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Ursache für Gestank in Siedlinghausen immer noch unklar

Großeinsatz an der Schule in Siedlinghausen: Auch am Freitag kann die Ursache für den üblen Geruch nicht eindeutig ausgemacht werden. 

Großeinsatz an der Schule in Siedlinghausen: Auch am Freitag kann die Ursache für den üblen Geruch nicht eindeutig ausgemacht werden. 

Foto: Joachim Aue

Siedlinghausen.   Es gab schulfrei und jede Menge Arbeit, um die Schule zu putzen. Aber es gibt noch keine Erklärung für den Gestank in der Siedlinghauser Schule.

Ein achtstündiger Feuerwehr- und Polizeieinsatz mit weit über 40 Rettungskräften an der Verbundschule in Siedlinghausen, eine Spezialeinheit aus Dortmund, eine Sonderreinigung und anderthalb Tage schulfrei für rund 200 Schüler. „Wegen einer Stinkbombe wird so ein Aufwand betrieben?“, wird sich da so mancher Leser gefragt haben.

Stinkbombe oder nicht?

Doch erstens ist noch gar nicht klar, ob es sich bei dem Vorfall an der Verbundschule tatsächlich um eine handelsübliche Stinkbombe gehandelt hat. Zweitens ist die Auswirkung der dort gefundenen Substanz nicht mit den Mitteln vergleichbar, die in früheren Zeiten für Schülerstreiche eingesetzt wurden und sich damals durch Lüften erledigten.

Buttersäure nicht abwischbar

Das Schulgebäude war am Donnerstagvormittag wegen einer unklaren Geruchsentwicklung von der Feuerwehr evakuiert worden (wir berichteten). Gestern wurden die Räume durch eine Spezialfirma aus Hagen gereinigt und komplett durchgelüftet. Über 200 Schüler und Schülerinnen der Verbundschule in Siedlinghausen hatten deshalb kurzfristig schulfrei.

Woher der Gestank stammt, war auch gestern noch nicht eindeutig zu ermitteln. Der Verdacht, dass es sich um eine von Schülern geworfene Stinkbombe handelt, hat sich bisher noch nicht bestätigt. Die Reinigungsfirma erklärte, dass es laut ihrer Erfahrung und der daraus resultierenden ersten Einschätzung auch durchaus andere Hintergründe geben könne.

Der säuerlich-beißende Geruch nach einer Mischung aus Schweiß und Erbrochenem lag besonders im Erdgeschoss schon seit Anfang der Woche mal mehr, mal weniger stark in der Luft. Er war z.B. auch bei der Pressekonferenz zum Schulhof-Festival am Mittwochmittag im Eingangsbereich und der Aula sehr deutlich und unangenehm wahrnehmbar.

Geruch hatte sich verstärk

Am Donnerstagmorgen hatte dieser Geruch sich weiter verstärkt. Da Lehrer und Hausmeister weder die Ursache noch eine eventuelle gesundheitliche Auswirkung einschätzen konnten, wurde in Rücksprache mit der Stadt Winterberg die Feuerwehr gerufen, um entsprechende Messungen vorzunehmen.

Die Feuerwehr veranlasste daraufhin die Schließung der Schule. Neben den Löschgruppen aus Siedlinghausen, Winterberg und Niedersfeld inklusive einiger speziell geschulter Feuerwehrkameraden aus dem Stadtgebiet wurde auch ein vierköpfiges CBRN-Team samt Messwagen aus Schmallenberg hinzugezogen, das für die Bekämpfung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren ausgebildet ist.

26 Feuerwehr-Kollegen sowie die Polizei, ein Rettungswagen, das Gesundheitsamt und die Schulleitung waren vor Ort. Zwei Personen wurden wegen Übelkeit und Kopfschmerzen vorsorglich im Krankenhaus untersucht, konnten aber wieder entlassen werden. Da die Suche und die Messungen auch nach mehreren Stunden kein Ergebnis brachten, rückte nachmittags die „Analytische Task Force“ (ATF) aus Dortmund mit fünf Einsatzwagen und rund 15 Mitarbeitern inclusive eines Labors an.

Starke Konzentration im Putzraum

Nach ersten Ergebnissen der von der ATF untersuchten Luftproben handelt es sich bei der gefundenen Substanz um Milch- oder Buttersäure. Vor allem Buttersäure hat die Eigenart, dass sie sich nicht durch normales Wischen beseitigen lässt, sondern in Verbindung mit Wasser kristallisiert und dadurch noch hartnäckiger wird. In der Verbundschule hat sich ergeben, dass die Substanz durch das Putzen unabsichtlich weiter verbreitet wurde. Die stärkste Konzentration wurde im Putzmittelraum gefunden. Wo genau die Substanz ursprünglich ausgebracht wurde, ist noch offen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

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