Klinik

St.-Franziskus-Hospital Winterberg hält Kontakt zu China

Dr. Ralf Jelkmann (zweite Reihe rechts), Chefarzt Geriatrie im St.Franziskus-Hospital Winterberg, nutzt seine Professur in Shanghai für den gegenseitigen Austausch mit seinen chinesischen Kollegen.

Dr. Ralf Jelkmann (zweite Reihe rechts), Chefarzt Geriatrie im St.Franziskus-Hospital Winterberg, nutzt seine Professur in Shanghai für den gegenseitigen Austausch mit seinen chinesischen Kollegen.

Foto: St. Franziskus-Hospital

Winterberg/Shanghai.  Dr. Ralf Jelkmann befasst sich mit Altersheilkunde, hält in Shanghai Vorträge und erfährt vor Ort den Umgang mit dem demografischen Wandel.

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Um die Vorzüge und Möglichkeiten deutscher Geriatrie-Konzepte zu vermitteln besucht Dr. Ralf Jelkmann, Chefarzt der Geriatrie im St.-Franziskus-Hospital, regelmäßig Universitäten und Krankenhäuser in China. Bei der Geriatrie handelt es sich um die Altersheilkunde. Bereits seit 2003 ist der Facharzt für Innere Medizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin auch Professor für Geriatrie an der „Second Medical University of Shanghai“ die zwischenzeitlich der Tongji Universität angegliedert wurde.

Diese wurde 1907 von der deutschen Regierung zusammen mit deutschen Ärzten in Shanghai gegründet und ist eine der ältesten und renommiertesten Universitäten in China. Als Schwerpunktuniversität untersteht sie dem chinesischen Bildungsministerium direkt und gehört zu den 33 Universitäten, die nach dem Staatsbildungsprogramm „Projekt 985“ zu weltbekannten Universitäten aufgebaut wurden.

Interessen der Mutter färben ab

„Die Wurzeln dieser Verbindung zu China habe ich im Grunde meiner Mutter zu verdanken“, schmunzelt Dr. Jelkmann. „Sie ist schon über 40 Jahre Prof. für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Dr. der Akupunktur. So rutscht man als Sohn in so etwas rein.“ Das sei auch der Grund, weswegen ihm neben der Arztausbildung Geriatrie u.a. auch die Bereiche Naturheilverfahren und Manuelle Medizin wichtig gewesen seien.

Von den China-Reisen profitieren somit beide Seiten. „Wir lernen gegenseitig voneinander“, erläutert Jelkmann. „Während ich die Inhalte unserer geriatrischen Konzepte vermittle, bekomme ich Tipps im Bereich der TCM.“ So standen bei diesem Shanghai Besuch Akupunktur und blutige Schröpfung auf der Tagesordnung. „Ich hatte die Gelegenheit mit meinem langjährigen chinesischen Mentor und ärztlichen Kollegen, Prof. Dr. Yueling Zhang, gemeinsam Patienten zu behandeln. Er ist Schulmediziner und Arzt für TCM - in Shanghai gilt er als einer der renommiertesten auf dem Fachgebiet.“

Ähnliche Umstände in China

Regelmäßig ist Dr. Jelkmann im Auftrag der Uni für Vorträge oder Vorlesungen zum Thema Geriatrie in Shanghai. Wie in Deutschland ist die demographische Entwicklung und die damit verbundene Betreuung älterer Patienten eine besondere medizinische, pflegerische und volkswirtschaftliche Herausforderung in China. „Durch die langjährig angeordnete Ein-Kind-Politik in der Volksrepublik China kann nicht mehr auf die frühere gegenseitige Unterstützung der Generationen innerhalb der Familie gesetzt werden“, erläutert Dr. Jelkmann. „Der Aufbau einer geriatrischen Infrastruktur sowie die besonderen Behandlungs- und Pflegemethoden von mehrfach erkrankten geriatrischen Patienten in Deutschland sind daher von besonderem Interesse.“

Die Vorträge sind in Englisch – wenn Dr. Jelkmann nicht von seiner Frau als Dolmetscherin begleitet wird, sendet die Uni einen Dolmetscher, der die Gespräche für die Besuche in chinesischen Krankenhäuser und Altenheimen begleitet. So auch beim aktuellen Besuch eines Krankenhauses, in dem Dr. Jelkmann bereits mehrfach geriatrische und rheumatische Sprechstunden abgehalten hat.

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