im Jahr 2018, liegt die Teilhabequote in Arnsberg bei 25,78, in Sundern bei 21,38 Prozent. Eine recht akzeptable Quote.

Grundsätzlich fließt Geld vom Bund

Und wie viel Geld ist geflossen? Im Jahr 2018 wurden für Leistungsberechtigte nach SGB II insgesamt 445.215,80 Euro (Arnsberg) bzw. 93.933,80 Euro (Sundern) für Bildungs- und Teilhabeleistungen ausgegeben; im laufenden Jahr 2019 sind es bis September bereits 439.319,83 Euro (Arnsberg) bzw. 94.300,60 Euro (Sundern), teilt die Kreisverwaltung mit.

Bildungs- und Teilhabeleistungen werden im Rechtskreis SGB II grundsätzlich aus Bundesmitteln finanziert.

Die Leistungen wurden für Ausflüge und Fahrten mit der Schule/Kita/Kindertagespflege, das Schulbedarfspaket, Schülerbeförderungskosten, Lernförderung, Mittagsverpflegung und zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft erbracht. Im vergangenen Jahr waren es 3859 Leistungen in Arnsberg und 783 in Sundern.

Wie viele Leistungsberechtigte damit allerdings tatsächlich erreicht wurden, kann statistisch nicht ausgewertet werden; „weil ja häufig von einer Person mehr als eine Bildungs- und Teilhabeleistung im Jahresverlauf beantragt wird“, heißt es dazu aus dem Kreishaus.

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