Kriminalität

Polizist verrät: Das sind die fiesen Tricks der Kriminellen

Argwohn gegenüber Fremden: Diese Seniorin macht es richtig und schaut durch einen Türspalt, der mit einer Sicherheitskette versehen ist.

Argwohn gegenüber Fremden: Diese Seniorin macht es richtig und schaut durch einen Türspalt, der mit einer Sicherheitskette versehen ist.

Foto: Daniel Volkmann

Brilon.   Raub, Diebstahl, Telefonbetrug und Trickdiebstahl. Auf ältere Menschen haben es viele Kriminelle abgesehen. Wie schützen sich Senioren effizient?

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Die Masche ist recht neu: Mit einer Torte in der Hand klingelt der Mann an der Haustür. Er stellt sich als neuer Nachbar vor. In der Küche wird der Kuchen gemeinsam gegessen. Als der Mann das Haus verlässt, fehlen Schmuck und Bargeld. Im Sauerland hat dieser Trickbetrug gerade erst funktioniert. Wie man sich vor Kriminalität schützen kann und was die häufigsten Tricks der Betrüger sind, darüber informierte jetzt Kriminalhauptkommissar Oliver Milhoff (Kommissariat Opferschutz) Mitglieder der Senioren-Union der CDU Brilon.

Klemmbrett und Kassenbon

Bei Senioren vermuten Kriminelle zu Hause Geld, so Milhoff – ein Grund, weshalb Täter sich diese Menschen als Ziel auswählen.

Ein zweiter Grund: Ältere Menschen erstatten häufig keine Anzeige. Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Diebstähle sei hoch, so der Polizist. „Man schämt sich, auf etwas hereingefallen zu sein; die Kinder haben immer gewarnt. Da sagt man aus Schamgefühl lieber nichts.“

Argwöhnisch gegenüber Fremden sein

„Nie Geld wechseln, wenn direkt nebenan Geschäfte sind“, rät der Kommissar. „Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.“ Wenn ein Mann oder eine Frau in der Stadt ein Klemmbrett vor die Nase hält, sei Vorsicht geboten. „Dann achtet man nicht auf die Po-Tasche und die Börse ist schnell weg.“ Ein weiterer übler Trick: Nach dem Einkauf bleibt der Kassenbon im Einkaufswagen liegen. Der Dieb schnappt sich den Bon und sagt dann frech: Das ist mein Wagen, ich habe die Waren bezahlt. Viele Menschen reagierten dann eingeschüchtert. Der Kriminelle ist erfolgreich mit seiner Masche.

Gerade zu Hause sollte man argwöhnisch gegenüber Fremden sein. „Es ist immer dieselbe Masche. Man will zu Ihnen herein und mit Ihnen alleine sein“, so Milhoff, der zur Veranschaulichung ein Video zeigte: Täter folgen einer Seniorin nach dem Bankbesuch. Kaum zu Hause, klingelt es und eine Frau bittet darum, eine Nachricht für Nachbarn zu schreiben. Die Seniorin lässt sie herein und notiert den Gruß. Sie merkt nicht, dass die Tür einen Spalt aufbleibt. Die Fremde setzt sich an den Küchentisch. Der Komplize nimmt Schmuck und 1000 Euro aus der Handtasche mit. „Nur mit vorgelegtem Sperrbügel öffnen. Vorher durch den Türspion schauen und niemals Fremde hereinlassen“, rät der Polizeibeamte.

Weiterer Trick: Jemand gibt an der Haustür vor, die Rauchmelder zu kontrollieren und zeigt einen Ausweis. Milhoff rät: „Keinen Ausweisen trauen.“ Betrüger seien oft mit Fälschungen oder erfundenen Ausweisen unterwegs. Ein weiterer Tipp: „Betrüger wollen immer in die Küche, denn dort vermuten sie die wenigsten Wertgegenstände.“ Ein Komplize kann dann den Rest der Wohnung durchsuchen.

Vertrauen aufbauen

Enkeltrickbetrüger bauen in langen Telefonaten Vertrauen auf. Nie glauben dürfe man, dass es Polizisten seien, auch wenn die Polizei-Notrufnummer eingeblendet wird und die Anrufer vor einem Einbruch warnen. „Die Polizei würde nie anrufen und sagen, dass Sie Ihr Geld von der Bank nach Hause holen sollen.“ Eine ganz miese Abzocke sei: Hat jemand doch Geld von der Bank geholt, wird er am Telefon angewiesen, zehn Nummern von Hunderten vorzulesen. Dann wissen die Betrüger, dass das Geld zu Hause ist. Oder sie sagen: „Schauen Sie am Fenster, dann sehen Sie die Polizei.“ Derweil haben die Kriminellen wirklich die Polizei angerufen und gebeten zu kommen, denn in der Nachbarschaft sei großes Geschrei. „Wenn Sie am Telefon um Geld gebeten werden, rufen Sie die Polizei und übergeben sie nie Geld an Fremde“, warnte Oliver Milhoff. Dasselbe gelte bei Gewinnmitteilungen, bei denen man vorher Geld überweisen soll.

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