Berufsorientierung

Arnsberg: Handwerkskammer mit Angebot für Gymnasien

Stellten das Pilotprojekt „Check Deine Zukunft - zwischen Werkstatt und Hörsaal“ vor (von links): Christoph Dolle (stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer), Kathrin Sölken (Kolpingbildungszentren), Katharina Hesse (Handwerkskammer) und Christian Kleff (Fachhochschule Südwestfalen).

Stellten das Pilotprojekt „Check Deine Zukunft - zwischen Werkstatt und Hörsaal“ vor (von links): Christoph Dolle (stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer), Kathrin Sölken (Kolpingbildungszentren), Katharina Hesse (Handwerkskammer) und Christian Kleff (Fachhochschule Südwestfalen).

Foto: HWK

Arnsberg.  Das bundesweite Pilotprojekt „Check Deine Zukunft - zwischen Werkstatt und Hörsaal“ soll den Gymnasiasten der Klassen 9 Orientierungshilfe geben.

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Die Handwerkskammer Südwestfalen setzt ihren schon vor langen Jahren eingeschlagenen Weg der qualifizierten Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler fort - mit einem neuen Angebot für Gymnasiasten der Klassen 9.

Mit dem Projekt „Check Deine Zukunft - zwischen Werkstatt und Hörsaal“ sollen Perspektiven und Karrieremöglichkeiten in Beruf und akademischer Ausbildung aufgezeigt werden. Auch in Kombination. Als ein weiterer Baustein für die wichtigste Entscheidungsfindung im Leben junger Menschen: Was soll ich einmal werden?

Es gibt viele verschiedene Wege zu einer Karriere im Beruf oder akademischen Bereich

Bislang ist die einwöchige Veranstaltung (Infobox) „Check Deine Zukunft - zwischen Werkstatt und Hörsaal“ allerdings noch ein bundesweites, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiiertes Pilotprojekt mit den Gymnasiasten als Zielgruppe. Das aber bei Erfolg zu einer festen Einrichtung werden soll.

Für den stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Christoph Dolle, ist dieser Vorstoß allerhöchste Eisenbahn: „Denn bisher gilt: Nach dem Abitur kommt das Studium. Es gibt aber viele verschiedene Wege zu einer Karriere im Beruf oder im akademischen Bereich.“

Deshalb sei es dringend an der Zeit, auch die Gymnasien entsprechend in die Berufsorientierung einzubinden, die in dieser Hinsicht bislang von „den Fördermittelgebern sträflich vernachlässigt wurden“.

Zielgruppe sind die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen der Gymnasien

Im Fokus stehen die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen, die bereits an der an den staatlichen Schulen vorgeschriebenen Potenzialanalysen teilgenommen haben. Eingeladen sind aber auch die Eltern, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Um ihren Kinder raten zu können und sie - ebenso wie die Schulen - für dieses Projekt freizustellen.

Kooperationspartner sind die FH Südwestfalen und die Kolpingbildungszentren

Die zwecks Teilnahme an dem Pilotprojekt angesprochenen Gymnasien, so Dolle, seien sehr angetan und zögen mit. „Sie sehen den Mehrwert in dem, was die beteiligten Schüler an Erkenntnissen aus den angebotenen Ausbildungsfeldern mitnehmen.“

Handwerkskammer und die beteiligten Kooperationspartner Fachhochschule Südwestfalen (Meschede) und Kolpingbildungszentren hoffen natürlich darauf, dass aus dem Pilotprojekt nach der im Herbst anberaumten Auswertung in Berlin eine feste Einrichtung wird. Aus vielschichtigen Gründen:

Auch die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher soll reduziert werden

So könne ein wichtiger Beitrag geleistet werden, die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher aufgrund mangelnder Orientierung im Vorfeld zu reduzieren. „Weil die Projektteilnehmer eine gewisse wirklichkeitsfundierte Basis erhalten, die bei der Berufs- oder Studienwahl helfen kann,“ sagt Christian Kleff von der FH Südwestfalen.

