Sauerland-Museum

Arnsberger Altstadt profitiert von Macke-Ausstellung

Überraschende Einblicke: August Macke hat auch für das Theater gearbeitet. Dr. Ulrike Schowe  und Dr. Jürgen Schulte-Hobein zeigen ein Bühnenbild-Modell Mackes für das Düsseldorfer Schauspielhaus.

Überraschende Einblicke: August Macke hat auch für das Theater gearbeitet. Dr. Ulrike Schowe und Dr. Jürgen Schulte-Hobein zeigen ein Bühnenbild-Modell Mackes für das Düsseldorfer Schauspielhaus.

Foto: Ulrich Hufnagel / FUNKE Foto Services

Arnsberg.  Die Macke-Ausstellung in Arnsberg boomt. 700 Schüler der Realschule Hüsten werden demnächst erwartet, dafür öffnet das Haus eigens am Montag.

Zweimal kommt der Paketbote in den zwei Stunden unseres Aufenthaltes im Sauerland-Museum vorbei. Er bringt Nachschub für den Museumsladen. Den kaufen die zahlreichen Besucher derzeit leer, welche in die Ausstellung „August Macke – Ganz nah“ strömen. 700 Schüler der Realschule Hüsten werden demnächst erwartet, dafür öffnet das Haus eigens an einem Montag; an die 300 Sonderführungen sind bereits organisiert. All das verrät: Die Eröffnungsschau im Neubau bricht derzeit alle Rekorde.

Auch die Erstauflage des Ausstellungskatalogs ist bis auf 50 Exemplare (Stand Dienstagmittag) schon weg, weitere 1000 Exemplare werden nachgedruckt. „Wir haben 18.000 Besucher nach zwei Monaten. Ich bin sicher, dass wir bis zum 8. Dezember 25.000 erreichen werden“, zeigt sich Museumsdirektor Dr. Jürgen Schulte-Hobein zufrieden. „Auch die Rückmeldungen im Gästebuch sind positiv“, zieht Schulte-Hobein eine Zwischenbilanz. „Die Besucher schreiben, dass sowohl die Gebäudearchitektur als auch die Ausstellung Großstadtqualität haben.“

Unerwartete Herausforderungen

Der enorme Zulauf stellt das Museumsteam allerdings vor unerwartete Herausforderungen, wie Dr. Ulrike Schowe, die stellvertretende Museumsleiterin, berichtet. Früher kümmerte sich eine Mitarbeiterin an der Rezeption um Besucherfragen, verkaufte Kataloge und bediente das Telefon. Bei Macke ist das nicht möglich. „Wir mussten das Telefon aus der Rezeption herausnehmen, weil es über acht Wochen acht Stunden am Tag ununterbrochen Anfragen gab. Wir haben also eine Kollegin dafür extra ans Telefon gesetzt, eine zweite bearbeitet die Führungsanfragen, die per Mail hereinkommen. Das ganze Team hat sich mit unglaublicher Freude engagiert.“

Es ist noch zu früh, die Rechnung aufzumachen, aber die beiden Museumsleiter wissen jetzt schon, dass das Ausstellungsprojekt mit einem Gesamtbudget von 190.000 Euro keine roten Zahlen schreiben wird.

Die Arnsberger Altstadt profitiert von dem Besucheransturm. Bei den Gastronomen und im Einzelhandel bleibt etwas hängen; die Buchhandlung hat sich beispielsweise im Schaufenster ganz auf das kulturelle Großereignis eingestellt. Schulte-Hobein: „Wir hören von den Geschäften und Lokalen, dass sie unglaublich davon profitieren. Viele Besucher, die von auswärts kommen, verbinden den Museumsbesuch außerdem mit einer Übernachtung.“ Die an das Haus geknüpften stadtplanerischen Erwartungen scheinen sich zu erfüllen. Schulte-Hobein: „Die Ausstellung und der Neubau des Sauerland-Museums waren ja nicht immer unumstritten.

Weiche Standortfaktoren

Wir erleben gerade, wie weiche Standortfaktoren zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung beitragen können. Damit erfüllt das Sauerland-Museum auch seine strategische Aufgabe, zur Gesamtbelebung einer Stadt beizutragen.“

Wäre es angesichts des Andrangs nicht sinnvoll, die Ausstellung zu verlängern? „Das ist wegen der befristeten Leihgaben aussichtslos“, konstatiert Schulte-Hobein. Bilder von August Macke gehören zu den begehrtesten im ganzen internationalen Kunstbetrieb.

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