Kampfhunde

Für Listenhunde gelten auch in Brilon besondere Regeln

Für „normale“ Hunde gelten andere Auflagen als für die Maulkorbpflichtigen Kampfhunde.

Für „normale“ Hunde gelten andere Auflagen als für die Maulkorbpflichtigen Kampfhunde.

Foto: DDP

Brilon.  Auflagen, erhöhte Steuern und Maulkorbpflicht erschweren die Haltung von sogenannten Kampfhunden. Vor allem das Tierheim leidet darunter.

Hunde sind für ihre Besitzer in den meisten Fällen vollwertige Familienmitglieder und werden mit Sorgfalt ausgewählt. Allerdings unterscheiden sich die Auflagen und der damit verbundene Aufwand bei der Haltung erheblich. Aktuell gibt es 1512 Hundebesitzer in Brilon, von denen 11 Listenhunde halten.

Insgesamt über 20 Hunderassen stehen auf der Liste der sogenannten „Kampfhunde“, davon 14 auch in NRW. Denn nicht in jedem Bundesland stehen die gleichen Hunde auf der Liste. Während Rottweiler beispielsweise nur in Bayern, Brandenburg. Hamburg und Nordrhein-Westfalen als Kampfhunde geführt werden, können Dobermann hier ohne Auflagen gehalten werden.

Doch was bedeutet es für die Besitzer, einen sogenannten Listenhund zu führen? Zuerst einmal sind die Steuern, außer in Brilon, im gesamten Hochsauerlandkreis deutlich höher als für „normale“ Hunde (siehe Grafik). „Viele werden abgeschreckt durch die Auflagen, die erfüllt werden müssen“, weiß Lena Decker vom Tierheim in Brilon und ergänzt: „Wir haben eigentlich immer einen Kampfhund bei uns sitzen.“

Aktuell einen American Staffordshire Terrier-Rüden, der ausgesetzt worden war. „Meistens werden die Hunde illegal nach Deutschland importiert. Bekommt das Ordnungsamt dann mit, dass die Auflagen nicht erfüllt sind, werden die Tiere sichergestellt.“

Maulkorb- und Leinenpflicht

Denn wer einen Listenhund führen will, der muss einen Sachkundenachweis erbringen, dass er in der Lage ist, einen solchen Hund zu führen. Zudem muss eine Erlaubnis vom Ordnungsamt vorliegen und es gilt Maulkorb- und Leinenpflicht. Auch muss der Hund nachweislich eine Hundeschule besuchen.

„Privatgrundstücke müssen zudem sicher eingezäunt werden. Und bevor wir einen Hund vermitteln, egal welchen, machen wir uns noch persönlich ein Bild von den Haltern und ihrem Umfeld.“

Seit sechs Jahren ist Stephanie Greyner als Hundetrainerin aktiv und hat selbst Erfahrungen mit Listenhunden gemacht: „Meistens waren es Mischlinge, nun habe ich allerdings auch den ersten reinrassigen Rottweiler bei mir in der Welpengruppe.“ Und für sie unterscheiden sich die „Kampfhunde“ in keiner Weise von den anderen Hunden. „Es sind Hunde wie alle anderen, keiner von ihnen war aggressiv.“

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