Hinzu komme: Die Verbindung von selbst erlebter Berufspraxis bei gleichzeitigem Aufzeigen der akademischen Facetten und Erfordernisse, die den jeweiligen Berufen immanent sind, seien die Schüler in der Lage, schon bei der Wahl der Leistungsfächer in den Schulen zielgerichtet die für sie richtigen Weichen zu stellen, so Kathrin Sölken (Kolping-Bildungszentren Südwestfalen).

„Exzellenzprojekt von toller Qualität“ kann wichtige Hilfestellung geben

„Natürlich wird man es nie hinbekommen, dass alle Schüler sofort zu 100 Prozent die richtige Ausbildungswahl treffen,“ räumt Christoph Dolle ein, aber sie könnten durch dieses „Exzellenzprojekt von toller Qualität“ wichtige Hilfestellung erhalten. Und damit würde die Zahl der Abbrecher sicher sinken.

Von Bedeutung sei das Projekt aber auch, verweist der Handwerkskammer-Vertreter, für die florierende mittelständische Wirtschaft in der Region. „Um das Florieren zu erhalten,“ sagt Dolle, „braucht man junge Leute, die die hier vorhandenen Perspektiven und Karrierechancen in Beruf und Studium nutzen.“

Hinzu komme der für die nächsten Jahre prognostizierte demografisch bedingte Rückgang an Schulabgängern. „Auch deshalb ist Orientierung wichtig.“

Die Handwerkskammer Südwestfalen vertritt im Pilotprojekt das Land NRW

Übrigens: Von den insgesamt 15 bundesweit aufgelegten Pilotprojekten „Check Deine Zukunft“ hat die Arnsberger Handwerkskammer als einzige in Nordrhein-Westfalen für ihren Vorschlag grünes Licht bekommen.

Was man durchaus als Auszeichnung werten darf: für den in Arnsberg ausgewählten Inhalt des Projekts und für das langjährige erfolgreiche Engagement in der Berufsorientierung.

Das Projekt „Check Deine Zukunft“ bietet verschiedene Berufsfelder an

In der Premierenauflage von „Check Deine Zukunft“ werden in Kombination von Studienorientierung und Werkstatttagen die Schwerpunkte „Sozial-Pflegerisch / Kaufmännisch-Verwaltend“ (A), „Handwerklich-Technisch / Künstlerisch Kreativ“ (B) und „Künstlerisch Kreativ / Handwerklich-Technisch“ (C) angeboten.

Während im Strang A praktische Einblicke in die Erziehungsfrühpädagogik und deren Sparten im Mittelpunkt sowie das Tourismus-Eventmanagement Inhalt sind, stehen in den Strängen B und C technische Sparten, Design und Innenarchitektur im Mittelpunkt.

Dabei werden die Teilnehmer zum Beispiel eine Heizungsanlage für ein Einfamilienhaus konzipieren und bauen sowie eine Mensawand gestalten. „Denn es ist wichtig,“ sagt Katharina Hesse (Handwerkskammer), „dass die Schüler ein Endprodukt vor sich haben, dass sie mit eigenen Händen geschaffen haben.“

Mitarbeiter der FH Südwestfalen zeigen die Studienperspektiven der Berufe auf

Weil aber in diesem Projekt Berufs- und Studienorientierung gleichermaßen von Belang sind, sind Mitarbeiter der FH Südwestfalen vertreten, die zum Beispiel die Ingenieursperspektiven eines Berufsfeldes erläutern. In allen Facetten.

Abschluss des Projektes ist eine gemeinsame Präsentation aller umgesetzten Aufgaben. Mit dabei sind dann Experten von FH und aus der Wirtschaft, Studenten, Auszubildende, Lehrer und Eltern. Auch ein „Markt der Zukunft“, der wichtige Kontakte ermöglicht. Zum Beispiel für Praktika.

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