Jubiläum Waldbegang

Warum die Scharfenberger so stolz auf „ihren“ Wald sind

Vier Ortsvorsteher von Scharfenberg am Grenzstein im Brummerhagen: Heinz-Wilhelm Pack, Franz Schrewe, Rudi Bauer und Klaus Götte 

Vier Ortsvorsteher von Scharfenberg am Grenzstein im Brummerhagen: Heinz-Wilhelm Pack, Franz Schrewe, Rudi Bauer und Klaus Götte 

Foto: Joachim Aue

Scharfenberg.  Was wären die Briloner ohne den Scharfenberger Wald? Im Besenbinderdorf Scharfenberg wird am Samstag der 25. Waldbegang veranstaltet.

Wenn auch das Besenbinderdorf Scharfenberg schon mehr als 700 Jahre alt ist, so ist doch der Waldbegang noch relativ jung. Dennoch erinnert man sich am kommenden Samstag bereits zum 25. Mal, eingerahmt in das Schützenfest der St.-Josef-Schützenbruderschaft, an die Waldkäufe durch die Gemeinde in der Mitte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die so bedeutend für die Entwicklung Scharfenbergs gewesen sind.

Festschrift zum Jubiläum

Das runde Jubiläum war für Ortsvorsteher Klaus Götte Grund genug, die letzten 25 Jahre in einer Festschrift mit vielen Bilder und Geschichten festzuhalten. Vor allem auch, um der Nachwelt zu erhalten, warum der damalige Gemeinderat mit Bürgermeister Rudolf Kraft an der Spitze 1972 zum ersten Scharfenberger Waldbegang in dieser Form einlud. Längst hatte es sich abgezeichnet, dass man nach der kommunalen Neugliederung 1975 zu Brilon gehören würde - und die 625 Hektar oder 2.500 Morgen Wald, der ganze Stolz des einst eigenständigen Dorfes, auch.

„Briloner Aufgaben“ übernehmen

Zwar ist der Waldbegang nicht so populär wie die Schnad in Brilon, doch weist man heute noch gerne im Dorf darauf hin, was man früher sein Eigen nannte. „Außerdem nehmen die Briloner gerne unsere Dienste in Anspruch, denn wir kontrollieren ganz nebenbei ein Stück ihrer Grenze“, erzählt Ortsvorsteher Klaus Götte mit einem Schmunzeln.

Er verweist darauf, dass die Grenze vom Lagerplatz „Horst“ bis zum „Dreiländereck“, warum auch immer, von der Briloner Schnade nicht abgeschritten wird. Götte: „Aber diese Aufgabe übernehmen wir doch gerne, und sogar alle zwei Jahre!“

Großfeuer wütete 1847

In Grußworten gehen der Ortsvorsteher, Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, das amtierende Königpaar Jannis Niggemann und Laura Hobert sowie Schützenoberst Jörg Gödde auf den Stellenwert des Waldbegangs in der heutigen Zeit ein. Der ehemalige Ortsvorsteher und Brilons Ehrenbürgermeister Franz Schrewe lässt die Geschichte des Dorfes, das 1847 bis auf sieben Häuser durch ein Großfeuer fast völlig zerstört wurde, ein wenig Revue passieren und verweist darauf, dass es auch heute noch „Scharfenberger Wald“ heißt. Sein Vorgänger im Amt des Ortsvorstehers (1984-1989) Heinz-Wilhelm Pack erinnert an die Anfänge des Waldbegangs 1972 und Rudi Bauer (Ortsvorsteher von 1999-2009) an die durch die Begegnungen am Grenzstein entstandenen Freundschaften zu den Nachbargemeinden, unter anderem zu Rüthen und Kneblinghausen.

Man weiß, wo’s lang geht

Am rund 12 Kilometer langen Marschweg durch den „Scharfenberger Wald“ hat sich in den letzten 25 Jahren so gut wie nichts geändert, sieht man einmal von dem einen oder anderen kurzfristigen Umweg ab. Man weiß, wo es lang geht, wenn man am Samstagmorgen um 9 Uhr in der Dorfmitte ausmarschiert. Gegen 11 Uhr wird auf dem Frühstücksplatz am Luisenhain eine erste Rast gemacht. Da das „Besenbinderdorf“ zu Kallenhardt, Rüthen, Kneblinghausen, Meiste und Brilon gute nachbarliche Beziehungen pflegt, machen die Abordnungen dieser Ortschaften unterwegs den Scharfenbergern ihre Aufwartung. Das wird am Grenzstein zu Rüthen und Brilon, am sog. „Dreiländereck“ mit einem Umtrunk bekräftigt.

Am „Brummerhagen“ wird gerastet

Begleitet vom Tambourcorps „Unitas“ und dem Blasorchester Brilon geht’s dann weiter in Richtung Lagerplatz am „Brummerhagen“. Hier, am Gedenkstein von 1972, verliest Ortsvorsteher Klaus Götte noch einmal das Protokoll, das an den Erwerb des Gutes Scharfenberg durch die Gemeinde im Jahr 1852 erinnert. Rund um die „Besenbinderhütte“ ist anschließend ein gemütliches Beisammensein angesagt, das nicht nur von der Dorfgemeinschaft sondern auch den Gästen aus den umliegenden Ortschaften so geschätzt wird. Gegen 19 Uhr geht es dann mit Marschmusik ins Dorf.

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